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AfD ist gemäss dem Politbarometer nun stärkste Kraft in Deutschland

Die AfD ist gemäss dem «Politbarometer» nun stärkste Kraft in Deutschland

17.04.2026, 10:5717.04.2026, 10:57

Die rechtspopulistische AfD ist nun auch im ZDF-«Politbarometer» erstmals stärkste Kraft in Deutschland.

Wenn am nächsten Sonntag der Bundestag – das deutsche Parlament – gewählt würde, käme die christdemokratische Union (CDU und CSU) laut Forschungsgruppe Wahlen nur noch auf 25 Prozent (minus 1 Prozentpunkt im Vergleich zu Ende März). Die AfD läge unverändert bei 26 Prozent.

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AfD-Chefin Alice Weidel.Bild: keystone

Die sozialdemokratische SPD – die Koalitionspartnerin der Union in der Regierung von Kanzler Friedrich Merz – würde nur noch zwölf Prozent (minus 1) erreichen und damit auf ihren Tiefstwert in dieser Umfrage fallen. Damit hätte die Koalition keine parlamentarische Mehrheit mehr.

Die Grünen könnten mit 14 Prozent (minus 1) rechnen, die Linke würde auf 11 Prozent (plus 1) zulegen. Die wirtschaftsliberale FDP, die in den vergangenen Monaten mangels ausreichender Nennungen nicht einzeln ausgewiesen wurde, käme auf drei Prozent. Für die repräsentative Umfrage wurden vom 14. bis 16. April 1355 Wahlberechtigte befragt.

YouGov sieht noch grösseren AfD-Vorsprung

Die Forschungsgruppe Wahlen ist nicht das erste Institut, das die AfD vor der Union sieht. Auch in aktuellen Umfragen von YouGov, Insa und Forsa sind die Rechtspopulisten stärkste Kraft, bei Insa und Forsa liegen sie jedoch eher knapp vorn. Am stärksten ist der Vorsprung vor der Union bei YouGov: Bei der Sonntagsfrage kommt die AfD hier auf 27 Prozent (plus 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat), während die CDU/CSU um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent abrutscht.

epa12771835 People hold a placard depicting Bjoern Hoecke and reading 'never again - no stage for AFD' is seen during a protest against an event organized by the AFD party to which AfD facti ...
Trotz Protesten ist die AfD auf einem aufsteigenden Ast.Bild: keystone

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge.

Unzufriedenheit mit der Regierung wächst

Parallel dazu sinkt die Zufriedenheit mit Regierung und Kanzler im ZDF-«Politbarometer» auf ein Rekordtief. Nach 34 Prozent Ende März zeigen sich jetzt nur noch 27 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden mit der Arbeit der Regierung. 63 Prozent stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus. Nur noch 18 Prozent halten die Kooperation innerhalb der Koalition für gut, 73 Prozent nehmen sie dagegen als schlecht wahr.

Auch die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Merz (CDU) hat weiter zugenommen. 65 Prozent bescheinigen ihm schlechte Arbeit (Ende März: 57), nur 30 Prozent gute Arbeit (März: 38), darunter mehrheitlich nur die Anhängerschaft der CDU/CSU. Ebenfalls viel Kritik gibt es an Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), dessen Leistung 29 Prozent als gut und 58 Prozent als schlecht beurteilen, sowie an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die nur für 19 Prozent einen guten Job macht (schlecht: 64 Prozent). (dab/sda/dpa)

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180 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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H.P. Liebling
17.04.2026 11:19registriert September 2018
Die Entnazifizierung hat versagt. Und wer behauptet, die AfD sei nicht rechtsextrem, hat sich weder mit der Partei, noch mit dem Programm, noch mit deren Exponenten auseinandergesetzt.
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JBV
17.04.2026 11:43registriert September 2021
Überraschend ist es nicht.

Wir schlittern von einer grossen Krise in die andere. Extremisten (ob links oder rechts) wissen Krisenzeiten für ihre Zwecke zu nutzen. Das ist bekannt.

Hinzu kommt das die meisten Menschen in den westlichen Demokratien nicht mehr positiv in die Zukunft schauen können. Wird es den Kindern einmal besser gehen? Nur wenige werden diese Frage noch mit Ja beantworten. Die grosse Mittelschicht kämpft nur noch um den Erhalt ihres Wohlstands. Fürchtet den sozialen Abstieg. Extremisten schlagen Kapital aus dieser Situation.
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Verbesserer
17.04.2026 12:28registriert Mai 2020
Wer glaubt mit der AFD eine bessere Regierung zu haben irrt. Die politischen Parteien stehen sich am nächsten und streben nur um die Macht. Was danach kommt ist nicht was sich die Mehrheit der wählenden wünschen.
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