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Two rare, 18-day-old white lion cubs squirm their way through a photo session with their new American hosts, illusionists Siegfried, left, and Roy, Thursday, May 2, 1996, in Las Vegas. A tiger attacked magician Roy Horn of the duo ''Siegfried and Roy'' during a Friday night performance at The Mirage hotel-casino, authorities said. Roy was attacked at the throat, said Clark County Fire spokesman Bob Leinbach. He was taken to University Medical Center; Leinbach did not know his condition. (KEYSTONE/AP Photo/Lennox McLendon)

Roy Horn (rechts) zusammen mit Siegfried 1996 in Las Vegas. Bild: AP

Tiger, Tricks und Tragik: Magier Roy Horn an Covid-19-Erkrankung gestorben



Seine Ärzte nannten es «ein Wunder», dass Roy Horn die schweren Verletzungen nach dem Angriff seines weissen Tigers Mantecore überhaupt überlebte. Im Mirage-Hotel in Las Vegas hatte der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur und Magier am 3. Oktober 2003 in seinen 59. Geburtstag hineingefeiert.

Wenige Stunden später lag der dunkelhaarige Zauberer bei der abendlichen «Siegfried & Roy»-Show lebensgefährlich verletzt auf der Bühne. Nach schwerem Blutverlust, Schlaganfällen und einer Gehirnoperation hatte er sich nie mehr vollständig erholt. Sein langjähriger Partner, der in Rosenheim geborene Siegfried Fischbacher, wurde zum Betreuer.

Nun hat ihn die Lungenkrankheit Covid-19 das Leben gekostet. Horn starb am Freitag (Ortszeit) in Las Vegas an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, wie Sprecher Dave Kirvin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Er wurde 75 Jahre alt. «Heute hat die Welt einen der Grossen der Magie verloren, aber ich habe meinen besten Freund verloren», sagte Fischbacher (80) in einer Mitteilung.

FILE - In this Feb. 18, 2012, file photo, Roy Horn, of Siegfried & Roy, arrives at the Keep Memory Alive 16th Annual

Horn starb am Freitag (Ortszeit) in Las Vegas an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, im Alter von 75 Jahren. Bild: AP

Bekannt nach Tiger-Unfall

Der tragische Tiger-Unfall hatte die vielfach preisgekrönten «Meister des Unmöglichen» in den vorzeitigen Ruhestand gezwungen, es war das abrupte Aus für das gefeierte Magier-Duo «Siegfried & Roy», das in der amerikanischen Casino-Stadt mit ihren Illusionen und Tier-Tricks über Jahrzehnte Millionen Fans begeistert hatte. Roy Horn war nach dem Unfall halbseitig gelähmt.

Der Entertainer lernte langsam wieder gehen, wenn auch schleppend und auf einen Stock gestützt. Bei seltenen öffentlichen Auftritten war er auch im Rollstuhl zu sehen. Im Mai vorigen Jahres hatte das Duo noch Siegfrieds Münchner Heimat und den Tegernsee besucht. Horn machte dort eine Stammzellentherapie mit Eigenblut. «Wir hoffen, dass er sich durch die Therapie wieder besser bewegen kann», sagte Fischbacher damals der «Bild»-Zeitung.

Doch ausserhalb seines Domizils in der Wahlheimat Las Vegas wurde Horn in den letzten Jahren immer seltener gesehen. Ausnahmen waren der traditionelle Fassanstich zum Oktoberfest im Hofbräuhaus der Casino-Stadt oder ein Besuch bei den exotischen Grosskatzen im «Secret-Garden»-Gehege des Mirage-Kasinos, das längst zur Touristenattraktion geworden ist.

Geboren als Uwe Ludwig Horn

Auf Facebook postete Horn für seine Fans gelegentlich Fotos von ihrem Alterssitz «Little Bavaria» am Stadtrand von Las Vegas, einem riesigen Anwesen mit zahlreichen Raubkatzen und anderen Tieren.

Seine Liebe zu exotischen Tieren hatte der am 3. Oktober 1944 geborene Uwe Ludwig Horn schon früh entdeckt. In den Nachkriegsjahren flüchtete er in eine Tier-Traumwelt. Ein Gepard namens «Chico» im Bremer Zoo wurde zu seinem besten Freund. Nach dem Abbruch der Schule heuerte er als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff an, wo er Fischbacher traf.

