International
Epstein-Affäre

Epstein-Anhörungen: Bill Clinton erinnert sich an ein Gespräch mit Trump

epa11839440 (L-R) Former US President Bill Clinton and former Secretary of State Hillary Clinton listen as President Donald Trump speaks after being sworn in as the 47th President in the US Capitol Ro ...
Hillary und Bill Clinton (Archivbild): Die früheren US-Politiker sagten unter Eid zum Fall Jeffrey Epstein aus.Bild: keystone

Epstein-Anhörung: Bill Clinton erinnert sich an ein Gespräch mit Trump

Bill und Hillary Clinton haben unter Eid über ihre Kontakte mit dem Sexualstraftäter Epstein ausgesagt. Videoaufnahmen der Befragungen wurden nun öffentlich.
03.03.2026, 07:2703.03.2026, 07:55
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Die Befragungen des früheren Präsidenten Bill Clinton und der ehemaligen Aussenministerin Hillary Clinton zum Fall Jeffrey Epstein sind veröffentlicht worden. Das US-Parlament stellte die Videoaufnahmen der Anhörungen von vergangener Woche online. Die Befragungen vor einem Kontrollausschuss des US-Repräsentantenhauses sollten zur politischen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals um den verurteilten Sexualstraftäter Epstein beitragen.

Mehrere US-Medien sichteten die stundenlangen Videos: Sie zeigen die unter Eid abgegebenen Aussagen der Clintons in einem Gebäude in Chappaqua im US-Bundesstaat New York, wo das Ehepaar lebt. Beide hatten betont, keine Kenntnis von Epsteins Straftaten gehabt zu haben. Bill Clintons Name und Bilder von ihm tauchen in Dokumenten zu den Epstein-Ermittlungen auf.

Former Secretary of State Hillary Clinton speaks outside the Chappaqua Performing Arts Center, after testifying before U.S. House lawmakers as part of a congressional investigation into convicted sex  ...
Nach ihrer Anhörung spricht Hillary Clinton zu den Medien.Bild: keystone

Bill Clinton erzählt von einem Gespräch mit Donald Trump

In seiner Anhörung erinnerte sich Bill Clinton an ein Gespräch, das er vor etwa 20 Jahren mit Donald Trump über Jeffrey Epstein geführt hatte. «Es war auf seinem Golfplatz», erklärte er mit Bezug auf das Treffen mit Trump. Während eines gemeinsamen Spiels habe Trump gewusst, dass Clinton in Epsteins Flugzeug mitgereist war. Clinton zitierte Trump mit den Worten: «Wir hatten über die Jahre eine tolle Zeit zusammen, aber wir haben uns wegen eines Immobiliengeschäfts zerstritten.» Trump habe zudem betont, dass ihm dieser Bruch leid tue.

Video: watson/X

Clinton gab vor dem Gremium an, dass Trump ihm gegenüber «nie etwas geäussert habe, was auf eine Verwicklung in unangemessene Aktivitäten im Zusammenhang mit Epstein hindeutete». Die «Washington Post» berichtete bereits 2019, dass der Streit zwischen Trump und Epstein den Kauf einer Villa in Florida betraf, an der beide interessiert waren.

Trump selbst hatte zuvor erklärt, der Bruch mit Epstein sei damals erfolgt, weil er ihn für einen «widerlichen Kerl» gehalten habe. Trump wurde von den Strafverfolgungsbehörden keinerlei Fehlverhalten vorgeworfen und er hat jegliche Anschuldigungen im Zusammenhang mit Epstein stets bestritten.

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Donald Trump äusserte sein Bedauern über die Befragung von Ex-Präsident Clinton.Bild: keystone

Clinton: Maxwell war eine «Bekannte»

Bekannt ist unter anderem, dass Epstein während Clintons Präsidentschaft mehrfach im Weissen Haus war und der Ex-Präsident wiederholt mit Epsteins Flugzeug reiste. Nennungen in den Akten allein gelten jedoch nicht als Beleg für Fehlverhalten. Bill Clinton selbst räumte ein, Anfang der 2000er Jahre für Reisen der «Clinton Foundation» Epsteins Flugzeug genutzt zu haben, betonte jedoch, keine Kenntnis von dessen Verbrechen gehabt zu haben.

Hillary Clinton gab an, sich nicht an ein persönliches Treffen mit Epstein zu erinnern, bezeichnete dessen Komplizin Ghislaine Maxwell jedoch als «Bekannte». Auf die Frage nach einer möglichen Begnadigung Maxwells wollte sich Bill Clinton nicht äussern. Er nannte die Situation jedoch «schwierig» und erwähnte, dass man mit Maxwell befreundet gewesen sei.

Vollständige schriftliche Transkripte der Anhörungen wurden bislang nicht veröffentlicht. Während demokratische Abgeordnete zuletzt eine umfassende Freigabe der Unterlagen forderten, kündigten die Republikaner an, die Videoaufzeichnungen so schnell wie möglich zugänglich zu machen.

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