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epa07835988 Brazilian foreign minister Ernesto Araujo talks about President Jair Bolsonaro's policies and new 'strategic relations' with the United States during an address to the Heritage Foundation in Washington, DC, USA, 11 September 2019. Araujo discussed Brazil's new international strategy and President Jair Bolsonaro's blueprint to 'restore the country towards a path of prosperity, safety, and dignity for all Brazilians'.  EPA/PETE MAROVICH

Ernesto Araújo tickt wie sein Präsident: Er hält nichts von Klimaschutz. Bild: EPA

Brasiliens Aussenminister erklärt Klimaschutz als Angriff auf Souveränität



Brasiliens Aussenminister Ernesto Araújo hat den internationalen Kampf gegen die Erderwärmung als Angriff auf die nationale Souveränität einzelner Staaten kritisiert. Die derzeitige Klimadebatte erwecke den Anschein, «dass die Welt untergeht», sagte Araújo.

«Und genau das ist der Sinn des Klimatismus», sagte der Minister am Mittwoch bei einem Besuch in Washington. Die Anhänger dieser «Ideologie» versuchten ein «moralisches Pendant zum Krieg» aufzubauen, um den «Grundfreiheiten» mit Richtlinien und Beschränkungen entgegenzuwirken.

«Wir kann jemand in Friedenszeiten davon träumen, die Souveränität eines Landes wie Brasilien über sein eigenes Territorium zu brechen, indem er sagt: ‹Der Amazonas brennt›?», sagte Araújo in einer Rede bei der konservativen Heritage Foundation. «Wegen einer Ideologie, wegen des Klimakrisen-Urschreis ‹Rettet den Planeten›».

Internationale Kritik

Die brasilianische Regierung wird von der internationalen Gemeinschaft für die verheerenden Brände mitverantwortlich gemacht, die derzeit den Amazonas-Regenwald verwüsten. Der ultrarechte Präsident Jair Bolsonaro, der wie Araújo Klimaskeptiker ist, verwahrt sich gegen die Kritik aus dem Ausland und pocht auf die nationale Souveränität im Umgang mit den Bränden. Gegenmassnahmen hat er nur widerwillig ergriffen.

In this photo released by Brazil's Presidential press office, Brazil's President Jair Bolsonaro attends an Independence Day military parade accompanied by first lady Michelle Bolsonaro, in Brasilia, Brazil, Saturday, Sept. 7, 2019. Bolsonaro has overseen Brazil’s independence day celebrations with a renewed assertion of his country’s sovereignty over the Amazon. (Marcos Correa/Brazil's Presidential Press Office via AP)
Jair Bolsonaro,Michelle Bolsonaro

Bolsonaro steht international in der Kritik für seine Mitverantwortung an den Amazonas-Bränden. Bild: AP

Bolsonaro ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und hat Umweltschutzauflagen gelockert. Brasilianische Bauern durften zuletzt nicht mehr fünf, sondern 20 Hektar Fläche abbrennen. Die Behörden, die illegale Rodungen verhindern sollen, wurden unter Bolsonaro geschwächt. Immer grössere Waldflächen werden gerodet und anschliessend abgebrannt, um Platz für die Landwirtschaft und Viehzucht zu machen.

Seine Teilnahme an einem Krisengipfel zu den verheerenden Waldbränden in der Amazonas-Region hatte Bolsonaro wegen eines chirurgischen Eingriffs abgesagt. Bei dem Treffen am Freitag im kolumbianischen Leticia bekannten sich die Amazonas-Länder zu einem besseren Schutz des grössten Tropenwalds der Welt. (mim/sda/afp)

Brände im Amazonas-Gebiet

1.35 Millionen Hektare abgeholzt

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27
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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wolge 12.09.2019 11:40
    Highlight Highlight Was Bolsonaro und seine Kumpanen hier betreiben ist meines Erachtens nicht nur Umweltzerstörung und Artenausrottung sondern langfristig auch ein Völkermord...
  • Chihirovocale 12.09.2019 08:47
    Highlight Highlight Ich fände es intelligenter nähme Brasilien echte Unterstützung aus dem Ausland an und würde nicht grundsätzlich blocken.

