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President Donald Trump talks with reporters before boarding Air Force One for a trip to Los Angeles to attend a campaign fundraiser, Tuesday, Feb. 18, 2020, in Andrews Air Force Base, Md. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump

Donald Trump: Wäre er unter Umständen bereit, Assange zu begnadigen? Bild: AP

Donald Trump soll Julian Assange Begnadigung für Gegengeschäft angeboten haben



US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge Wikileaks-Gründer Julian Assange eine Begnadigung angeboten, wenn er im Gegenzug versichert, dass sich Russland 2016 nicht in den US-Präsidentschaftswahlkampf eingemischt habe.

Wie die britische Nachrichtenagentur Press Association (PA) am Mittwoch berichtete, verwies Assanges Verteidigung vor einem Londoner Gericht auf ein Dokument, wonach der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher Assange das Angebot des Präsidenten unterbreitet hatte.

In dem Dokument erklärte Assanges Anwältin Jennifer Robinson, Rohrabacher habe Assange in London aufgesucht und ihm gesagt, dass er «auf Anweisung des Präsidenten» eine «Begnadigung oder einen anderen Ausweg» anbiete. Im Gegenzug solle Assange versichern, dass Russland «nichts mit den geleakten E-Mails der Demokratischen Partei» zu tun habe. Die Richterin liess laut Press Association das Dokument als Beweismittel zu.

Rep. Dana Rohrabacher, left, with his son, Christian arrives to drop his ballot in Costa Mesa, Calif., Tuesday, Nov. 6, 2018. Rohrabacher is matched against Republican-turned-Democrat Harley Rouda in the 48th District where the GOP has a 10-point registration edge. Rohrabacher was first elected three decades ago as a Reagan Republican, but he's been campaigning as a maverick willing to defy both parties. (AP Photo/Damian Dovarganes)

Dana Rohrabacher soll Assange in London aufgesucht haben. Bild: AP/AP

Der 48-jährige Wikileaks-Gründer sitzt seit Monaten im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, davor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt. Zur Voranhörung zu seinem Auslieferungsverfahren wurde er am Mittwoch per Videolink aus dem Gefängnis zugeschaltet.

Bis zu 175 Jahre Haft

Die USA verlangen seit Jahren die Auslieferung des Wikileaks-Gründers. Er ist in den USA wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Dem Australier drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. Die Anhörung zu Assanges Auslieferung beginnt am Montag. Eine Entscheidung dürfte erst in Monaten fallen.

Im Jahr 2010 hatte Wikileaks hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt. Sie enthielten hochbrisante Informationen über die US-Einsätze in dem Land, darunter über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen.

2016 dann veröffentlichte Wikileaks während des Wahlkampfs tausende E-Mails der Demokratischen Partei, die der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton schweren politischen Schaden zufügten. Die US-Geheimdienste kamen später zu dem Schluss, dass sich russische Hacker Zugang zu den Servern der Demokratischen Partei verschafft und die E-Mails an Wikileaks weitergeleitet hätten. In der Anklage gegen Assange geht es allerdings nur um die 2010 veröffentlichten Dokumente.

Weisses Haus dementiert

Das Weisse Haus wies die Erklärung von Assanges Anwältin Robinson zurück. Trump kenne Dana Rohrabacher «so gut wie nicht», erklärte Sprecherin Stephanie Grisham. Der Präsident habe mit dem ehemaligen Abgeordneten nie über das Thema oder über andere Themen gesprochen. Der Bericht sei eine «reine Erfindung». (sda/afp)

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Trumps Rede an die Nation

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Carl Gustav 20.02.2020 21:28
    Highlight Highlight Trump hat auch Fidel kontaktiert:
    Castro bekommt Ivanka, wenn er bestätigt, dass Elisabeth Warren seine Tochter ist...
  • MartinZH 20.02.2020 14:28
    Highlight Highlight Geht es jetzt um ein "Dokument", wie hier im Bericht explizit steht, oder um "Beweismaterial" (Zeugen, Gespräche, o.ä.), so wie das britische, US-amerikanische und deutsche Medien schreiben? 🤔

    Im Prinzip – vorausgesetzt der Inhalt ist wirklich dermassen explizit – geht es nicht um ein Angebot ("Deal"), sondern um Erpressung!

