International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04936501 Hungarian soldiers set up razor wire, the first line of a temporary fence under construction on Hungary's southern border with Croatia near Sarok, Hungary 18 September 2015. Hungary started expanding its fence - already in place at its border with Serbia - at the small north-eastern Croatian stretch between Serbia and Hungary, the only border stretch with Croatia not divided by Danube river. Croatia became the latest flashpoint in Europe's refugee crisis as migrants sought alternative routes to Western Europe after Hungary slammed its doors shut. Hungary on 15 September sealed the last gap in the barricade along its border with Serbia, closing the passage to thousands of refugees and migrants still waiting on the other side and some groups decided to pass over Croatia.  EPA/BALAZS MOHAI HUNGARY OUT

Ungarische Soldaten sichern die Grenze zu Kroatien mit Stacheldraht. Sie sollen jetzt durch Reservisten noch verstärkt werden.
Bild: EPA/MTI

Ungarn mobilisiert in der Flüchtlingskrise zusätzliche Armee-Einheiten – jetzt müssen Reservisten ran



Ungarn mobilisiert freiwillige Reservisten der Armee, um in der Flüchtlingskrise die im Einsatz stehenden Kräfte zu verstärken. Verteidigungsminister Istvan Simicsko traf die Entscheidung auf Bitten des Generalstabschefs.

Die Reservisten würden vor allem in den Kasernen Soldaten ersetzen, die zur Sicherung der Grenzen abkommandiert worden seien. Sie könnten aber auch für andere Aufgaben eingesetzt werden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur MTI am Samstag.

Ungarn streitet sich derzeit mit seinen südlichen Nachbarn Serbien und Kroatien über den Umgang mit Zehntausenden Flüchtlingen, die auf dem Weg nach Westeuropa sind. Immer mehr Staaten blocken die Hilfesuchenden ab.

Flüchtlingsströme nach Norden halten an

Ungarn kündigte an, auch an der Grenze zu Kroatien einen Zaun zu errichten. Kroatien schloss weitgehend seine Grenzen zu Serbien. Slowenien stoppte den Zugverkehr von und nach Kroatien.

Kroatien brachte am Freitag und in der Nacht zum Samstag Tausende Flüchtlinge zu ungarischen Grenzübergängen. Nach Angaben der Polizei vom Samstag trafen am Vortag 7852 Migranten in Ungarn ein, die meisten von ihnen aus Kroatien.

Durch die Weiterleitung von Flüchtlingen von Kroatien über Ungarn kamen auch in Österreich über Nacht wieder tausende Menschen an. Die Behörden rechneten damit, dass im Lauf des Tages Tausende weitere Flüchtlinge eintreffen. In den vergangenen Tagen waren nur wenige Flüchtlinge nach Österreich gelangt.

Haftbefehle gegen Flüchtlinge beantragt

Nach den Unruhen am ungarisch-serbischen Grenzübergang Röszke vor drei Tagen beantragte unterdessen die ungarische Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen elf festgenommene Flüchtlinge. Die Männer würden des «verbotenen Überschreitens der Grenzsperre als Teilnehmer von Massenunruhen» beschuldigt, teilte die Staatsanwaltschaft in der südungarischen Stadt Szeged am Samstag mit.

Am Mittwoch waren ungarische Sicherheitskräfte und aufgebrachte Flüchtlinge am geschlossenen Grenzübergang Röszke zusammengestossen. Die Polizei hatte Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, die Flüchtlinge warfen Steine und Flaschen. Nach Darstellung der ungarischen Behörden sollen die Migranten die Grenzsperre durchbrochen haben und von Sicherheitskräften zurückgedrängt worden sein.

Polizei soll gezielt Flüchtlinge angreifen

Indes mehren sich Zweifel an dieser Version. Der Oppositionspolitiker Ferenc Gyurcsany warf der Polizei vor, gezielt die Flüchtlinge angegriffen zu haben.

Tatsächlich veröffentlichte das Portal «24.hu» Video-Clips, auf denen zu sehen ist, wie Hunderte Flüchtlinge freudig durch das unerklärlicherweise geöffnete Grenztor gingen. Dabei riefen sie «Danke, Ungarn!», offenbar in der Annahme, die Grenze sei für sie wieder offen. Danach sieht man, wie sie vor dem Angriff der Polizei davonlaufen.

Passend dazu: Flüchtlinge kämpfen gegen Grenzen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Uno-Migrationspakt offiziell angenommen – Schweiz bleibt Marrakesch fern

Die internationale Staatengemeinschaft hat am Montag in Marrakesch den Uno-Migrationspakt offiziell angenommen. Uno-Generalsekretär Antonio Guterres hatte sich zuvor erneut für den Migrationspakt stark gemacht.

Zum Auftakt der zweiwöchigen Konferenz in Marrakesch streckte Guterres die Hand nach denjenigen Staaten aus, die den Pakt ablehnen, oder, wie die Schweiz, ihre Entscheidung aufgeschoben haben.

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Uno-Vertreterinnen wie die Uno-Hochkommissarin für …

Artikel lesen
Link to Article