Zusammen tingelten sie mit Zauber- und Tiertricks durch kleinere Theater, bis ihnen in den Sechzigerjahren in Monaco der internationale Durchbruch gelang. 1967 kamen sie erstmals nach Las Vegas, ab 1970 waren sie dort drei Jahre im Stardust zu sehen. 1988 handelten sie mit dem Mirage-Hotel den bis dahin dicksten Millionen-Deal in der Geschichte der Kasinostadt aus. Mit einem explosiven Mix aus Zauberei und exotischen Tieren, darunter seltenen weissen Tigern, hielt das Duo in den Jahren 1989 bis 2003 Millionen Fans in Atem.

Liebe zu Wildkatzen

Roys Liebe zu den Wildkatzen war ungebrochen, auch nach dem Angriff von Mantecore. Er gab dem weissen Tiger keine Schuld - im Gegenteil. Nach dem Tod der Raubkatze im Jahr 2014 schrieb der Dompteur auf Facebook, sein «geliebter 17 Jahre alter weisser Tiger, Freund und Bruder» sei gestorben. «Er war es, der mich in Sicherheit gezogen hat, nachdem mir auf der Bühne wegen schwachen Blutdrucks schwindlig geworden war. Er hat mich da rausgeholt, so dass mir die Notärzte helfen konnten.» Mantecore habe ihm nur zur Hilfe kommen und ihn wegtragen wollen, beteuerte er in Interviews.

Mit einem letzten Zaubertrick hatte sich das Duo im März 2009 endgültig vom Showbusiness verabschiedet. Nur zehn Minuten dauerte die magische Show bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Hotel-Casino Bellagio.

Mit schleppenden Schritten trat Horn in einem schwarzen Umhang und einer Maske vor dem Gesicht auf die Bühne. Der weiss gekleidete Fischbacher betrat einen von zwei leeren Glaskäfigen, die verhängt wurden. Als Horn die Tücher wegzog, befand sich der Tiger Mantecore an seiner Stelle in dem Behälter, Fischbacher sass im anderen Käfig. Am Ende zogen Siegfried und Roy ihre Masken ab, winkten ins Publikum und warfen Handküsse. Grosse Abschiedsworte gab es nicht. (sda/dpa)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bildung & Aufklärung 10.05.2020 00:03
    Highlight Highlight Dass ein jedes Lebewesen ein unabdingbares Recht auf sein Leben und seine Freheit hat, diesen essentiellesten und simpelsten Grundsatz haben leider viele immernoch nicht verstanden.

    Selbst will jeder natürlich ein jeder frei sein und respektvoll behandelt werden und erwartet das auch.

    Anderen Lebewesen steht man das selbe aber nicht zu. "Sind ja nur Tiger!"... "Sind ja nur Schwarze!" ...

    An Widerspruch, Dummheit und Armseeligkeit schlicht nicht zu überbieten.

  • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 22:45
    Highlight Highlight Tierquäler welcher damit sein Geld verdiente stirbt?

    Mitleid hält sich in äussersten Grenzen.

    Und alle Schmalspur"denkenden" welche jetzt wieder irgend n' Scheiss entgegnen wollen von wegen "aber die Tiere hatten genug zu essen" oder sonst was dummes:

    Tiere gehören nicht in Käfige und als Amüsment vorgeführt und abgerichtet etc. Und Wildtiere sowieso schon überhaupt gar nicht. Aber wer das nicht versteht, hat sowieso noch einen sehr langen Weg vor sich und hat einfach Null Empathie und Mitgefühl und gehört selbst mal zum Spass in Käfige. (Mensch ist biologisch schlicht ein Tier).
    • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 23:57
      Highlight Highlight Ja, wenn jemand die reine Wahrheit spricht und sich für Schwächere ohne Stimme einsetzt, hasst man ihn gerne. Altbekannt.

      Hoffe allen, welche es cool finden, Tiere so auszubeuten, zu quälen, zur Schau zu stellen etc., dass ihr in einem nächsten Leben auch als so ein Tier geboren werdet und zur Belustigung und Geldscheffelei von skrupellosen Menschen auch so behandelt werdet.
      Nichts als gerecht und vielleicht setzt dann mal ein gewisser Denkprozess ein und die eiskalte Empathielosigkeit schwindet.

