International
Asien

Südkoreas Militär: Nordkorea feuert mehrere Raketen ab

epa11347308 People gather next to a screen showing a news broadcast at a station in Seoul, South Korea, 17 May 2024. According to South Korea's Joint Chiefs of Staff (JCS), North Korea launched s ...
Bild: keystone

Südkoreas Militär: Nordkorea feuert mehrere Raketen ab

17.05.2024, 15:01
Mehr «International»

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs erneut mehrere Raketen in Richtung offenes Meer abgefeuert. Südkoreas Generalstab ging davon aus, dass es sich dabei um ballistische Raketen handelt.

Raketensstarts oder auch nur Tests sind dem abgeschotteten Nachbarland durch UN-Beschlüsse untersagt. Die Raketenstarts am Freitag erfolgten einen Tag nach gemeinsamen Kampfjet-Übungen der südkoreanischen und US-amerikanischen Luftwaffe, die Nordkorea abschrecken sollten. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, wies unterdessen Vorwürfe beider Länder zurück, ihr Land betreibe verbotenen Waffenhandel mit Russland.

Die mutmasslichen nordkoreanischen Kurzstreckenraketen seien nach dem Start am Nachmittag (Ortszeit) an der Ostküste etwa 300 Kilometer weit geflogen, hiess es. Sie seien im Meer zwischen der koreanischen Halbinsel und Japan niedergegangen. Südkoreas oberste Kommandostelle in Seoul warf Nordkorea eine Provokation vor. Ballistische Raketen können - je nach Bauart - mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden.

Ein nordkoreanischer Militärkommentator hatte zuvor in den staatlich kontrollierten Medien die Luftübungen vom Vortag im benachbarten Südkorea verurteilt. Den USA warf er eine feindselige Einstellung vor. Die «militärischen Gangster» Südkoreas würden dem Konfrontationsschema der USA folgen und die militärischen Spannungen ins Extreme steigern. Beide Länder bestreiten den Vorwurf Pjöngjangs, mit ihren Militärübungen einen Angriff vorzubereiten.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist vor dem Hintergrund des Streits um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas so angespannt wie seit Jahren nicht mehr. Nordkorea hat seine Waffentests einschliesslich der Erprobung atomwaffenfähiger Raketen deutlich verstärkt. Die USA und Südkorea bauten ihre Militärkooperation aus.

Kim Yo Jong, die in Nordkorea einen hochrangigen Parteiposten hat, bezeichnete den Vorwurf des illegalen Waffenhandels als absurdes Gerücht. «Wir haben nicht vor, unsere militärischen, technischen Fähigkeiten in irgendein Land zu exportieren oder diese freizugeben», wurde sie von Staatsmedien zitiert.

Die US-Regierung geht davon aus, dass Pjöngjang unter Verstoss gegen UN-Verbotsbeschlüsse unter anderem Raketenwerfer und ballistische Raketen an Russland geliefert hat, die auch im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt werden können. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums gingen seit dem vergangenen Juli bereits Tausende von Containern mit Munition und Militärgerät von Nordkorea nach Russland.

Laut Kim Yo Jong dienen die eigene Waffenproduktion und die Waffentests vor allem dazu, die «Kriegsbereitschaft und Kriegsabschreckung unserer Armee» zu perfektionieren. Die taktischen Waffen einschliesslich der Mehrfachraketenwerfer und Raketen, die Nordkorea zuletzt gezeigt habe, richten sich demnach vor allem gegen Südkorea. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Ukraine fehlen offenbar ausreichend Piloten für F-16-Kampfjets
Bei der Ausbildung ukrainischer Piloten auf F-16-Kampfjets gibt es offenbar Verzögerungen. Es stehen nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung.

Die Ukraine soll schon bald F-16 Kampfjets erhalten, die ihr einen erheblichen Vorteil bei der Luftabwehr geben könnten. Einige Piloten haben bereits Trainings in Dänemark und den USA hinter sich, die ersten Jets sollen schon bald eintreffen. Doch offenbar steht Kiew vor einem Problem. Denn die westlichen Verbündeten haben zwar 60 Flugzeuge zugesagt. Aber bislang sind nur zwischen 15 und 20 Piloten ausgebildet. Und das liegt offenbar an den USA.

Zur Story