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Ohne Dänemark: USA wollen laut Bericht direkten Draht nach Grönland

Ohne Dänemark: USA wollen laut Bericht direkten Draht nach Grönland

23.11.2025, 15:2323.11.2025, 16:16
People at a demonstration march ending in front of the US consulate, under the slogan, Greenland belongs to the Greenlandic people, in Nuuk, Greenland, Saturday March 15, 2025. (Christian Klindt Soelb ...
Grönländer protestierten im März gegen eine US-Einmischung. (Archivbild)Bild: keystone

Die USA wollen einem Bericht zufolge die dänische Regierung umgehen, um direkte Kontakte zur Regierung Grönlands aufzubauen. Wie die Zeitung «Politiken» berichtet, hätten die USA seit April wiederholt versucht, ein Treffen mit dem grönländischen Regierungschef Jens-Frederik Nielsen zu organisieren – unter Ausschluss dänischen Regierungspersonals. Nielsen war im April dieses Jahres gewählt worden.

Politische Praxis im Königreich Dänemark ist, dass sowohl dänische als auch grönländische Vertreter bei Gesprächen präsent sein müssen, wenn es um Aussen-, Sicherheits- oder Verteidigungsfragen geht, die Grönland betreffen.

Die grönländische Regierung hätte den amerikanischen Wunsch nach einem bilateralen Treffen abgelehnt, so «Politiken» weiter. Die Zeitung beruft sich dabei auf Quellen aus den USA, Grönland und Dänemark. Das Weisse Haus äusserte sich auf eine schriftliche Anfrage der Zeitung bezüglich möglicher Treffen zwischen amerikanischen und grönländischen Vertretern nicht konkret, wiederholte jedoch die strategische Bedeutsamkeit Grönlands für die USA.

Kooperation mit den USA nicht ausgeschlossen

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres über Monate hinweg immer wieder Besitzansprüche auf die grösste Insel der Erde angemeldet. Die Debatte darüber ist zwar aktuell etwas abgeklungen, doch an Trumps Position hat sich seitdem nichts geändert. Die Eisinsel mit ihren knapp 56'000 Einwohnern ist weitgehend autonom, gehört aber offiziell zum Königreich Dänemark.

Nielsen schloss in der Vergangenheit auch nicht aus, dass man unter bestimmten Bedingungen für eine respektvolle Zusammenarbeit mit den USA offen sei. Eine Kooperation mit den USA schliesse ein engeres Heranrücken an die Europäer nicht aus. Das Wichtigste sei, dass sie der grönländischen Bevölkerung grösstmöglich nützte, so Nielsen. (sda/dpa)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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stronghelga
23.11.2025 15:55registriert März 2021
Trump erneuert seine Forderung, Grönland unter US-Kontrolle zu bringen, aber völkerrechtlich hat er null Grundlage. Grönland gehört zu Dänemark und hat ein starkes Selbstbestimmungsrecht, ohne Zustimmung Dänemarks und der grönländischen Bevölkerung geht gar nichts. Gewalt oder Druck wären klar völkerrechtswidrig. Kurz: Trumps „Anspruch“ ist politisches Muskelspiel, aber rechtlich völlig haltlos.
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Yoldi
23.11.2025 16:59registriert Juni 2021
Trump versucht verzweifelt von den Epstein-Akten abzulenken.

Zudem versucht Trump sich so viele Feinde wie möglich zu sammeln, eine der wenigen einzigartigen Leistungen, die mit seinem Intellekt möglich sind.
Nur gibt es dafür keinen Preis. Aber einen Eintrag in den Geschichtsbüchern als dümmster Präsident.
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Beluga
23.11.2025 17:10registriert Mai 2018
Eigentlich wäre ja die ganze Erde und das ganze All für Donnie strategisch wichtig, oder?
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