Buckelwal «Timmy»: Experten geben Hoffnung auf – Obduktion geplant
Die Experten sind sich einig: Der gestrandete Buckelwal wird aller Wahrscheinlichkeit nach vor der Insel Poel sterben. Wie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz erklärt wurde, sind weitere Rettungsversuche sinnlos und seien «Tierquälerei».
Till Backhaus, der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, erklärte, dass es bereits Pläne für die Zeit nach dem Ableben des Wals gebe. Das Tier soll demnach in das Meeresmuseum nach Stralsund gebracht werden. Dieses Vorgehen sei üblich: Auch wenn an den Stränden von Mecklenburg-Vorpommern etwa eine tote Robbe gefunden werde, sei dies der Ablauf.
Burkard Baschek vom Meeresmuseum betonte, dass im Museum eine Obduktion des Wals durchgeführt werden soll, um Rückschlüsse auf die Todesursache und die Gründe der Verirrung des Tieres zu finden. Er erklärte, dass es ausdrücklich nicht um die Präparation des Tieres oder die Erhaltung seines Skeletts für Ausstellungszwecke gehe.
Wal-Drama in der Ostsee: Experten stehen weiterhin vor offenen Fragen
Bisher sei vollkommen unklar, an welchen Krankheiten das Tier leidet. Auch auf eine zeitliche Prognose wollten sich die Experten bei der Pressekonferenz nicht festlegen: Der Wal könne noch fünf Tage leben – vielleicht aber auch noch mehrere Wochen.
Die Biologen erklärten, dass sie davon ausgehen, dass der Wal seine Orientierungsfähigkeit verloren habe. Auch, als er sich von der Sandbank befreien konnte, habe er nicht den Weg zurück in seine heimischen Gewässer gefunden.
Es sei ausserdem noch nicht geklärt, welche Rolle das Netz, das der Wal verschluckt haben soll, in der Tragödie spielt. Um vollkommene Transparenz zu gewährleisten, soll die Untersuchung des toten Tieres von externen Experten durchgeführt werden.
Der Buckelwal liegt noch immer vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns in flachem Wasser. Bereits seit Anfang März war der Wal Behördenangaben zufolge wiederholt an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar.
Der Buckelwal war in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) gestrandet. Es gelang dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde er vor Wismar in flachem Wasser gesichtet. Am Montagabend schwamm er von dort erneut los. Doch seit Dienstagmittag ist bekannt, dass er erneut festsitzt.
Verwendete Quellen:
- Pressekonferenz vom 1. April 2026
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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