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Möglicher Merkel-Nachfolger: Armin Laschet.
Möglicher Merkel-Nachfolger: Armin Laschet.Bild: keystone

«Weil Rumänen und Bulgaren eingereist sind»: Ministerpräsident tritt ins Corona-Abseits

18.06.2020, 09:32

Armin Laschet, Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW), steht in der Kritik. Der Grund ist eine ausgesprochen fragwürdige Antwort, die er der ZDF-Journalistin Nicole Diekmann am Mittwoch auf ihre Fragen zum Corona-Ausbruch beim Fleischereibetrieb Tönnies gab.

Diekmann fragte ihn, was der Ausbruch des Virus' über die Lockerungen aussage. Laschet hatte in den vergangenen Wochen immer wieder offensiv für ein Zurückfahren der Corona-Schutzmassnahmen geworben und in seinem Bundesland auch sehr weitgehende Schritte beschlossen.

Auf die Frage von Diekmann erwiderte Laschet: «Das sagt darüber überhaupt nix aus.» Und dann folgte ein Nebensatz, der es in sich hat:

«Weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt.»

Es folgten dann noch ein paar Ausführungen darüber, dass solche Ausbrüche überall in Deutschland passierten und es überall ähnliche Regelungen gäbe.

Rassismus, Trumpismus – viel Kritik an Laschet

Die Journalistin teilte ein Video, das die Aussage Laschets zeigt, auf Twitter – und löste damit viele Reaktionen aus. Politikerinnen wie Renate Künast und Katrin Göring-Eckardt sowie der Satiriker Jan Böhmermann zeigten sich empört darüber, dass Laschet die Schuld für den Ausbruch bei «Rumänen und Bulgaren» suchte.

Wer ist nochmal für Arbeits- und Wohnbedingungen in NRW zuständig?

Auch eine weitere Aussage Laschets wurde kritisiert. Der Ministerpräsident hatte abschliessend betont, der Ausbruch habe nichts mit den Lockerungen, sondern «mit der Unterbringung von Menschen und Arbeitsbedingungen in Betrieben» zu tun.

Völlig richtig, sagen einige User dazu. Aber: Wer ist nochmal politisch verantwortlich für diese beiden Faktoren in Nordrhein-Westfalen?

Zur Erinnerung: Clemens Tönnies, der auch Aufsichtsratsvorsitzender beim Fussballclub Schalke 04 ist, hatte den Bundesentwicklungsminister 2019 während eines Vortrags beim Tag des Handwerks aufgefordert, mehr Kraftwerke in Afrika zu finanzieren. «Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, wenn wir die nämlich elektrifizieren, Kinder zu produzieren.» Die Aussage war von vielen als rassistisch kritisiert worden, darunter die Justizministerin Lambrecht (SPD), Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress sowie der ehemalige Schalker Spieler Gerald Asamoah.

Nicht sein einziges Problem

Laschet, der gerne CDU-Chef werden und somit die Union 2021 als Kanzlerkandidat anführen möchte, hat derzeit ohnehin schon mit einer stark sinkenden Zustimmung zu kämpfen. In der am vergangenen Sonntag vom WDR veröffentlichten Umfrage «NRW-Trend» zeigten sich nur noch 46 Prozent der Befragten mit Laschets politischer Arbeit zufrieden, 45 Prozent waren unzufrieden. Bei der letzten Erhebung im April waren noch 65 Prozent der Befragten mit dem stellvertretenden CDU-Chef zufrieden und lediglich 30 Prozent unzufrieden gewesen.

(om/watson.de)

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11 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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fidget
18.06.2020 09:59registriert Dezember 2018
Ich glaube die Sache mit dem Bundeskanzler kann Laschet langsam aber sicher vergessen.
Tönnies schiebt vermutlich genug Geld zu den richtigen Leuten, dass diese Ausbeutung von Billiglohnarbeitern weiter geht.
In der gestrigen Ausgabe des heute-journals auf ZDF wurde die Unterbringung gezeigt. Das ist menschenunwürdig. Erschreckend fand ich auch die Menge an Schweinen, die dort geschlachtet werden. 46'000 Stück täglich! Das ist nur noch krank. Und das alles nur für Billigfleisch in den Discountern.
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Varanasi
18.06.2020 10:25registriert August 2017
Da kommst du nach Deutschland um den grössten Sch...job zu machen, wirst mies bezahlt, in menschenunwürdigen Unterkünften untergebracht und dann sollst du auch noch Schuld an der Verbreitung von Corona in den Fleischfabriken sein.
Diese Aussage von Laschet ist einfach nur schäbig. Aber was will man nach der HeinsbergStudie auch anderes von ihm erwarten.
Und auch Tönnies ist ja nun auch kein unbeschriebenes Blatt, was fremdenfeindliche Aussagen angeht.
Aber Hauptsache das Fleisch ist billig und der Profit gross.
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Ty€uro$ign
18.06.2020 10:24registriert Februar 2014
Ich will mir gar keine Welt ohne Merkel vorstellen :(
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