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Unterseekabel beschädigt: Finnland setzt Schiff fest

Border Guard
Die finnische Küstenwache veröffentlichte dieses Foto des verdächtigen Schiffs.bild: x

Unterseekabel beschädigt: Finnland setzt Schiff fest

31.12.2025, 13:3831.12.2025, 14:43

Nach der Beschädigung eines Untersee-Kommunikationskabels in der Ostsee hat die finnische Küstenwache ein verdächtiges Schiff festgesetzt.

Wie die Polizei in Finnland mitteilte, meldete der Telekommunikationsanbieter Elisa am frühen Morgen einen Schaden in einem Kabel, das die finnische Hauptstadt Helsinki mit Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet. Estlands zuständige Ministerin Liisa Pakosta teilte mit, die Schäden hätten keine Auswirkungen für die Datenverbindungen im Land, da sie durch andere Kabel gesichert seien.

Ankerkette war ins Wasser gelassen

Die Küstenwache habe ein Schiff in der finnischen Wirtschaftszone festgestellt, das im Verdacht steht, den Schaden zuvor in der estnischen Zone verursacht zu haben. «Der Ankerkette des Schiffes war ins Wasser gelassen», hiess es in der Mitteilung der finnischen Polizei weiter. Finnische Behörden hätten das Schiff unter Kontrolle genommen, nachdem es zu einem sicheren Ankerplatz in finnischen Gewässern geleitet wurde.

Die Polizei ermittle nun wegen schwerer Sachbeschädigung, versuchter schwerer Sachbeschädigung sowie der schweren Störung des Telekommunikationsverkehrs.

Um welches Schiff es sich genau handelte, teilten die Behörden zunächst nicht mit. Der finnischen Zeitung «Helsingin Sanomat» zufolge soll es ein Frachter namens «Fitburg» sein, der vom russischen St. Petersburg aufgebrochen war mit dem Ziel Haifa in Israel. Estlands Regierungschef Kristen Michal sagte dem Sender ERR zufolge, es handle sich ersten Erkenntnissen nach nicht um ein Schiff der russischen Schattenflotte.

Finnlands Präsident Alexander Stubb teilte im Kurznachrichtendienst X mit, finnische Behörden hätten ein Schiff durchsucht, das im Verdacht stehe, einen Kabelschaden im finnischen Meerbusen verursacht zu haben. Die Situation werde in enger Abstimmung mit der Regierung beobachtet. «Finnland ist auf Sicherheitsherausforderungen verschiedener Art vorbereitet und wir werden entsprechend reagieren», so Stubb.

Hinter ähnlichen Vorfällen wird russische Schattenflotte vermutet

Der Vorfall erinnert an ähnliche Ereignisse vor gut einem Jahr. Am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 waren Schäden an dem zwischen Finnland und Estland verlaufenden unterseeischen Stromkabel Estlink 2 und mehreren Kommunikationskabeln aufgetreten. Die finnischen Behörden gehen davon aus, dass die Schäden von der Ankerkette des Tankers «Eagle S» verursacht wurden, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird.

Gegen den Kapitän und zwei weitere Besatzungsmitglieder wurde inzwischen Anklage erhoben. Unter Russlands Schattenflotte werden Tanker und andere Frachtschiffe verstanden, die Russland benutzt, um Sanktionen zu umgehen, die dem Land infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine auferlegt wurden. (sda/dpa)

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50 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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tss
31.12.2025 14:04registriert Juni 2020
Dies wäre als Kriegserklärung zu deuten. Sowie al diese Cyberangriffe. Aber selten haben solche attacken folgen für Putin.
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Der Lette
31.12.2025 14:05registriert Juni 2024
Mit Putin verhandeln? Wieder eine kleine Provokation mehr. Was früher als grosse Provokation angesehen wurde ist heute fast schon normal und eine fast vernachlässigbare Bagatelle. Nicht nur Putin muss eliminiert werden, sondern das ganze System, sonst hat Europa nie Ruhe vor den RuZZen.
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The man who shot liberty valance
31.12.2025 14:17registriert September 2020
Morgen startet das Jahr von Russlands Zusammenbruch, das ist jetzt relativ klar. Der Kreml versucht alles um von der Schlappe in der Ukraine abzulenken. Aber die Wirtschaft ist nicht leistungsfähig, das Militär auch nicht und von Freunden, wie sie die Ukraine hat, kann putin nur träumen. Ich sehe niemanden, der dieses Land retten will.
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