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Wegen dieses Plakats wurde eine polnische LGBT-Aktivistin verhaftet



Für was man nicht alles festgenommen werden kann... die polnische Aktivistin Elzbieta Podlesna wurde verhaftet, weil die Polizei in ihrer Wohnung Plakate der Jungfrau Maria gefunden hatten. Das Spezielle an den Bildern: Der Heiligenschein war mit Regenbogenfarben übermalt.

Das ist das Plakat:

Bild

bild: facebook

Der polnische Innenminister Joachim Brudzinski bestätigte am Montag auf Twitter, dass eine 51-jährige Person festgenommen wurde. Grund für die Festnahme: «Entweihung (bzw. Schändung) der Jungfrau Maria von Tschenstochau.» Niemand habe das Recht, die Gefühle von Gläubigen zu verletzen. Laut dem «Guardian» bestätigte auch eine Polizeisprecherin die Festnahme.

Warum reagieren Polens Katholiken so empört? Bei dem Bild handelt es sich um die «Schwarze Madonna von Tschenstochau». Seit sechs Jahrhunderten befindet sich das Ikonenbild im Kloster Jasna Gora und ist eine der heiligsten Reliquien Polens.

Aber warum wurde die Aktivistin festgenommen? Das Verletzen von religiösen Gefühlen ist in Polen verboten. Falls die 51-Jährige verurteilt wird, drohen ihr bis zu zwei Jahre Gefängnis. Podlesna hatte die Poster an Wänden rund um die Dominiks-Kirche in Plock aufgehängt. Gegenüber TVN24 sagte sie:

«Das ist keine Attacke auf die Religion und ganz sicher nicht auf den Glauben. Das ist keine Form der Attacke. Wie kann man jemanden mit einem Bild attackieren?»

Elzbieta Podlesna

Participants in a protest hold copies of the posters and a giant rainbow flag in support of Elzbieta Podlesna, in Warsaw, Poland, Tuesday, May 7, 2019. Rights groups and government critics in Poland are protesting Tuesday after police temporarily detained Podlesna, a human rights activist, for putting up posters depicting the country’s most revered Catholic icon with the LGBT rainbow on the halos of Mary and baby Jesus.  (AP Photo/Czarek Sokolowski)

Protestierende in Krakau. Bild: AP/AP

Brudzinski, der die Poster als «kulturellen Barbarismus» bezeichnete, als sie erstmals im April auftauchten, sagte: «Geschichten über Freiheit und ‹Toleranz› zu erzählen, gibt niemandem das Recht, Gefühle von Gläubigen zu verletzen.»

In knapp einem Monat wählen auch Polens Bürger anlässlich der Europawahl. Der Vorsitzende der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, warnte im Zuge des Wahlkampfs vor den «schädlichen» Einflüssen Westeuropas bezüglich liberalen gesellschaftlichen Werten:

«Wir haben es mit einem direkten Angriff auf die Familie und Kinder zu tun. Die Sexualisierung der Kinder, diese ganze LGBT-Bewegung ... Gender ... Das ist importiert. Sie bedrohen unsere Identität, unsere Nation, und deswegen auch den Polnischen Staat.»

Jaroslaw Kaczynski

(jaw)

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Regenbogenfarben in Zürich:

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Zurich Pride 2015
quelle: epa/keystone / walter bieri
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