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Russland stoppt Gaslieferung – österreichischer Kanzler trotzt

Russland stoppt Gaslieferung – österreichischer Kanzler: «Lassen uns nicht erpressen»

16.11.2024, 10:1116.11.2024, 10:11

Österreich erhält keine Gaslieferungen mehr aus Russland. Die Lieferungen seien am Morgen eingestellt worden, bestätigte am Samstag die Sprecherin des Energieunternehmens OMV, Sylvia Shin, der Deutschen Presse-Agentur. Frieren müsse niemand, versichert die Regierung.

Das Land habe aber vorgesorgt, so Bundeskanzler Karl Nehammer bereits am Freitagabend auf der Plattform X: «Niemand wird im Winter frieren», teilte er mit. Das russische Unternehmen Gazprom hatte den Lieferstopp mit nur gut zwölf Stunden Vorwarnung für Samstag 06.00 Uhr angekündigt. Hintergrund für das abrupte Ende ist ein Rechtsstreit zwischen beiden Firmen über Lieferunterbrechungen.

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Karl Nehammer.Bild: keystone

Ein Schiedsgericht hatte OMV diese Woche 230 Millionen Euro Schadenersatz zugesprochen. Das Unternehmen wollte die Summe mit laufenden Gazprom Lieferungen verrechnen, wie es mitteilte. Es hatte sich aber darauf eingestellt, dass Gazprom mit einem Lieferstopp reagieren würde.

Die österreichischen Gasspeicher seien deshalb gut gefüllt worden, sagte Nehammer. «Wir lassen uns nicht erpressen», sagte er. Moskau habe Österreich im Zuge des Ukraine-Krieges wegen EU-Sanktionen gegen Russland unter Druck setzen wollen. Österreich gehörte in der EU neben Ungarn und der Slowakei zu den wenigen Ländern, die noch Gas aus Russland bezogen. Für Österreich waren es insgesamt 80 Prozent der Gasimporte.

Alternative Lieferquellen

Österreich habe andere Lieferanten gefunden, und die Gasspeicher seien zu Beginn des Winters zu rund 90 Prozent voll, hiess es. Allein diese Menge reiche Österreich für rund ein Jahr. Das alternative Gas soll aus Norwegen, aus eigener Produktion oder in Form von Flüssigerdgas per Schiff über Deutschland oder Italien kommen. (sda/dpa)

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