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epa07747881 A handout picture provided by XINGU 230 shows a group of journalist and curious people waiting outside of a prison in Altamira, state of Para, Brazil, 29 July 2019. At least 52 prisoners died during clashes between rival groups inside the Altamira Regional Recovery Center.  EPA/XINGU 230 HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

In diesem Gefängnis hat sich am Montag ein Blutbad ereignet. Bild: EPA

Heftige Bandenkämpfe in brasilianischem Gefängnis – mindestens 57 Tote



Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Drogengangs in einem brasilianischen Gefängnis sind mindestens 57 Häftlinge getötet worden. 16 Opfer wurden während der mehrstündigen Auseinandersetzungen am Montag enthauptet.

Das sagte ein Vertreter der Gefängnisbehörde im Amazonas-Bundesstaat Para im Norden des Landes der Nachrichtenagentur AFP. Viele weitere seien vermutlich an Rauchvergiftung gestorben.

Nach Angaben des Behördenvertreters hatten Mitglieder einer Bande am Morgen einen Trakt im Gefängnis von Altamira gestürmt und in Brand gesetzt, in dem Angehörige einer anderen Gang untergebracht waren.

Zwischenzeitlich wurden zwei Wärter als Geiseln genommen, sie kamen aber rasch wieder frei. Erst am Mittag war die Lage wieder unter Kontrolle. Bei den Kämpfen wurden demnach keine Schusswaffen eingesetzt, dafür aber improvisierte Stichwaffen.

Brutales Vorgehen

Im Internet kursierten grausige Aufnahmen des Vorfalls. Ein Video zeigte sechs abgetrennte Köpfe von Häftlingen, die an einer Gefängnismauer liegen. Auf einem anderen Video waren verkohlte Leichen auf einem Gefängnisdach sowie mit eine Art Macheten bewaffnete Häftlinge zu sehen. Mehrere Leichen konnten wegen der Hitze in dem Gefängnistrakt auch nach Stunden nicht geborgen werden.

In der Haftanstalt waren nach Behördenangaben 311 Häftlinge untergebracht, ausgelegt ist sie Berichten zufolge nur für 200 Insassen. Nach Angaben des Innenministeriums sollen die Anführer der Auseinandersetzungen nun in Hochsicherheitsgefängnisse verlegt werden.

Brasiliens Gefängnisse sind extrem überbelegt: Nach der jüngsten amtlichen Statistik sassen im Jahr 2017 mehr als 720'000 Häftlinge in den für nur rund 420'000 Insassen ausgelegten Gefängnissen des grössten Landes in Südamerika ein.

In den überfüllten Haftanstalten kommt es immer wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen, Meutereien und Ausbruchsversuchen. Ende Mai waren in vier Gefängnissen binnen zwei Tagen mindestens 55 Häftlinge getötet worden. Viele brasilianische Haftanstalten werden faktisch von Drogenbanden kontrolliert. (sda/afp)

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7 Kommentare
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Unicron
29.07.2019 23:12registriert November 2016
Wurden eigentlich vor... sagen wir mal 20 Jahren auch die ganze Zeit Menschen enthauptet oder haben das die Drogenkartelle einfach wieder Gesellschaftsfähig gemacht?
Irgendwie werden heute DAUERND Menschen enthauptet. Früher wurde man schlicht erschossen oder erstochen, und nicht gleich zerteilt.
Vielleicht sind aber auch nur die Medien expliziter geworden.
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