meist klar-1°
DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
International
Asien

Wieder Tote in Myanmar – neue Vorwürfe gegen Aung San Suu Kyi

Wieder Tote in Myanmar – neue Vorwürfe gegen Aung San Suu Kyi

11.03.2021, 15:54
Protesters holds a portrait of deposed President Win Myint and leader Aung San Suu Kyi, during a demonstration in Mandalay, Myanmar, Monday, March 8, 2021. The escalation of violence in Myanmar as aut ...
Die Anhänger von Aung San Suu Kyi geben nicht auf.Bild: keystone

Sicherheitskräfte haben in Myanmar Augenzeugen zufolge erneut mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen und mehr als ein halbes Dutzend Menschen getötet. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos zeigten blutüberströmte Leichen. Viele wurden mit gezielten Kopfschüssen niedergestreckt.

Lokale Medien und Beobachter sprachen am Donnerstag von landesweit mindestens zehn Opfern. Die Zahl konnte aber nicht unabhängig verifiziert werden. Polizei und Militär gehen seit Wochen mit zunehmender Brutalität gegen die Bevölkerung vor.

In der Gemeinde Myaing im Zentrum des Landes habe eine Gruppe Menschen vor einer Polizeiwache protestiert, um die Freilassung von drei zuvor festgenommenen Mitbürgern zu fordern, sagte ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur.

«Die Polizei hat zunächst mit Tränengas und Gummigeschossen gezielt und dann scharf geschossen», sagte der Mann. «Sechs Menschen sind gestorben, darunter einer meiner Freunde.» Viele weitere seien verletzt worden.

In der Gemeinde North Dagon im östlichen Teil der früheren Hauptstadt Yangon (früher: Rangun) starb ebenfalls mindestens ein Demonstrant. «Wir waren etwa 100 Teilnehmer. In vorderster Reihe standen Demonstranten mit selbst angefertigten Schutzschildern», sagte der Augenzeuge Kyaw Kyaw Win.

«Das Militär hat direkt auf sie gezielt.» Es habe zudem zwei Verletzte gegeben, so der Mann weiter. Auch aus anderen Landesteilen wurden gewalttätige Polizeiaktionen mit möglicherweise weiteren Todesopfern gemeldet.

Seit dem Putsch des Militärs Anfang Februar gibt es in dem südostasiatischen Land täglich Massenproteste gegen die Generäle. Die Demonstranten fordern die Freilassung der entmachteten und festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie die Wiedereinsetzung ihrer gewählten Regierung.

Die Armee schlägt die Proteste mit immer grösserer Härte nieder. Dutzende Menschen wurden bereits getötet, Tausende festgenommen. Internationale Appelle und Sanktionen zeigten bisher keine Wirkung.

Der Sprecher der Junta, Zaw Min Tun, deutete am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an, dass es neue Vorwürfe gegen Suu Kyi geben könnte, möglicherweise wegen Korruption.

Er sprach bei der im staatlichen Fernsehen übertragenen Veranstaltung von 600 000 Dollar (500 000 Euro) und Goldbarren, die ein Regionalminister der Politikerin gegeben haben soll.

Die 75-Jährige, die im Hausarrest sitzt, wird von der Justiz bereits mehrerer Vergehen beschuldigt, darunter Verstösse gegen die Aussenhandelsgesetze und das Katastrophenschutzgesetz.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Militärgewalt scharf. Alle Festgenommenen müssten sofort freigelassen werden, forderte das Gremium in einer kurzfristig angesetzten Sitzung am Mittwoch (Ortszeit).

Das Militär forderte der Rat zur «äussersten Zurückhaltung» auf. Die Situation werde weiter genau beobachtet, kündigten die 15 Mitglieder an. Die US-Regierung belegte derweil zwei erwachsene Kinder des Anführers der Junta, Min Aung Hlaing, und sechs von ihnen kontrollierte Firmen mit Sanktionen.

«Die Anführer des Putsches und deren erwachsene Angehörige sollten nicht in der Lage sein, von dem Regime zu profitieren, während dieses Gewalt anwendet und seinen Würgegriff um die Demokratie zuzieht», erklärte US-Aussenminister Antony Blinken. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Aung San Myanmar

1 / 9
Aung San Myanmar
quelle: epa/epa / lynn bo bo
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Verbrechen gegen Menschlichkeit in Myanmar

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Wednesday» weiter auf Netflix-Rekordjagd
In gerade mal zwölf Tagen gehört die von Tim Burton produzierte Mystery-Comedy-Serie «Wednesday» schon zu den fünf erfolgreichsten Netflix-Serien der Geschichte.

Die Serie mit Jenna Ortega (20) in der Hauptrolle der gleichnamigen Tochter der Addams Family schickt sich an, die meistgesehene überhaupt zu werden, wenn es so weitergeht wie bisher. Mit weiteren 411.3 Millionen gestreamten Stunden in der vergangenen Woche (28. November bis 4. Dezember) zählt Netflix für den am 23. November gestarteten Achtteiler schon insgesamt 752.5 Millionen Streaming-Stunden. Das geht aus den dienstags publik gemachten Wochen-Hitlisten des Streamingdienstes hervor.

Zur Story