    Leider haben wir in Europa schon vor Jahrhunderten unsere eigenen Wälder großflächig abgeholzt und sind heute schmerzlich darauf angewiesen, dass Länder wie Brasilien sich bereit erklären auf langfristige Projekte zu setzen und nicht dem schnellen Profit hinterher zu jagen. Wobei sich kaum Vorbilder dieses Handelns im Westen finden lassen.
    • Pafeld 12.09.2019 10:11
      Highlight Highlight Lass dir den Blödsinn von den abgeholzten europäischen Ländern doch nicht aufbinden. Waldschutz ist seit Jahrzehnten ein erklärtes Ziel der meisten (vernünftigen) europäischen Staaten. Mit der nichtabholzung in Europa ist die Zerstörung des Amazonasregenwaldes in keinster Weise zu kompensieren. Die europäischen Wälder binden einen Bruchteil des CO2 im Vergleich zum Amazonasgebiet. Das ganze ist nichts weiter als eine populistische Vernebelungsattacke.
  • Nik G. 12.09.2019 08:18
    Highlight Highlight Ja die Welt wird nicht untergehen. Wohin soll sie denn gehen?! Aber wir zerstören unsere Existenz wenn wir so weiter machen. Die Erde wird dies schlussendlich nicht stören. Unser dasein ist ja nur etwa 5 Minuten von einer ganzen Stunde. Trotzdem, wenn wir unser Vermächtnis weiterführen wollen, müssen wir alle etwas dagegen tun. Die Menschheit macht zwar hässliche Dinge aber die guten Taten übertreffen die Schlechten und die gilt es zu bewahren für viele weitere Generationen. Unser Planet ist Wunderschön!
  • TheRealDonald 12.09.2019 07:35
    Highlight Highlight Und einmal mehr - und immer wieder - wird unsere Lebensgrundlage durch die unendliche Geld- und Machtgier von solchen Typen gefährdet. Warum nur kommen immer wieder solche Idioten an die Macht? Warum lässt sich die breite Bevölkerung immer wieder von diesen Egoisten blenden und meint, diese würden im Sinne des Allgemeinwohls handelt. Welche verrückte Welt...!
  • Auric 12.09.2019 07:34
    Highlight Highlight Wo er recht hat, hat er recht.

    Im übrigen steht noch 84% vom Amazons den die Portugiesen vor 500 Jahren zum ersten mal gesehen haben, und die alles vernichtenden Brände die die Lunge der Erde zerstört haben... (alles Märchen) waren dieses Jahr wegen der Trockenheit gerade mal 4 % grösser als der Schnitt der letzten 20 Jahre. Die Hauptursache warum Brasilien durch unsere Medien gezogen wird ist die Tatsache das die neue Regierung die staatlichen Zuschüsse für all die NGOs gestrichen hat.
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  • MarGo 12.09.2019 07:23
    Highlight Highlight Die Welt steht am Abgrund - machen wir einen Schritt vorwärts...
    • Auric 12.09.2019 07:42
      Highlight Highlight Nö, der Menschheit ging es geschichtlich gesehen noch nie so gut.
    • MarGo 12.09.2019 10:00
      Highlight Highlight Von welchem Teil der Welt sprichst du gerade?
      Und ich meine auch "die Welt" - nicht die Menschheit...
    • Auric 12.09.2019 11:00
      Highlight Highlight du meist wenn die Vogonen kommen dann werden sie die Erde von der schlimmsten aller Seuchen dem Homo Sapiens befreien?

      Dann ist klar, helfe ihnen und fang mit Dir an!
    Weitere Antworten anzeigen
  • leu84 12.09.2019 07:23
    Highlight Highlight Ein Mimimi-Politiker dieser Aussenminister. Wenn seine brasilianische Erde vom Regen und Erosion davonschwimmt, dann wird er vielleicht noch erleben, was man meint mit "Schutz für unseren Planeten". Der Amazonas ist das eine Problem. Schlimmer ist die Situation in Venezuela, aber da hat Brasilien auch kein Interesse, besser Status Quo.
  • b4n4n4j03 12.09.2019 07:22
    Highlight Highlight Ja es ist ein angrif auf die suveränität dieser staaten, denn wir sollten den amazonas als internationales territorium deklarieren. Damit wir diese deppen hindern können den wald noch weiter zu roden.
    Die uno könnte dann "parkranger" stellen um das teretorium zu beschützen...
    • Auric 12.09.2019 07:44
      Highlight Highlight vom Brasilianischen Regenwald stehen nach 500 Jahre Rodung noch 84%, was steht von den Europäischen Wäldern??

      im Glashaus bitte nicht mit Steinen werfen.
    • Entenmann 12.09.2019 08:01
      Highlight Highlight Das ist nicht Ihr Ernst?

      Und wen meinen Sie mit "wir"? Europäische oder gar schweizerische Soldaten?

