Trump macht sich über Grönland-Verteidigung lustig: «Haben Schlittenhunde»
In Venezuela erzwingen die USA aktuell gewaltsam einen Regierungswechsel und erweitern ihre lange Liste imperialistischer Eingriffe um einen weiteren Punkt. Die Trump-Administration belässt es aber nicht dabei und stimmt sich rhetorisch auf einen möglichen nächsten Zugriff ein: auf Grönland.
Jüngst schrieb die Ex-Regierungsberaterin und Influencerin Katie Miller in einem Capslock-Post: «BALD!» Dazu zeigte sie eine Karte Grönlands, eingefärbt mit der US-Flagge. Miller hat insofern noch politischen Einfluss, als sie die Frau des Vize-Stabschefs Stephen Miller ist.
Grönland bleibt für Trump wichtig
Auch Trump äusserte sich noch einmal zu Grönland. Im Interview mit dem Magazin «Atlantic», das er kurz nach dem Angriff auf Venezuela führte, betonte er: «Wir brauchen Grönland absolut.» Die strategische Bedeutung der Insel sei gross, jedoch sei sie auch von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. «Dänemark wird das nicht schaffen, das kann ich Ihnen sagen», sagte er.
Im selben Gespräch schob er Witze über Dänemark nach. «Wissen Sie, was Dänemark jüngst gemacht hat? Um die Sicherheit in Grönland zu verstärken, haben sie einen Hundeschlitten hinzugefügt. Es ist wahr. Sie dachten, das war eine grossartige Verstärkung.»
Trump:
— Clash Report (@clashreport) January 5, 2026
You know what Denmark did recently to boost up security on Greenland? They added one more dog sled. It’s true.
They thought that was a great move. pic.twitter.com/G97IpqtBfi
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen reagierte darauf direkt, wie die Nachrichtenagentur Ritzau meldete. In einer Mitteilung rief sie die USA dazu auf, «mit den Drohungen gegen einen historisch engen Verbündeten und ein anderes Volk aufzuhören, das deutlich gesagt hat, dass es nicht zum Verkauf steht.»
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hatte sich zuvor bemüht, die Wogen zu glätten. «Lassen Sie mich zunächst ganz ruhig und ganz klar sagen, dass es weder Grund zur Panik noch zur Beunruhigung gibt», schrieb er auf Facebook. Der Post Millers ändere «rein gar nichts», so Nielsen und fügte hinzu: «Unser Land steht nicht zum Verkauf, und unsere Zukunft wird nicht durch Beiträge in sozialen Medien entschieden.»
Trumps Äusserungen sind alles andere als überraschend. Bereits 2019, während seiner ersten Amtszeit, machte er erstmals öffentlich den Vorschlag, Grönland zu kaufen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Friederiksen wies das als absurd zurück. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit wiederholte Trump den Anspruch, aus angeblich sicherheitspolitischen Interessen. Er drohte unter anderem damit, wirtschaftliche und militärische Mittel einzusetzen.
Grönland-Interesse hat mehrere Gründen
Das Interesse an Grönland fusst auf mehreren Motiven. Einerseits sorgte der Klimawandel dafür, dass Gletscher in der Arktis schmelzen, was neue Seewege eröffnet. Die Präsenz Russlands und Chinas ist für die US-Regierung ein Problem, das es zu unterbinden gilt, wie Trump in seinem «Atlantic»-Interview verdeutlichte.
Das macht Grönland zu einem Schlüsselposten zur Machtsicherung der USA. Hinzu kommen die Vorkommen an seltenen Erden, Öl, Gas und Uran und die machtpolitische Wirkung, die sich nicht nur im eigenen Land, sondern auch global entfaltet, sollte es zu einem Zugriff kommen.
