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Trump geniesse in diesem Fall keine präsidiale Immunität, entschied ein Bundesrichter in Washington.
Trump geniesse in diesem Fall keine präsidiale Immunität, entschied ein Bundesrichter in Washington.Bild: keystone

Klagen gegen Trump wegen Kapitolstürmung zulässig, er selbst spicht von einer «Hexenjagd»

19.02.2022, 13:11

Bei der juristischen Aufarbeitung der Erstürmung des US-Kapitols in Washington vor gut einem Jahr kann laut einem Gerichtsurteil auch der damalige US-Präsident Donald Trump vor Gericht gestellt werden. Trump geniesse in diesem Fall keine präsidiale Immunität, entschied ein Bundesrichter in Washington am Freitag (Ortszeit).

Gegen den Ex-Präsidenten haben mehrere Volksvertreter und Polizisten drei Klagen eingereicht, weil sie ihn direkt für die Gewalt verantwortlich machen.

Richter Amit Mehta entschied, diese Klagen seien zulässig, weil es sich bei Trumps Verhalten an diesem Tag um «inoffizielle Akte» gehandelt habe, die vollständig darauf abgezielt hätten, «für eine zweite Amtszeit im Amt zu bleiben». Trumps damalige, an tausende Unterstützer gerichtete Rede könne «vernünftigerweise» als «Aufruf zu kollektiven Taten» verstanden werden.

Fünf Menschen kamen ums Leben

Bild: keystone

Kurz nach Trumps Rede war eine Menge mit «Trump 2020»-Flaggen zum Sitz des US-Parlaments marschiert. Hunderte von ihnen verschafften sich gewaltsam Zutritt zu dem Gebäude. Fünf Menschen starben.

Zeitgleich kritisierte Trump seinen damaligen Vizepräsidenten Mike Pence im Onlinedienst Twitter dafür, dass er die offizielle Bestätigung des Wahlsiegs von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden nicht blockiert habe. Der Richter wertete dies als «stillschweigende Übereinkunft» des Präsidenten mit denjenigen Menschen, die das Kapitol stürmten.

Trumps Rolle wird untersucht

«Einem Präsidenten die Immunität bei zivilen Schäden zu verwehren, ist kein kleiner Schritt», hob Mehta in der 112 Seiten langen Begründung seiner Entscheidung hervor. «Das Gericht ist sich der Tragweite seiner Entscheidung durchaus bewusst.»

Trumps Rolle bei der Erstürmung des Kapitols wird auch durch einen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses untersucht. Trump weist die Anschuldigungen gegen ihn als «Hexenjagd» zurück.

Bereits am Donnerstag hatte Trump in einem anderen Fall eine Niederlage vor Gericht erlitten. Ein New Yorker Richter verpflichtete den Milliardär, im Zuge von Finanzermittlungen über sein Immobilienimperium unter Eid auszusagen. (viw/sda/afp)

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baba
19.02.2022 14:33registriert Januar 2014
ALLES ist bei dem Hexenjagd. Die Untersuchungen zu 1/6, die Untersuchungen zu seinem Finanzgebaren, die Impeachments...immer bloss "witch hunt".


Wird langsam langweilig und ist für mich etwas sehr viel Mümümü für den ehemals "mächtigsten 'Mann' der Welt".

Ich hoffe immer noch, dass ihm die Untersuchungen zu seinen Finanzen und Steuern das Genick bricht und wir ihn dereinst nicht nur oben in orange sehen! An diesem Tag knallen bei mir die Champagnerkorken 🍾.
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