    Die Weltöffentlichkeit kennt das ja bereits von Trump: Einfach wieder ein "Quid pro quo" – diesmal einfach in einem anderen Zusammenhang.

    Ich denke aber, so lange das "Beweismaterial" nicht publik ist, kann man das m.E. "von aussen" unmöglich abschliessend beurteilen.
  • Gawayn 20.02.2020 07:44
    Highlight Highlight Ein Kinderrätsel:
    "Wenn im Wald ein Baum umfällt. Aber niemand sieht oder hört es. Macht es dann auch krach?"
    Antwort:
    Ja auch dann macht es Krach.

    Und ja Donald. Auch wenn du alle dazu bringst für dich zu lügen.
    Zeugen einschüchterst oder nicht zu Wort kommen läßt.
    Dokumente verschwinden läßt.
    Oder für Falschaussagen Leute bestichst.
    Ja du hast dann trotzdem gelogen und betrogen...
    • sowhat 20.02.2020 10:37
      Highlight Highlight Gawayn, das ist schon richtig, es ist ihm nur egal.

      Oden nein, er freut sich drüber.
  • Gummibär 20.02.2020 01:42
    Highlight Highlight .....Trump kenne Dana Rohrabacher «so gut wie nicht»

    Immer wenn Trump jemanden so gut wie nicht kennt stellt sich später das Gegenteil heraus. Aber auch dieser Versuch, Assange zu erpressen, wäre für die Republikanische Senats-Mehrheit in Ordnung, weil er ja nicht zum Erfolg geführt hat. Wer A sagt wird auch B sagen.
  • [CH-Bürger] 20.02.2020 00:56
    Highlight Highlight ich habe auch einen Vorschlag...
    ich biete Trump an, er darf das Amt des POTUS niederlegen - vorausgesetzt, er gibt zu, dass er seit Amtsantritt 14000 Mal NICHT gelogen hat!
    • Gawayn 20.02.2020 12:10
      Highlight Highlight Wäre auch korrekt.
      Mittlerweile sind es über 16'000 mal..
  • MartinZH 20.02.2020 00:38
    Highlight Highlight Ein "Quid pro quo" – typisch Trump!
  • Pana 19.02.2020 23:45
    Highlight Highlight Wieviel mal pro Jahr kann man eigentlich ein impeachment durchführen? Ist das wie beim "Challenge" im Tennis?
    • THEOne 20.02.2020 07:16
      Highlight Highlight würd eh nix bringen. es herrscht auch da das double jeopardy, heisst du kannst nicht 2x mal für das gleiche verurteilt werden. bsp, du hast einen mord begangen, wurdest aber freigesprochen aus gründen. dann gibts neue, einwandfreie beweise, dass du den mord begangen hast. du wurdest aber schon freigesprochen für diesen mord, ergo; kein prozess mehr.... usa.... land der begrenzten intelligenz.
  • Lowend 19.02.2020 23:11
    Highlight Highlight Freiheit für ein Folteropfer gegen einen falschen Persilschein?

    Trump scheint wirklich in Zahlungsschwierigkeiten zu stecken, denn bei Pornosternchen hat er wenigstens noch Geld vom Spesenkonto seines Beraters geboten.
  • sowhat 19.02.2020 23:07
    Highlight Highlight Natürlich hat 45 das nicht gemacht, er würde nie so etwas unmoralisches fordern.

    Und den Mann der das erzählt hat, hat er sicher noch nie gesehen, kennt er kaaaum.

    Und beim vorigen Artikel über die Begnadigungen gabs doch tatsächlich die Frage warum er das gemacht hat.

    🤦‍♀️🤦‍♂️
  • MartinZH 19.02.2020 23:03
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • sowhat 20.02.2020 10:32
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Relativ Subjektiv 20.02.2020 10:58
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • MartinZH 20.02.2020 13:47
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • sven m m jakal 19.02.2020 22:45
    Highlight Highlight Gängige Praxis, wenn Staaten im Unrecht sind!
    Je peinlicher die an Haaren herbeigezogen Anschuldigungen sind, desto mehr führen diese für diese Staaten zum Erfolg und die unschuldigen Whistleblower ins Verderben.
    Dieses "Spiel" kennen die Behörden nur zu gut.
    Dies sind keine Ausnahmen sondern bewährte Taktik in Fällen, wo sich der Staat angegriffen oder selbst überführt sieht, leider!
  • Flie 19.02.2020 22:23
    Highlight Highlight Wäre ich Assange würde ich es machen. Genau deshalb bin ich aber wohl nicht Assange.
    • weissauchnicht 19.02.2020 23:52
      Highlight Highlight Also wie, Du würdest jemandem Vertrauen, der bekanntermassen morgen genau das Gegenteil davon tut, was er heute verspricht?
      Du glaubst, dass jemand selbst nicht lügt, der von Dir erwartet, dass Du für ihn lügst?
    • DrDeath 20.02.2020 00:15
      Highlight Highlight Wenn du die Wahl hast, durch einen Pakt mit dem Teufel dein Leben zu retten, oder als Märtyrer zu sterben, was machst du dann? Irgendjemand hat mal gesagt, der Teufel sei ein Advokat. Soll heissen, wenn man sich mit dem Teufel einlässt, gewinnt niemand ausser dem Teufel. Trump hat schon bewiesen, dass er mit juristischen Winkelzügen umgehen kann und absolut skrupellos ist. Darum würde es Assange mit ihm wohl genauso gehen.
    • Flie 20.02.2020 11:27
      Highlight Highlight Na ja es wäre zumindest einen Versuch wert. Was hat er zu verlieren, schau dir mal an wie er zugerichtet wurde. Die ganze Welt wüsste, dass er nur aussagt für den Deal. Ich möchte jedenfalls nicht zu fucking 175 Jahren verurteilt werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dom Fisch 19.02.2020 22:22
    Highlight Highlight Da zeigt sich wieder einmal wie falsch die Geschichte ist. Wie soll er das auch nur ansatzweise garantieren können? Gar nicht, hätte nur das stabile Riesenego gestärkt...
  • milkdefeater 19.02.2020 22:22
    Highlight Highlight Also mir ja von einigen Kommentatoren im letzten Artikel über dieses Thema vorgeworfen, WikiLeaks zu politisieren und in Frage zu stellen. Wenn die im Artikel erwähnte Anschuldigung aber stimmt, ist mein Verdacht mehr als berechtigt.
    • Neruda 19.02.2020 22:37
      Highlight Highlight Also soll WikiLeaks Dokumente nicht veröffentlichen, nur weil sie von den Russen kommen? Soll die Clinton sich halt an die Gesetze und Vorschriften halten, dann hätte sie auch nicht zu befürchten gehabt. WikiLeaks soll eben genau alle Dokumente veröffentlichen, unabhängig davon, woher sie stammen.
      Lustig ist ja, die Politiker argumentieren immer, wir sollen keine Angst vor Überwachung haben, wenn wir nichts verbrochen haben. Aber genau die gleichen Politiker jammern jetzt rum, wenn man sie überwacht. Warum? Haben doch auch nichts zu verbergen ihr ehrlichen Politiker, oder?
    • milkdefeater 19.02.2020 22:48
      Highlight Highlight Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was meine Antwort auf deine Frage ist. Was ich aber weiss, ist, dass ein System wie WikiLeaks sich instrumentalisieren lässt, und das passiert erfahrungsgemäss öfter durch Leute, die es mit der Moral nicht so genau nehmen.
    • So oder so 19.02.2020 23:55
      Highlight Highlight @milkdefeater: Es sind genug Leute abgesprungen als es eine Assange Show wurde - seit da wird es schwer mit der Seriosität bei Wikileaks - geht Richtung Personenkult. So etwas liegt nicht drin bei Whistleblower wo solch Heikles Material ankommt - Geheimdienste nehmen dich da auseinander. Die Veröffentlichung der Clinton Mails, geschäftlich ein Fehler - wer vertraut dir noch Dokumente an wen er nicht weiss ob du Politik damit machst, oder bereits Manipulierbar/Erpressbar bist.
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  • Ka R. Ma 19.02.2020 22:21
    Highlight Highlight ...und trotzdem wird er im November wieder gewählt

    ...leider
    • Kruk 20.02.2020 03:36
      Highlight Highlight Nein.

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