Expats lassen Haustiere in Dubai zurück
Der neue Krieg im Nahen Osten sorgt dafür, dass nicht nur Touristinnen und Touristen Dubai und andere Orte der Region rasch verlassen, sondern auch Expats, die sich dort ein Leben aufgebaut haben. Um möglichst schnell ausreisen zu können, lassen offenbar viele ihre Haustiere zurück. Das melden verschiedene Organisationen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
«Aufgrund der aktuellen Situation sind einige Menschen gezwungen, die Vereinigten Arabischen Emirate plötzlich zu verlassen, und leider werden viele Haustiere zurückgelassen», schreibt etwa das Tierheim K9 Friends, das streunenden Hunden in den Vereinigten Arabischen Emiraten hilft, in einem Beitrag auf Instagram.
Es handelt sich laut der Organisation wohl vor allem um Tiere von Expats, die in die Emirate ausgewandert sind. In einem weiteren Beitrag heisst es:
Das Tierheim würde die Besitzerinnen und Besitzer auch dabei unterstützen, die Tiere mit nach Hause nehmen zu können.
Auch die 18-jährige Tas bietet ihre Hilfe im Internet an. Es gebe kein staatliches Heim, das Tiere im Notfall aufnehmen könne, sagt sie gegenüber «Bild». Tas lebt in Dubai und versucht über ihr Portal «UAE Animal Community», die seit Kriegsbeginn zurückgelassenen Hunde und Katzen zu vermitteln.
Die freiwillige Helferin erzählt gegenüber dem britischen «Telegraph» ausserdem, dass sich bei Tierärzten auch Personen melden würden, die «ihre gesunden Haustiere einschläfern lassen» wollten, da sie sich nicht um Umzugskosten oder den notwendigen Papierkram kümmern wollten.
Berichten zufolge werden einige Tiere zudem erst kurz vor der Grenze zum Oman zurückgelassen. Für die Einreise in das Land müssten Tiere geimpft sein, berichtet Tas gegenüber «Bild». Ausserdem verlangt der Oman einen Bluttest, der beweist, dass das Tier genügend Antikörper gegen Tollwut gebildet hat. «Die Blutwerte brauchen zwei bis drei Wochen – manche fahren einfach los und lassen dann das Tier zurück.»
Es koste rund 100 Euro (etwa 90 Franken), ein Tier im Flugzeug nach Deutschland mitzunehmen, so Tas gegenüber «Bild». Doch auch dafür werden ein Haustierpass sowie Impfnachweise benötigt. In etwa 50 Fällen habe Tas bereits Hilfe bei der Besorgung von Reisedokumenten angeboten – doch die Besitzer «wollen einfach nicht». (hkl)
