DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Wenn du einen Satz zu viel vom Teleprompter abliest ... screenshot: twitter

«Von einem Samsung-Gerät gesendet»: Moderatorin enthüllt Zensur mit peinlichem Versprecher



Eine ägyptische TV-Moderatorin hat mit einem peinlichen Versprecher nach dem Tod von Ex-Präsident Mohammed Mursi womöglich Einblick in die strikten Zensurmethoden des Landes gewährt. Ihren Bericht zum Tod des früheren Spitzenpolitikers las sie von einem Teleprompter ab - und schloss mit dem Satz: «Von einem Samsung-Gerät gesendet.»

Beobachtern zufolge war es ein klarer Hinweis darauf, dass Wortlaut und Details über Berichte zum Tod des 67-Jährigen von höchster Ebene diktiert wurden - verschickt per Smartphone an Redaktionen im Land. Samsung zählt zu den meist genutzten Herstellern von Smartphones in Ägypten.

«Praktisch alle Medien in Ägypten brachten die gleiche 42-Wort-lange-Meldung über den Tod von #MohammedMorsi. Sie wurde von einem Regierungsvertreter per Smartphone an die Newsredaktionen verschickt. Dieser TV-Moderatorin, die von einem Teleprompter ablas, beendete sogar ihren #Morsi-Bericht mit: ‹Von einem Samsung-Gerät gesendet.›»

Stefan Simanowitz, Amnesty International twitter

Der Tod Mursis, der seit seinem Sturz im Jahr 2013 inhaftiert war, blieb in ägyptischen Zeitungen nur eine Randnotiz. Laut der unabhängigen Online-Zeitung «Mada Masr» tauchte meist derselbe, 43 Wörter lange Bericht auf. Nur die private Zeitung «Al-Masry Al-Youm» berichtete über den Tod auf der Titelseite.

Im Artikel der englischsprachigen Online-Zeitung «Mada Masr» heisst es, die ägyptischen Medien seien zehn Minuten nachdem Mursis Tod im Spital festgestellt worden war, informiert worden. Die meisten Medien hätten aber auf offizielle Anweisungen gewartet, wie das Ereignis zu behandeln sei.

Ägyptens früherer Präsident Mursi ist am Montag gestorben. Wie das Staatsfernsehen meldete, brach Mursi bei einer Gerichtsanhörung zusammen und starb später im Spital.

Der islamistische Politiker hatte 2012 sein Amt als erster demokratisch gewählter Staatschef Ägyptens angetreten. Der Vertreter der heute in Ägypten verbotenen Muslimbrüder war aber schon bald mit Massenprotesten konfrontiert und wurde im Juli 2013 vom Militär unter Führung des heutigen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi gestürzt.

(oli/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Wegen drohendem Verkehrskollaps in Kairo: Ägypten plant neue Stadt

1 / 7
Wegen drohendem Verkehrskollaps in Kairo: Ägypten plant neue Stadt
quelle: x02182 / amr abdallah dalsh
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Konservative fahren in Madrid eindrucksvollen Wahlsieg ein

Die konservative Volkspartei (PP) hat mit ihrer Spitzenkandidatin bei der vorgezogenen Regionalwahl in der Hauptstadtregion Madrid, Isabel Díaz Ayuso, einen eindrucksvollen Sieg errungen. Laut Prognosen kam Ayusos PP am Dienstag auf 62 bis 65 der insgesamt 136 Sitze im Regionalparlament. Das wäre mehr als eine Verdoppelung ihres Ergebnisses von 2019.

Die linken Parteien konnten nach diesen Angaben nur mit insgesamt 56 bis 63 Sitzen rechnen und hätten damit keine Chance auf eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel