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Karlspreis für Mario Draghi, früherer Präsident der Zentralbank Europas

«Grosses für Europa geleistet»: Karlspreis geht an Mario Draghi

17.01.2026, 13:3517.01.2026, 18:11

Für historische Verdienste um die europäische Einigung wird der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, mit dem Karlspreis 2026 ausgezeichnet. Mit dem ehemaligen italienischen Regierungschef ehre man eine Persönlichkeit, «die zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit Grosses für Europa geleistet hat», begründete das Karlspreis-Direktorium seine Entscheidung.

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Mario Draghi.Bild: keystone

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung. Er wird traditionell am Himmelfahrtstag verliehen, dieses Jahr am 14. Mai.

Die Botschaft aus Aachen: «Überwindet das Klein-Klein»

«Mario Draghi hat als Präsident der Zentralbank den Euro gerettet - fast im Alleingang, als er auf der Kippe stand», sagte der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet (CDU), der Deutschen Presse-Agentur. Draghi hatte 2012 auf dem Höhepunkt der Euro-Krise gesagt, die EZB werde tun, «whatever it takes» - was immer nötig ist -, um die gemeinsame Währung zu sichern. «Sein Wort »Whatever it takes« gilt heute mehr denn je», sagte Laschet. Draghi sei deshalb neben seinen historischen Verdiensten gleichzeitig hochaktuell.

Mit seinem Draghi-Report zur Wettbewerbsfähigkeit Europas habe er genau die Handlungsempfehlung vorgelegt, die Europa jetzt zur Stärkung seiner Wettbewerbsfähigkeit benötige. Denn wenn Europa nicht zum Spielball anderer Mächte werden wolle, müsse es wirtschaftlich stark sein - davon hänge alles andere ab. «Deshalb müsste »Whatever it takes« heute ein Leitmotto für die Kommission sein», erklärte Laschet. Die Botschaft des Karlspreisdirektoriums laute: «Überwindet das Klein-Klein. Setzt das um, was Mario Draghi in seinem Bericht gefordert hat.»

Draghi sieht Europa von inneren und äusseren Feinden bedroht

Der 78 Jahre alte Draghi zeigte sich in einer Videobotschaft «äusserst dankbar» für die Ehrung. «Diese Entscheidung kommt zu einer Zeit, zu der Europa viele Feinde hat - vielleicht mehr Feinde denn je, sowohl innere als auch äussere Feinde», sagte er. Um die Europäische Union zu bewahren, müssten die Europäer enger denn je zusammenstehen, mahnte er. «Wir müssen unsere selbst verschuldeten Schwächen überwinden. Und wir müssen stärker werden: militärisch, wirtschaftlich und politisch.»

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nannte Draghi einen herausragenden Europäer und würdigen Preisträger. Als EZB-Präsident und italienischer Ministerpräsident habe Draghi für Verantwortung, Zusammenhalt und ein wettbewerbsfähiges Europa gestanden, schrieb Wüst auf der Plattform X.

Adenauer und Churchill unter ersten Preisträgern

Der Karlspreis war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Aachener Bürgern gestiftet worden. Er ist nach Kaiser Karl dem Grossen benannt, dessen Frankenreich sich im Frühmittelalter über weite Teile Westeuropas erstreckte und der deshalb manchmal als «Vater Europas» bezeichnet wird. Seit vergangenem Jahr ist der Karlspreis mit einem Preisgeld von einer Million Euro verbunden, gestiftet von einem Aachener Ehepaar. Dieses Geld soll proeuropäischen Projekten zugutekommen.

Zu den ersten Preisträgern gehörten Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954) und der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill (1955). Im vergangenen Jahr ging der Preis an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Der letzte Italiener, der den Preis erhielt, war 2009 der Friedensvermittler und Gründer der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, Andrea Riccardi. (hkl/sda/dpa)

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