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Vier Tote in Potsdam: Keine Patienten, sondern Bewohner einer diakonischen Einrichtung

Die vier Opfer einer tödlichen Gewalttat in der deutschen Stadt Potsdam waren langjährige Bewohner in der diakonischen Einrichtung.



epa09167584 Police investigate in front of Oberlin care Clinic in Potsdam, Germany, 29 April 2021. German police arrested a woman on suspicion of killing four people on late evening of 28 April.  EPA/FILIP SINGER

Polizistinnen und Polizisten am Tatort in Potsdam, 29. April 2021. Bild: keystone

Die vier Opfer einer tödlichen Gewalttat in der deutschen Stadt Potsdam waren nach Angaben des Oberlinhauses langjährige Bewohner in der diakonischen Einrichtung. Zwei von ihnen hätten dort seit ihrer Kindheit gelebt, sagte Tina Mäueler, Bereichsleiterin Wohnen in den Oberlin Lebenswelten am Donnerstag. Nähere Angaben zur Identität wurden nicht gemacht. Zunächst hatte die Polizei davon gesprochen, die Leichen seien in einem Potsdamer Krankenhaus gefunden worden.

Bei der Tat war am Mittwochabend auch eine Frau schwer verletzt worden. Eine 51-jährige Mitarbeiterin wurde wegen dringenden Tatverdachts festgenommen.Die Toten und die Schwerverletzte waren laut Polizei in verschiedenen Zimmern gefunden worden. Die Polizei war kurz vor 21 Uhr am Tatort. Kriminaltechniker sicherten in der Nacht Spuren. Auch ein Notfallseelsorger war vor Ort. Am Donnerstagabend sollte eine Gedenkandacht stattfinden.

epa09167457 Gerlinde Helbing, wife of Director of the Association of Deaf people in Berlin and Brandenburg, places signs read 'Why murder innocent disabled people?' and 'Our sincere condolences' in front of Oberlin care Clinic in Potsdam, Germany, 29 April 2021. German police arrested a woman on suspicion of killing four people on late evening of 28 April.  EPA/FILIP SINGER

Gerlinde Helbling, die Frau des Präsidenten des Vereins für Taube von Berlin und Brandenburg legt am Tatort ein Schild nieder, 29. April 2021. Bild: keystone

Nach Angaben des diakonischen Anbieters Oberlinhaus kam es zu der Gewalttat im Thusnelda-von-Saldern-Haus. Es gehört zum Komplex des Oberlinhauses in Potsdam. Dies sei eine Wohnstätte für Erwachsene mit mehrfachen schweren Behinderungen.

Eine dringend tatverdächtige 51-jährige Mitarbeiterin sei festgenommen worden, teilten die Polizeidirektion West und die Staatsanwaltschaft Potsdam am frühen Donnerstagmorgen mit. Zum möglichen Motiv lägen noch keine Informationen vor. In verschiedenen Krankenzimmern einer Station seien die tödlich Verletzten sowie eine weitere schwer verletzte Person gefunden worden.

Die Mordkommission der Polizeidirektion West und die Staatsanwaltschaft Potsdam ermitteln zum Verdacht eines vorsätzlichen Tötungsdelikts. «Die Verletzungen aller Opfer sind nach bisherigen Erkenntnissen auf schwere, äussere Gewaltanwendung zurückzuführen», hiess es in der Mitteilung.

Der genaue Hergang und die Umstände der Tat seien bislang nicht geklärt und Gegenstand der laufenden Ermittlungen. «Derzeit finden umfangreiche Spurensicherungen statt», hiess es. Rechtsmediziner und die Staatsanwaltschaft waren demnach ebenfalls vor Ort.

Vor dem Komplex an der Rudolf-Breitscheid-Strasse in Potsdam-Babelsberg standen in der Nacht zum Donnerstag Polizeiautos und Krankenwagen. Kriminaltechniker mit Koffern gingen in ein Haus in der Nähe des Eingangs. Davor standen Polizisten. Auch ein Notfallseelsorger ging in das Gebäude, wie ein dpa-Reporter berichtete. Die Polizei war seit Mittwochabend kurz vor 21 Uhr im Einsatz.

Zu dem Komplex, auf dem sich die Tat ereignete, gehören neben einer Klinik Kitas und Schulen, Arbeitsplätze und Wohnbereiche für Menschen mit Behinderung und Beratungsstellen. Der Verein Oberlinhaus beschreibt sich auf seiner Website als diakonisches «Kompetenzzentrum für Teilhabe, Gesundheit, Bildung und Arbeit in der Region Berlin-Brandenburg». (sda/dpa)

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