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Liess sich nicht von ausländischen Diplomaten davon überzeugen, an der Stichwahl teilzunehmen: Jude Célestin.
Bild: Dieu Nalio Chery/AP/KEYSTONE

Oppositionskandidat Célestin nennt Stichwahl in Haiti eine «Farce» und zieht sich zurück

19.01.2016, 06:1119.01.2016, 07:45

Wenige Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Haiti hat der Oppositionskandidat Jude Célestin seine Teilnahme endgültig abgesagt. «Ich werde nicht bei dieser Farce mitmachen», sagte er am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Das werde keine Wahl, weil es nur einen einzigen Kandidaten geben werde», sagte er über den Urnengang am kommenden Sonntag. Célestin hatte in der ersten Wahlrunde am 25. Oktober 25,3 Prozent der Stimmen erhalten. Der der vom bisherigen Amtsinhaber Michel Martelly unterstützte Kandidat Jovenel Moise kam auf 32,8 Prozent.

Internationale Einmischung kritisiert

Allerdings war der Urnengang von Fälschungen geprägt, wie eine unabhängige Prüfkommission Anfang Januar feststellte. Célestins Absage der Stichwahl wurde noch nicht offiziell bei der Wahlkommission gemeldet, er hatte aber bereits den Wahlkampf boykottiert.

Célestin kritisierte eine «Einmischung der internationalen Gemeinschaft», die die Organisation der Wahlen grösstenteils finanziert. «Diese Wahlen, die am 24. Januar stattfinden, sind Wahlen für einen Teil der internationalen Gemeinschaft, Wahlen für die Regierung, um einen Fortgang der Diktatur zu garantieren», sagte er.

Ausländische Diplomaten in Haiti hatten versucht, Célestin von einer Teilnahme an der Stichwahl zu überzeugen. Aus Sicht des Oppositionspolitikers kümmert es die Diplomaten nicht, «was die Bevölkerung denkt».

«Macheten und Steine»

Am Montag blockierten radikale oppositionelle Demonstranten mehrere Strassen im Zentrum der Hauptstadt Port-au-Prince und forderten die Einsetzung einer Übergangsregierung, die Neuwahlen organisieren soll. «Am 24. Januar wird es keine Wahlen geben. Wir werden unsere Macheten und Steine in der Hand haben», sagte die Demonstrantin Betty Milou. «Wir sagen allen: Schliesst Eure Türen und bleibt zu Hause, denn wir werden nicht an diesen Wahlen teilnehmen.»

Célestin rief die Bürger zur Ruhe auf und sprach sich gegen eine politische Transition aus. «In jeder Demokratie gibt es einen gewählten Präsidenten, der einen gewählten Präsidenten ersetzt», sagte er.

Der verarmte Karibikstaat Haiti ringt 30 Jahre nach dem Ende der Diktatur der Duvaliers noch immer um Stabilität. Immer wieder wurde das Land durch politische Krisen und Putsche zurückgeworfen. Haiti leidet zudem noch immer unter den Folgen des verheerenden Erdbebens von 2010, bei dem mehr als 250'000 Menschen ums Leben kamen. (trs/sda/afp)

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