      Der einzige Weg ist wirtschaftlicher Druck, namentlich Verzicht auf Importe brasilianischer Landwirtschaftsprodukte.
  • Sherlock_Holmes 12.09.2019 07:16
    Highlight Highlight Es verhält sich im Grunde genommen genau umgekehrt.

    Die territoriale Souveränität schliesst die Verantwortung für den brasilianischen Regenwald im Namen der Weltgemeinschaft mit ein.

    Dies hat nichts mit Kolonialismus zu tun, sondern gilt für jedes Land der Erde.

    Genauso haftet Brasilien – wie jedes Land auch – für grenzüberschreitende Schäden und Folgen.

    Entsprechende Prozesse sind zwar komplex und schwierig zu führen – jedoch einzig eine Frage der Zeit und des internationalen Drucks.
  • Gogl Vogl 12.09.2019 07:02
    Highlight Highlight Es müssen endlich Persönlichkeitsrechte für die Natur eingefordert werden!

    Die Zerstörung unser aller Lebensgrundlage zugunsten einiger untergräbt langfristig die Souveränität aller.

    Das ewige Wachstum der Wirtschaft auf Kosten der Natur ist definitiv zum Krebsgeschwür ausgewachsen.

    Ich für meinen Teil werde brasilianische Agrarerzeugnisse boykottieren.

    Pachamama FTW!
  • Alice36 12.09.2019 06:54
    Highlight Highlight Ja lieber Bolsonaro die Welt, so wie wir sie kennen, ist auf dem besten Weg vor die Hunde zu gehen. Da könnt ihr lange davon schwafeln das Veränderungen zu jeder Zeit stattgefunden haben, was jetzt auf uns und die nächsten Generationen zukommt heben bis jetzt nur die Dino's erlebt. Die haben es aber 65 Mio. Jahre geschafft ohne ihre Umwelt zu zerstören. Anyway, wenn der Wald dann weg ist steht das Volk dann in der Schlange um in den Norden zu kommen. Ihre tollen Politiker sind dann allerdings schon dort.🤢
  • Input 12.09.2019 06:52
    Highlight Highlight Flugticketabgaben? Nein, man darf als Land keine Einzelgänge machen, nur internationale Regeln nützen.
    Länderübergreifender Schutz des Regenwalds? Nein, internationale Regeln sind moderner Kolonialismus.
    Verstehe einer die Logik dahinter...
  • ingmarbergman 12.09.2019 06:36
    Highlight Highlight Solange wir unsere Kühe und Schweine mit Soja aus Brasilien füttern, wird sich dort nichts ändern. Wieso auch, wir bezahlen die brasilianischen Bauern ja dafür, den Wald zu roden.
    Wenn wir wirklich etwas tun wollen, sollten wir kein Fleisch aus Massentierhaltung kaufen.
    • Auric 12.09.2019 07:38
      Highlight Highlight Am grünen Wesen soll die Welt genesen?
  • jinglejanglee 12.09.2019 06:15
    Highlight Highlight volldeppen, diese brasilianischen "volksertreter"! schlürft seinen caipi, isst gerne churrasco (so wie er aussieht) und kümmert sich einen scheiss um seine umwelt. dass mit der brasilianischen neuen politik nicht nur die natur und biodiversität zerstört werden sondern auch menschen, das kratzt diese geldgierigen politiker einen scheiss! aber was soll man von solchen trumpisten, rassisten und marktwirtschaftlich erzogenen lümmeln schon erwarten...
    • Auric 12.09.2019 07:35
      Highlight Highlight Du hast voll den Durchblick !

      Respekt!!

      Und all die Infos aus deutschsprachigen Medien!!!
    • jinglejanglee 12.09.2019 15:20
      Highlight Highlight danke!!!! 😘
  • hämpii 12.09.2019 05:45
    Highlight Highlight Ich würd sagen, da haben wir zwei neue Raketenwissenschaftler am Start! ^^
    • Auric 12.09.2019 07:41
      Highlight Highlight Ich weiss von einer die ist Dr. der PHYSIK ! und zeigt mit ihrer Energiewende weniger Physikwissen als der durchschnittliche Schweizer Schüler...
    • hämpii 13.09.2019 05:25
      Highlight Highlight Ah ja? Spannend...

Ein Paar in Brasilien pflanzte 20 Jahre lang Bäume – und lebt jetzt in einem Wald

Es ist eines der grössten Aufforstungsprojekte der Welt: Das Ehepaar Salgado pflanzte in 20 Jahren einen 68 Millionen Quadratmeter grossen Wald. Sie haben bewiesen, dass der Klimawandel nicht nur gestoppt, sondern auch rückgängig gemacht werden kann.

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