      Vielleicht wird der Siggi jetzt ja als Tanz-Tiger in eine Tierzucht im Zirkus geboren :-).
    • sweeneytodd 10.05.2020 09:17
      Highlight Highlight Ich kann deine Argumentation absolut verstehen, trotzdem müssen wir beachten, dass gewisse Tierarten nur überlebt haben, weil sie in Zoo's gehalten wurden und wieder ausgewildert wurden. Woher Siegfried und Roy ihre Tiger haben weiss ich nicht, aber diese sind in Gefangenschaft geboren, die könnte man nicht mehr auswildern, die wären schlichtwegs verhungert in der Wildnis.
  • Glenn Quagmire 09.05.2020 12:21
    Highlight Highlight RIP Roy....Konnte nie viel anfangen mit euch, aber die Show in Vegas war trotzdem super!

    Haben die Simpsons eigentlich auch Corona vorausgesagt?
  • GoldjungeKrater 09.05.2020 11:42
    Highlight Highlight Er war ein grossartiger Künstler. Ich habe ihre Show mehrmals gesehen in Vegas!
    • Bildung & Aufklärung 10.05.2020 00:19
      Highlight Highlight Tiere zu quälen und in Käfige zu sperren ist keine Kunst, das ist armseelig.

      Dass einer wie du, welcher selbsterklärt ganz am egoistischen, unmoralischen, unhumanen Rand steht, das grossartig findet, mehrmals schaut und auch noch als Kunst tituliert, das passt wiedermal wie die Faust aufs Auge und ist nicht sehr erstaunlich.
  • Michael Scott 09.05.2020 10:27
    Highlight Highlight Endlich können die Tiger in Las Vegas in Ruhe leben.
    • DunkelMunkel 09.05.2020 11:26
      Highlight Highlight Da scheinst du ziemlich allein zu sein mit diesem Vorurteil.
    • Bi bildig sött me nid spaare 09.05.2020 20:08
      Highlight Highlight @DunkelMunkel

      Die Mehrheit der Menscheit ist ja auch nicht mit Intelligenz gesegnet.
      Ach,die armen Tiger wüssten ja gar nichts mit sich anzufangen,wenn sie nicht von barmherzigen Menschen in Gefangenschaft gehalten würden.
    • Michael Scott 09.05.2020 21:13
      Highlight Highlight @DunkelMunkel
      Tiger gehören bestimmt nicht auf eine Las Vegas Showbühne.
  • atorator 09.05.2020 09:35
    Highlight Highlight Wie Tiger King, nur in edel.
    • DerTaran 10.05.2020 13:17
      Highlight Highlight Ja, nach Tiger King hat das Ganze seine eigene Wendung bekommen.
  • Füürtüfäli 09.05.2020 09:16
    Highlight Highlight Fand es immer sehr korrekt, dass er den Tiger verteidigt hat und die Schuld bei sich gesucht hat.

    RIP Roy
    • goschi 09.05.2020 12:42
      Highlight Highlight aja...
      Die Kritik daran ist vor allem, dass er die tiger nicht als wilde tiere sieht, sondern vermenschlichte.

      Dass ein Tiger ein Raubtier ist und bleibt, gilt es zu akzeptieren, d.h. auch, dass er gefährlich sein kann.
      Darum ist der Tiger noch nicht Böse, aber eben doch einfach von Natur aus immer noch gefährlich.
    • Bildung & Aufklärung 09.05.2020 22:48
      Highlight Highlight Vermenschlichen ist falsch aber noch nicht per se das Problem. Eine Katze die nach draussen kann, ein artgerechtes Leben hat, aber deren Halter sie halt als menschlicher Freund sieht und mit ihr spricht und glaubt sie schaue mit ihm den Film im TV, hat wegen dem nicht ein schlechteres Leben.

      Die Kritik ist die verdammte Tierquälerei, welche solche Tiershows sind.

      Aus gutem Grund schaffen am laufenden Bande die Zirkusse (plural Zirkus? lol) Shows mit Tieren endlich ab.
    • Bildung & Aufklärung 10.05.2020 00:06
      Highlight Highlight Füürfüüfäli - Also wenn man ein Lebewesen einsperrt und missbraucht, sein Geld mit seiner Pein und Qual verdient und dann dieses Lebewesen, welches keinerlei Recht/Unrecht unterscheiden kann und rein nach seinem Trieb und seiner Natur lebt nicht beschuldigt für sein Verhalten, ist es sogar noch anzurechnen?

      Ja hoppla schorsch.
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