DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«War ein Schock»: Kinderporno-Studio in Rio entdeckt – Polizei verhaftet Deutschen

Die Polizei in Rio entdeckte letzte Woche ein Studio zur Produktion von Kinderpornographie. 30'000 Videos wurden konfisziert, ein Deutscher verhaftet. Er sei Teil eines weltweiten Netzes gewesen.
16.08.2020, 08:4816.08.2020, 16:11

Was ist passiert?

Ein in Brasilien ansässiger Deutscher steht im Verdacht, Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht und Tausende Videos mit kinderpornografischem Material hergestellt und vertrieben zu haben. Nach der Durchsuchung des Hauses, in dem das Studio zur Produktion der Videos eingerichtet war, verhaftete die Polizei in Rio de Janeiro einer Mitteilung zufolge den Mann.

Die Festnahme habe am Donnerstagabend (Ortszeit) im Grossraum der brasilianischen Metropole stattgefunden, bestätigte ein Sprecher der Zivilpolizei der Deutschen Presse-Agentur am Freitag.

Nach Angaben des Nachrichtenportals «G1» wollte der 73-Jährige bei der Festnahme fliehen, stürzte dabei und wurde verletzt, wie das Portal unter Berufung auf Beamte berichtete. Im brasilianischen Fernsehen war das blutverschmierte Gesicht des Mannes zu sehen, als er abgeführt wurde.

Wie wurde das Studio entdeckt?

Das Studio zur Produktion des kinderpornografischen Materials entdeckten die Ermittler im Westen Rios, nachdem eine Mutter von zwei Opfern, Mädchen im Alter von 12 und 14 Jahren, zur Polizei gegangen war, wie Medien berichteten. Es sei im Haus des Mannes eingerichtet gewesen, hiess es in einer Polizeimitteilung. Dort wurde demnach in drei unterschiedlichen Räumen gedreht, in denen die Beamten Wippen, Schaukeln und Verkleidungen entdeckten.

Ausserdem fanden die Beamten Kinderspielzeug sowie mehrere «sadomasochistische Objekte, die zum Filmen von Kindern und Jugendlichen verwendet wurden», sowie 30'000 Videos mit kinderpornografischem Material. «Das war ein Schock», zitierte «G1» einen Polizeikommissar. «Ich habe noch nie so etwas Bizarres, Aggressives gesehen.»

Wer sind die Opfer?

Bei den Opfern soll es sich um Kinder und Jugendliche aus dem Viertel Santíssimo im Westen Rios gehandelt haben, in dem sich auch Studio des Verdächtigen befand. Er soll die Kinder mit Hilfe einer Komplizin mit Geschenken wie Kleidung und Spielzeug angelockt haben. Das Haus soll mit verstärkten Fenster und Türen ausgestattet gewesen sein, um zu verhindern, dass Personen von dort fliehen.

Teil eines internationalen Netzes?

Die Polizei untersucht nun, wer die Abnehmer der Videos waren. Diese sollen laut «G1» an Kunden in der ganzen Welt, vor allem in Europa einschliesslich Deutschland, verkauft worden sein. Weil es sich nach einem Bericht des brasilianischen Fernsehens um ein internationales Netzwerk handeln soll, hat sich die Bundespolizei eingeschaltet.

«Er (der Verdächtige) ist Teil eines Netzes mit Kriminellen aus verschiedenen Teilen der Welt gewesen», sagte die mit dem Fall betraute Beamtin Paula Mary dem TV-Sender «Record»: «Ein geplantes und strukturiertes Netz, um die Kinder anzulocken, zu vergewaltigen, die Videos zu produzieren, zu kommerzialisieren und rund um die Welt zu verbreiten.»

Bei den Ermittlungen geht es auch um die mögliche Beteiligung des Mannes an Sextourismus mit Kindern und Jugendlichen als Opfer. Der in Rio lebende Deutsche soll ein Reisebüro im Viertel Copacabana geführt haben. Die Polizei vermute, dass es unter anderem in den Sextourismus verwickelt war, wie das Portal einen Polizeibeamten zitierte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die Kinder von Aleppo

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die neue Variante heisst «Omikron» und 8 weitere Punkte, die du wissen musst
Eine neue Virus-Variante gibt derzeit zu reden. Die WHO stuft sie als «besorgniserregend» ein, verpasste der Variante einen Namen und die Schweiz hat auch schon gehandelt. Die wichtigsten Punkte in der Übersicht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die neue Corona-Variante B.1.1.529 als «besorgniserregend» eingestuft. Das teilte die UN-Behörde am Freitag nach Beratungen mit Experten mit. Diese Klassifizierung ist laut WHO-Definition ein Signal, dass eine Variante ansteckender ist oder zu schwereren Krankheitsverläufen führt. Ausserdem besteht bei «besorgniserregenden Varianten» die Gefahr, dass herkömmliche Impfungen, Medikamente oder Corona-Massnahmen weniger wirksam sind.

Zur Story