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Tausende Schüler protestieren in Deutschland gegen neuen Wehrdienst

Teilnehmer einer Demonstration zum bundesweiten Schulstreik gegen die Wehrpflicht versammeln sich in Bremen.
Teilnehmer einer Demonstration zum bundesweiten Schulstreik gegen die Wehrpflicht versammeln sich in Bremen.

Tausende Schüler protestieren in Deutschland gegen neuen Wehrdienst

05.03.2026, 15:2305.03.2026, 15:23

Aus Protest gegen den neuen Wehrdienst sind heute in zahlreichen deutschen Städten Tausende Schülerinnen und Schüler auf die Strasse gegangen. Die Demonstrationen standen unter dem Motto «Schulstreik gegen Wehrpflicht». Seit Januar gilt ein neues Wehrdienstgesetz.

In der Hauptstadt Berlin zählte die Polizei rund 3'000 Teilnehmer. Die Veranstalter sprachen von 6'000 Demonstranten in Berlin und 50'000 in ganz Deutschland.

Auf Transparenten und Plakaten im Berliner Demonstrationszug stand etwa: «Sterben steht nicht auf dem Stundenplan», «Friedrich Merz an die Front» und «Ein kluger Kopf passt unter keinen Stahlhelm». In Sprechchören riefen die Jugendlichen: «Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht» und «Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft».

Auch in vielen weiteren Städten gab es Demonstrationen. In München gingen laut Polizei rund 600 junge Leute auf die Strasse. Im westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen waren grössere Kundgebungen unter anderem in Bonn und Düsseldorf geplant. In Hamburg wollten Schüler und Schülerinnen am späten Nachmittag demonstrieren.

Junge Leute fühlen sich übergangen

Hintergrund ist das Gesetz für den neuen Wehrdienst, das seit dem 1. Januar gilt. Alle 18-jährigen Männer und Frauen erhalten einen Fragebogen, mit dem ihre Eignung und ihre Motivation für die Bundeswehr erhoben wird. Männer müssen diesen verpflichtend ausfüllen. Sollte es dem Militär mit Hilfe des Fragebogens nicht gelingen, genügend Freiwillige zu gewinnen, behält sich die Regierung von Kanzler Friedrich Merz die Einführung einer sogenannten Bedarfswehrpflicht vor.

Die Bundesschülerkonferenz machte deutlich, dass sich viele Jugendliche bei dem Thema übergangen fühlten. Die Entscheidung sei «von oben» von der Politik gefällt worden, ohne vorher mit den jungen Menschen zu sprechen, kritisierte die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff, im ZDF-«Morgenmagazin». (sda/dpa)

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