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twitter syrischer pass journalist holland

Aus Ministerpräsident Mark Rutte wird Malek Ramadan.
Bild: twitter/haralddornboos

So einfach geht das: Journalist lässt sich einen syrischen Pass machen – mit dem Foto des holländischen Ministerpräsidenten



Für Flüchtlinge aus Syrien stehen die Chancen, in einem europäischen Land aufgenommen zu werden, derzeit vergleichsweise am besten. Darum ist es kein Wunder, dass der Handel mit gefälschten syrischen Pässen im Moment boomt. Wie einfach es ist, an ein solches Dokument heranzukommen, hat der niederländische Journalist Harald Doornbos bewiesen – und das auf ziemlich absurde Art und Weise.

«Das Einzige, was man braucht, ist die Telefonnummer von einem der vielen Fälscher und umgerechnet 750 Euro», schreibt der Reporter in seinem Artikel, den er für die Nieuwe Revu verfasst hat. Und so ist der Deal vonstatten gegangen: In einem einzigen Telefonat bespricht Doornbos mit den Fälschern die Formalitäten.

Ministerpräsident Mark Rutte bekommt einen gefälschten Pass

Anschliessend schickt er ihnen seinen Wunschnamen und ein Foto. Jedoch wählt er dafür weder ein Bild von sich selbst, noch von irgendeiner x-beliebigen Person – sondern eines des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte. Der erfundene Name enthält dieselben Initialen wie jener des Politikers: Er lautet Malek Ramadan.

Bevor die Fälscher das fertige Dokument losschicken, senden sie dem Journalisten ein Foto des Entwurfs via WhatsApp zu – damit auch wirklich alles stimmt. Nach insgesamt 40 Stunden hält Doornbos den gefälschten Pass in der Hand. Auf Twitter präsentiert er das Dokument und schreibt:

«Zum ersten Mal der Beweis, dass man einen gefälschten syrischen Pass kaufen kann: Für 825 Dollar kaufte ich in N-Syrien Pass und ID für Mark Rutte.»

Dass das Interesse an syrischen Pässen aktuell besonders gross ist, bestätigt auch die EU-Grenzschutzbehörde Frontex: «Viele Menschen besorgen sich in der Türkei gefälschte syrische Papiere, weil sie wissen, dass sie dann leichter Asyl in der EU bekommen», sagt Frontex-Chef Fabrice Leggeri im Gespräch mit dem Radiosender Europe 1. (viw)

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