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Timmy: Experten geben die Hoffnung für Ostsee-Wal auf

epa12850544 A handout photo made available by the non-profit marine conservation organization Sea Shepherd shows a beached whale lying in the waters of the Baltic Sea near Niendorf harbor in Timmendor ...
Gemäss Experten wird «Timmy» sterben.Bild: keystone

«Wir geben die Hoffnung auf»: Experten verkünden, dass Wal «Timmy» sterben wird

01.04.2026, 13:2601.04.2026, 14:08

Die Rettungsversuche für den vor der deutschen Ostseeküste erneut festsitzenden Buckelwal werden eingestellt.

An einer Pressekonferenz sprachen Experten davon, dass der Wal bald sterben wird. «Wir geben die Hoffnung hier eigentlich auf», sagte der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek.

Das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden, sagte der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, der von einem sehr emotionalen Tag sprach.

Es sei eine Sperrzone eingerichtet worden. Der Wal solle zur Ruhe kommen, um am Ende das Zeitliche segnen zu können. «Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht», sagte Backhaus.

Der Buckelwal liegt noch immer vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns in flachem Wasser. Bereits seit Anfang März war der Wal Behördenangaben zufolge immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen der Stadt Wismar. Das Tier liegt derzeit in der Kirchsee, einem Teil der Wismarbucht.

«Maximale Ruhe und Respekt»

Der Wal sei deutlich geschwächter, seine Atemfrequenz sei am Vormittag sehr unregelmässig und zum Teil im Abstand von mehr als vier Minuten gewesen. Die Brustflossen seien nah am Körper angelegt. «Die Reaktion auf uns, auf unsere Präsenz, war quasi null», sagte Baschek. Zudem seien die Bedingungen in der Bucht schlecht. Der Wasserstand werde weiter sinken, um rund 10 bis 15 Zentimeter. Das Tier liege jetzt deutlich freier.

«Wir müssten ihn so massiv animieren, was aussichtslos wäre, weil er die Kraft nicht mehr hat. Und die Erfolgschancen sind so gering, dass wir das als reine Tierquälerei empfinden würden», sagte Baschek. «Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebietet es auch, irgendwann dann mal ihn gehen zu lassen.» Realistisch gesehen habe der Wal am Morgen seine letzte Chance gehabt. «Die konnte er nicht nutzen.» (hkl/sda/dpa)

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