International
Deutschland

Nach Zeugenaufruf im Fall Maddie bisher kein Durchbruch absehbar

ARCHIV - 06.06.2007, Berlin: Kate und Gerry McCann zeigen waehrend einer Pressekonferenz ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine (Maddie). Im Fall des vor gut 13 Jahren verschwundenen britisch ...
Kate und Gerry McCann zeigen während einer Pressekonferenz im Jahr 2007 ein Bild ihrer verschwundenen Tochter.Bild: keystone

Nach Zeugenaufruf im Fall Maddie bisher kein Durchbruch absehbar

06.06.2020, 09:3206.06.2020, 15:32

Es gab Schlagzeilen und viele Hinweise – aber auch drei Tage nach der Bekanntgabe der Mordermittlungen gegen einen Deutschen im Fall des seit 13 Jahren verschwundenen Mädchens Maddie sind weitere Details nicht bekannt. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zum Durchbruch führen. Die Verteidiger des Verdächtigen wollten sich zunächst nicht äussern. Bekannt wurde aber, dass Zusammenhänge zu einem Fall in Sachsen-Anhalt geprüft werden.

Der aufsehenerregende Zeugenaufruf zur verschwundenen Maddie am Mittwochabend in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» nährt die Hoffnung, den Fall doch noch lösen zu können. Das damals dreijährige britische Mädchen Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 aus einer Appartementanlage im portugiesischen Ferienort Praia da Luz verschwunden. Die Ermittler vermuten, dass ein 43-jähriger Deutscher das Mädchen entführte und umbrachte. Es gibt viele Hinweise, aber die Beweiskette ist nicht geschlossen. «Für einen Haftbefehl oder eine Anklage reicht es noch nicht aus», sagte Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Freitag.

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatten am Mittwoch überraschend bekanntgegeben, dass der 43-Jährige in dem Fall unter Mordverdacht steht. Er ist mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft und sitzt derzeit in Kiel eine Haftstrafe ab, die das Amtsgericht Niebüll 2011 gegen ihn verhängt hatte. Dabei ging es um den Handel mit Betäubungsmitteln.

Strafregister des Mannes weist insgesamt 17 Einträge auf

Parallel ist wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn Untersuchungshaft angeordnet. Zuletzt verurteilte ihn das Landgericht Braunschweig am 16. Dezember 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft. Er hatte 2005, rund eineinhalb Jahre vor dem Verschwinden Maddies, in Praia da Luz eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Revision liegt beim Bundesgerichtshof.

Als Maddie in Praia da Luz an der Algarve verschwand, war der Mann 30. Er hielt sich zwischen 1995 und 2007 regelmässig in der Region auf, einige Jahre davon in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz. Sowohl in Deutschland als auch Portugal wurde er mehrmals straffällig. Laut «Spiegel» weist das Strafregister des Mannes insgesamt 17 Einträge auf.

Die Ermittler schliessen weitere bislang unbekannte Straftaten des Mannes nicht aus. Die Staatsanwaltschaft Stendal prüft mögliche Parallelen zwischen dem Fall Maddie und einem Fall in Sachsen-Anhalt. Dort verschwand am 2. Mai 2015 das fünfjährige Mädchen Inga aus Schönebeck. Es werde nach Anhaltspunkten für Zusammenhänge zum Fall Inga gesucht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. (viw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
2 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
iudex
06.06.2020 13:39registriert April 2020
Keine Beweise, aber 20min veröfftlicht bereits ein nicht einmal zensiertes Foto des Beschuldigten.
261
Melden
Zum Kommentar
2
Wegen Schnee: Dutzende Tote und Verletzte in Afghanistan
Heftige Schnee- und Regenfälle in Afghanistan haben in den vergangenen Tagen mindestens 61 Menschen das Leben gekostet und 110 weitere verletzt. Das teilte der zuständige Katastrophenschutz mit. Zudem zerstörten die Unwetter binnen drei Tagen rund 450 Häuser ganz oder teilweise, hiess es weiter. Es handele sich um vorläufige Zahlen. Einsatzteams seien in den betroffenen Regionen unterwegs, die Opferzahl könnte steigen.
Zur Story