Israel zerstört die weltweit letzten «Top Gun»-Jets
Es ist der Showdown einer kultigen Filmfortsetzung: Tom Cruise stiehlt auf dem feindlichen Stützpunkt einen abgetakelten F-14-Jet und rettet damit den Sohn seines einst verunglückten Fliegerfreundes. Der ironische Drehbuch-Twist aus «Top Gun: Maverick» war schon bei dessen Premiere 2022 als Seitenhieb auf den Iran unverkennbar.
Vier Jahre später scheint sich das Schicksal der legendären «Tomcat» auf wenig filmreife Art erfüllt zu haben. In einer trockenen Meldung teilte die israelische Luftwaffe am Sonntag mit, iranische F-14-Kampfflugzeuge «auf dem Flugplatz von Isfahan getroffen» zu haben.
Der Angriff sei ausgeführt worden, um «die Luftüberlegenheit über dem Iran auszuweiten». Dabei wurden laut Mitteilung auch Kontrollzentren, Radaranlagen und Luftabwehrstellungen bombardiert, die israelische Flugzeuge bedroht hätten.
Bilder der Einschläge sind noch nicht veröffentlicht worden. Doch sollte sich der Bericht bestätigen, hätte Israels Luftschlag eine besondere historische Dimension: In Isfahan waren nach westlichen Einschätzungen sämtliche noch einsatzfähigen F-14 der Islamischen Republik stationiert. Analysten halten es somit für wahrscheinlich, dass am Sonntag die letzten weltweit noch im Dienst stehenden Tomcats zerstört oder beschädigt worden sind.
Symbol iranischer Beharrlichkeit
Die F-14 gilt als Ikone des Kalten Kriegs, die dank Tom Cruises «Top Gun»-Kassenschlager 1986 sogar die Popkultur erreichte. Der zweistrahlige Abfangjäger mit Schwenkflügeln wurde in den 1970er-Jahren für die US Navy entwickelt und 2006 ausser Dienst gestellt. Iran war der einzige Exportkunde: Noch unter dem Schah bestellte Teheran 80 Maschinen, 79 wurden ab 1976 ausgeliefert.
Nach der Islamischen Revolution 1979 verblieben die Jets bei der neu formierten iranischen Luftwaffe (IRIAF). Trotz jahrzehntelanger Sanktionen gelang es Iran, einen Teil der Flotte flugfähig zu halten – eine technische Meisterleistung, die in Militärkreisen oft als Beweis für die iranische Improvisationsfähigkeit und Beharrlichkeit gewertet wurde.
Militärisch mögen die F-14 im Zeitalter moderner Stealth-Jets wie der F-35 nur noch begrenzten Wert gehabt haben. Symbolisch jedoch waren sie für das Mullah-Regime von grosser Bedeutung: als sichtbarer Beweis, dass Teheran trotz Embargo komplexe Waffensysteme über Jahrzehnte betreiben kann. Noch 2023 flogen F-14-Jets Sicherungsmissionen bei einem Besuch des russischen Präsidenten im Nahen Osten.
Wie viele Maschinen bei Kriegsausbruch tatsächlich einsatzbereit waren, ist umstritten. Schätzungen gingen von rund zwei bis drei Dutzend verbliebenen Flugzeugen aus. Bereits im Juni 2025 hatte Israel zwei abgestellte, offenbar nicht mehr flugfähige F-14 in Teheran per Drohne zerstört – ein vor allem symbolischer Akt. Schon damals hiess es, dies seien die letzten F-14 gewesen.
Der jetzige Angriff in Isfahan wäre dagegen operativ weit einschneidender. Wobei sich die Aviatik-Szene der geschichtlichen Bedeutung nur allzu bewusst ist: «Maverick hätte eine der Maschinen als Museumsstück retten sollen», schreibt ein Kommentator wehmütig in einem Forumsbeitrag.
Und was die F-35 angeht: Der von der Schweiz bestellte US-Superflieger hat seinerseits in der ersten Woche des Iran-Kriegs Flugzeuggeschichte geschrieben. Nach dem Abschuss eines iranischen YAK-130-Jets wurde dem Typ offiziell der erste Luftsieg zuerkannt. (aargauerzeitung.ch)

