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epaselect epa05292960 Ousted Egyptian President Mohamed Morsi raises his hand during a trial session on charges of espionage, Cairo, Egypt, 07 May 2016. Reports state a Cairo court sentenced six defendants to death over charges of allegedly leaking classified documents related to national security to Qatar in exchange for payments. The court has yet to issue a verdict against ousted President Mohamed Morsi and three other co-defendants standing trial in the same case during another session scheduled for June.  EPA/KHALED ELFIQI

Mohammed Mursi ist offenbar während einer Gerichtsanhörung gestorben. (Archivbild) Bild: EPA/EPA

Ägyptens Ex-Präsident Mohammed Mursi ist tot



Ägyptens früherer Präsident Mohammed Mursi ist am Montag gestorben. Wie das Staatsfernsehen meldete, brach Mursi bei einer Gerichtsanhörung zusammen und starb später im Spital.

Mursi habe 20 Minuten lang vor dem Richter gesprochen, sagte ein Justizvertreter. Dabei habe er sich sehr aufgeregt und sei in Ohnmacht gefallen. Mursi sei schnell ins Spital gebracht worden, dort aber gestorben.

Der islamistische Politiker hatte 2012 sein Amt als erster demokratisch gewählter Staatschef Ägyptens angetreten. Der Vertreter der heute in Ägypten verbotenen Muslimbrüder war aber schon bald mit Massenprotesten konfrontiert und wurde im Juli 2013 vom Militär unter Führung des heutigen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi gestürzt.

FILE - In this May 20, 2012 file photo, then Muslim Brotherhood's presidential candidate Mohammed Morsi holds a rally in Cairo, Egypt. On Monday June 17, 2019, Egypt's state TV says the country's ousted President Mohammed Morsi, 67, collapsed during a court session and died. It said it occurred while he was attending a court trial on Monday on espionage charges. Morsi, who hailed from Egypt's largest Islamist group, the now outlawed Muslim Brotherhood, was elected president in 2012 in the country's first free elections following the ouster the year before of longtime leader Hosni Mubarak. (AP Photo/Fredrik Persson, File)

Mohammed Mursi während des Wahlkampfes im Jahr 2012. Bild: AP/AP

Mursi wurde nach seinem Sturz inhaftiert, vor Gericht gestellt und in mehreren Prozessen unter anderem wegen der Tötung von Demonstranten bei Protesten gegen seine Herrschaft und wegen angeblicher Spionage für Katar zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.

Ein gegen ihn verhängtes Todesurteil wurde wieder aufgehoben. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der enge Beziehungen zu Mursi unterhalten hatte, würdigte ihn als einen «Märtyrer».

Mursi war als Präsident Langzeitherrscher Husni Mubarak nachgefolgt, der im Februar 2011 nach Massenprotesten abtreten musste. Mursis Präsidentschaft war von Konflikten mit dem Militär, mit der Justiz und mit der Revolutionsjugend gekennzeichnet, die die Revolte gegen Mubarak getragen hatte.

Der Tod von Mursi wird bei den zahlreichen Anhängern der Muslimbrüdern viele Fragen aufwerfen. Erst kürzlich wurden die Haftbedingungen Mursis untersucht. Mit einem vernichtenden Resultat: Die Bedingungen seien derart schlecht, dass ein frühzeitiger Tod des Ex-Präsident befürchtet werden müsse, so die Untersuchungsergebnisse. (sda/cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • G. Schmidt 18.06.2019 00:17
    Highlight Highlight Wow, scheint alle haben vergessen zu haben wie Mursi innert kürzester Zeit mit den Muslimbrüdern eine islamistische Autokratie durchsetzen wollte...

    Die Umstellung auf Demokratie funktioniert nicht in allen Ländern von einem auf den anderen Tag
  • Kladyr 17.06.2019 22:53
    Highlight Highlight Wer sich für die Gruppen während den Protesten beim Sturz von Mursi interessiert, dem empfehle ich den Film "Clash". Alle versch. Gruppen von Verhafteten in einem Kastenwagen. Toller Film.
  • Dong 17.06.2019 19:00
    Highlight Highlight Mursi hat vom Westen nie Unterstützung bekommen - da wird der Ruf nach Demokratie immer ganz leise, wenn andere Kulturen (v. a. in ölreichen Gegenden) Selbstbestimmung wollen.

    Fairerweise sollte man zudem anmerken, dass wohl auch die Russen froh waren, dass die Muslimbrüder weg waren...
  • honesty_is_the_key 17.06.2019 18:37
    Highlight Highlight Mein herzliches Beileid an die Familie von Mohammed Mursi.

    Ich war immer sehr hin und her gerissen was ihn anbelangt hat. Er hat sicherlich Fehler gemacht, aber er wurde meiner Meinung nach völlig unfair behandelt und unberechtigerterweise eingesperrt.

    Nach der Jahrzehntelangen Herrschaft von Hosni Mubarak habe ich die sehr kurze Regierungszeit von Mursi als Chance für eine positive Wendung für Aegyptens Zukunft wahrgenommen. Mit Al-Sissi sind wir wieder beim Status Quo.

    Schade für das ägyptische Volk und generell für die Menschenfreiheit und Demokratie.
    • G.Oreb 17.06.2019 19:20
      Highlight Highlight Man hat bei uns immer nur schlechtes über ihn gehört. Wie kamst du zu deiner grundsätzlich positiven Einstellung ihm gegenüber? Was hat er gut gemacht? Ich möchte dir keineswegs widersprechen, sondern meine vermutlich einseitige Meinungsbildung erweitern.
    • El Vals del Obrero 17.06.2019 19:45
      Highlight Highlight Man hatte wohl einfach die Wahl zwischen Regen und Traufe.

      Mursi wäre wohl ungefähr eine Erdogan-Kopie geworden. Mit Al-Sissi hat man dafür eine Mubarak-Kopie und alles war umsonst.
    • Dong 17.06.2019 19:51
      Highlight Highlight Mursi wurde hierzulande auch schlechtgeredet. Allerdings kommt das durchaus vor, dass die demokratische Regierung nach der Diktatur noch korrupter ist als das Regime zuvor.
      Der springende Punkt ist aber, dass andernorts (Irak, Syrien, Libyen) so ziemlich alles mit dem Kampf gegen die Diktatur gerechtfertigt wird, und wenn dann mal ein Land den Diktator selber losgeworden ist umarmen wir den neuen Diktator, der diesem Spuk ein Ende Macht.

      Unterm Strich denke ich, die Muslimbrüder waren eine zu grosse Gefahr für den (internat.) Status Quo, als dass die Weltmächte das tolerieren konnten.
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