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Die Zukunft von TikTok ist in den USA offenbar gesichert

TikTok CEO Shou Zi Chew sits before the 60th Presidential Inauguration in the Rotunda of the U.S. Capitol in Washington, Monday, Jan. 20, 2025. (Kevin Lamarque/Pool Photo via AP)
TikTok-Geschäftsführer Shou Zi Chew war Anfang 2025 an der Trump-Amtseinführung.Bild: keystone

Die Zukunft von TikTok ist in den USA angeblich gesichert – das sind die Folgen

Die Trump-Regierung hat sich laut Medienberichten auf einen Deal mit dem Regime in Peking geeinigt. Mittendrin: grosse US-Techkonzerne.
19.12.2025, 06:5119.12.2025, 08:31

Ein Vertrag über eine neue Firma für das US-Geschäft der populären Video-App TikTok soll Medienberichten zufolge nach monatelangem Tauziehen unterzeichnet werden. Und zwar am 22. Januar 2026.

TikTok-Chef Shou Chew habe dies Mitarbeitenden in einer E-Mail mitgeteilt, schrieben unter anderem die Website «Axios» und der Finanzdienst Bloomberg.

Laut den aktuellen Berichten habe sich die chinesischen Regulierungsbehörden jedoch noch nicht dazu geäussert, ob sie der Transaktion zustimmen werden.

Was bedeutet das?

Auf den Betrieb von TikTok ausserhalb der USA dürfte das Geschehen keine Auswirkungen haben.

FILE - In this July 21, 2020 file photo, a man opens social media app 'TikTok' on his cell phone, in Islamabad, Pakistan. (AP Photo/Anjum Naveed, File)
Pakistan-Social Media
Das Logo der populären Video-App.Bild: keystone

Zu den Investoren des geplanten amerikanischen Joint-Venture gehören – wie bereits bekannt war – der Software-Konzern Oracle, sowie die Finanzfirmen Silver Lake aus den USA und MGX aus Abu-Dhabi.

Sie sollen «Axios» zufolge rund 45 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen halten. Weitere rund 20 Prozent sollen beim bisherigen Eigentümer, dem in China ansässigen Bytedance-Konzern liegen – und rund ein Drittel der Anteile bei bisherigen internationalen Investoren von TikTok, hiess es. Die Transaktion soll demnach am 22. Januar abgeschlossen werden.

Was soll das bringen?

Das amerikanische Joint Venture werde als unabhängige Einheit agieren und die Bereiche Datenschutz, Inhaltsmoderation und Algorithmen-Sicherheit kontrollieren. Der neue, mehrheitlich aus Amerikanern bestehende Verwaltungsrat bestehe aus sieben Mitgliedern.

Die im Memo des TikTok-CEO dargelegten Bedingungen lassen ByteDance gemäss den Berichten die Möglichkeit offen, die Kontrolle über wichtige Teile des US-amerikanischen TikTok zu behalten.

«Die begehrten Inhaltsalgorithmen von ByteDance gelten als zentral für das Geschäftsmodell von TikTok. Laut der kürzlich vom Weissen Haus vorgestellten Version des Deals soll ByteDance seine KI-Empfehlungstechnologie an die neu gegründete US-amerikanische TikTok-Niederlassung lizenzieren.»
quelle: bloomberg.com

Die neue US-Firma werde dafür verantwortlich sein, «den Algorithmus für Inhaltsempfehlungen anhand von US-Nutzerdaten neu zu trainieren». Damit soll sichergestellt werden, dass der Inhaltsfeed von 170 Millionen amerikanischen TikTok-Nutzerinen und -Nutzern «frei von Manipulationen von aussen» sei.

Sprich: Die Trump-Regierung verschafft sich die Möglichkeit, direkt zu kontrollieren, welche Inhalte auf der chinesischen Social-Media-Plattform in Zukunft stärker verbreitet werden – und welche nicht.

Trump verhinderte das Aus

Da der bisherige TikTok-Mutterkonzern Bytedance seine Zentrale in Peking hat und damit direkt unter der Kontrolle des chinesischen Regimes steht, hing die Zukunft der App in den USA seit Monaten in der Schwebe.

Das US-Geschäft hätte nach einem 2024 unter Präsident Joe Biden beschlossenen Gesetz eigentlich bis zum 19. Januar 2025 von Bytedance abgetrennt werden müssen – oder die App in den USA vom Netz gehen. Präsident Donald Trump setzte jedoch gleich zu seinem Amtsantritt im Januar die Umsetzung des Gesetzes aus und verlängerte die Gnadenfrist seitdem immer weiter.

Nach Trumps Angaben holte er auch bei der chinesischen Regierung schon vor Monaten eine Zustimmung für die Übergabe des US-Geschäfts von TikTok ein.

Das von China kontrollierte Unternehmen expandierte zuletzt in den USA aggressiv im E-Commerce und Live-Shopping und ging Partnerschaften mit grossen amerikanischen Techkonzernen wie Amazon ein.

Quellen

(dsc/dab)

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