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Ein zerstörtes Auto in der Stadt Petrinja.
Ein zerstörtes Auto in der Stadt Petrinja.Bild: keystone

Schweres Erdbeben in Kroatien: Kleinstädte in Trümmern, Kind getötet

29.12.2020, 15:5929.12.2020, 21:14

Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag in den Mittagsstunden Kroatien getroffen. Die Zentren der Kleinstädte Sisak und Petrinja südöstlich von Zagreb lagen in Trümmern, wie kroatische Medien berichteten. In Petrinja erschlug herabfallendes Gebälk ein zwölfjähriges Mädchen. Seismologen gaben die Stärke mit 6,4 an.

Das Epizentrum des zweiten Bebens in Kroatien innerhalb 30 Stunden lag 45 Kilometer südöstlich von Zagreb. In Petrinja berichtete ein Reporter der Tageszeitung «Jutarnji List» von dramatischen Szenen. Sirenen von Feuerwehr- und Ambulanzwagen hallten durch die Stadt, bald zeigte sich ein Bild der Verwüstung. Aus Angst vor weiteren Erdstössen zogen sich Bewohner in den kleinen Stadtpark zurück. Rettungsmannschaften suchten unter Trümmern nach Verschütteten.

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Erdbeben in Kroatien: Kleinstädte in Trümmern, Kind getötet
quelle: keystone
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Jede Hilfe zu spät kam für ein kleines Mädchen – herabfallende Trümmer hatten es erschlagen. Bürgermeister Darinko Dumbovic bestätigte den Tod des Kindes: «Es ist schrecklich, es gibt Opfer, es gibt Verletzte. Wir sahen, wie ein Kind auf dem Hauptplatz starb», sagte er dem Nachrichtenportal «24sata.hr». 20 Bewohner der Stadt wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Eingestürzte Gebäude

Auch die nahe Kreishauptstadt Sisak war schwer betroffen. Der Sitz der Stadtverwaltung sei zur Hälfte eingestürzt, sagte Bürgermeisterin Kristina Ikic-Banicek dem kroatischen Fernsehen HRT. Die Gemeindebediensteten konnten sich jedoch alle in Sicherheit bringen, fügte sie hinzu. In ihrer Stadt habe es einige Leichtverletzte gegeben, die ärztlich versorgt wurden.

Petrinja liegt rund 50 km südlich von Zagreb:

In der Hauptstadt Zagreb gab es beträchtliche Sachschäden. Das Beben war in ganz Kroatien, aber auch in Österreich, Ungarn, Italien, Slowenien, Bosnien-Herzegowina, sogar in Tschechien und der Slowakei zu spüren.

Slowenien schaltete wegen des Bebens das Atomkraftwerk Krsko ab, meldete die slowenische Nachrichtenagentur STA. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kroatien. Eine Abschaltung sei in solchen Situationen ein Standardvorgang, hiess es.

Es war das zweite Beben in Folge innerhalb von 30 Stunden. Am Montag waren im selben Gebiet Erdstösse der Stärke 5,2 und 5,0 verzeichnet worden. Erst im März hatte ein Erdbeben der Stärke 5,4 in Zagreb grosse Schäden angerichtet. Eine Jugendliche war gestorben, mehr als zwei Dutzend Menschen waren verletzt worden.

In den vergangenen Jahrzehnten hat die Balkanregion immer wieder Erdbebenkatastrophen erlebt. Im Juli 1963 zerstörte ein Beben das Zentrum von Skopje, der Hauptstadt der damaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien und des heutigen Nordmazedoniens. Mehr als 1000 Menschen starben. Im Oktober 1969 verwüstete ein Erdbeben die nordbosnische Stadt Banja Luka, nur 100 Kilometer vom Epizentrum des jüngsten Bebens in Kroatien entfernt: 15 Menschen starben. Im März 1977 suchte ein Beben der Stärke 7,5 die rumänische Hauptstadt Bukarest heim – es gab 1600 Todesopfer. (sda/dpa)

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Video: srf

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrgoku
29.12.2020 13:21registriert Januar 2014
so eine Meldung gehört zu oberst auf die Seite... hauptsache zuerst wie immer 73829292 artikel über corona kack!!
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DerKlugeaufWatson
29.12.2020 13:59registriert November 2020
Offenbar gab es gestern bereits massive Erdbeben in Kroatien. Das war den meisten Medien aber wohl keine Meldung wert. Corona geht vor 🤦🏻‍♂️
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Igor Santrac
29.12.2020 13:32registriert März 2020
Die Zerstörung in Petrinja ist enorm. Unmöglich abzuschätzen wieviele Menschen unter den Trümmern begraben sind. Es sind massenweise Häuser zerstört worden. In weiten Teilen des Landes ist die Stromversorgung und das Mobilnetz ausser Betrieb. Es ist die totale Katastrophe für Kroatien...😢
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