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Was ist wann und wo passiert? – Die Chronik der Pariser Terrornacht

Eine beispiellose Terrorserie erschüttert Frankreich: Bei sieben Anschlägen in Paris sterben in der Nacht auf Samstag mehr als 100 Menschen. Die Attacken beginnen praktisch zeitgleich, um 21.30 abends. Der Überblick.

21.30 Uhr: Blutbad im Bataclan

epaselect epa05023831 A general view of damage outside the Bataclan concert venue in Paris, France, 13 November 2015, where a gunman has reportedly taken people hostage. At least 26 people have died in attacks in Paris on 13 November after reports of a shootout and explosions near the Stade de France stadium.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Freitagabend am Boulevard Voltaire, in Paris' beliebtestem Ausgehviertel: Das Konzert der Band Eagles of Death Metal ist ausverkauft, rund 1500 Menschen befinden sich im Saal des Bataclan-Theaters.

Gegen 21.30 Uhr stürmen vier Bewaffnete den Saal und eröffnen das Feuer auf die Menge. Mindestens zehn Minuten schiessen sie um sich. Panik bricht aus. Die Band kann sich in den Backstage-Bereich retten.

21.30 Uhr: Explosionen beim Stade de France

Frankreich und Deutschland liefern sich ein Freundschaftsspiel. Die erste Halbzeit läuft. Präsident François Hollande ist da, auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier. 

Fast zeitgleich mit dem Angriff im Bataclan, kurz vor 21.30 Uhr, knallt es drei Mal, hör- und spürbar. Zunächst weiss niemand, was los ist. Das Spiel wird fortgesetzt. Hollande wird aus dem Stadion gebracht, die Ein- und Ausgänge abgeriegelt.

epa05023990 French president Francois Hollande at Stade de France, in Paris, France, 13 November 2015 at the moment of the attacks in Paris. At least 149 people have been killed in a series of attacks in Paris on 13 November, according to French officials.  EPA/Christelle Alix / Elysee palace handout   EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Hollande wird im Stadion über die Ereignisse informiert.
Bild: EPA/Elysee palace

Eine halbe Stunde vor Ende des Spiels machen erste Gerüchte die Runde: Ein Café und ein McDonald's-Restaurant sollen Ziele von Anschlägen gewesen sein.

Nach dem Abpfiff fliehen die Menschen aufs Fussballfeld. Die Spieler harren in den Kabinen aus. 

Supporters invade the pitch of the Stade de France stadium at the end of the international friendly soccer match between France and Germany in Saint Denis, outside Paris, Friday, Nov. 13, 2015. Hundreds of people spilled onto the field of the Stade de France stadium after explosions were heard nearby. French President Francois Hollande says he is closing the country's borders and declaring a state of emergency after several dozen people were killed in a series of unprecedented terrorist attacks. (AP Photo/Christophe Ena)

Bild: Christophe Ena/AP/KEYSTONE

21.30 Uhr: Rue Alibert/Rue Bichat

Zeitgleich mit der Stürmung des Bataclan und den Anschlägen beim Stade de France eröffnen mindestens zwei bewaffnete Männer das Feuer auf die Bar Le Carillon im Zentrum von Paris sowie auf das gegenüberliegende Restaurant Petit Cambodge. 

ATTENTION EDITORS - VISUAL COVERAGE OF SCENES OF INJURY French fire brigade members aid an injured individual near the Bataclan concert hall following fatal shootings in Paris, France, November 13, 2015. At least 30 people were killed in attacks in Paris and a hostage situation was under way at the concert hall in the French capital, French media reported on Friday.  REUTERS/Christian Hartmann

Bild: CHRISTIAN HARTMANN/REUTERS

Den Männern soll nach der Attacke die Flucht gelungen sein. Derweil wird auf die Pizzeria La Casa Nostra ein Anschlag verübt: Fünf Menschen werden durch Schüsse aus einer automatischen Waffe getötet. Am Boulevard Voltaire sprengt sich ein Mann in die Luft, am Boulevard Beaumarchais kommt es zu einer Schiesserei.

21.30 Uhr: La Belle Equipe

Kurz vor 22 Uhr kommt es an der Rue de Charonne östlich der Bastille zu einem weiteren Massaker: Vor dem Café La Belle Equipe fährt mindestens ein Attentäter vor, steigt aus einem Auto und feuert mehrmals auf Menschen auf der Kreuzung, an der das Lokal liegt. 

PARIS, FRANCE - JANUARY 11:  Thousands of people make their way down Boulevard Voltaire,from Place de la Republique on route to Place de la Nation, following the recent terrorist attacks on January 11, 2015 in Paris, France. An estimated one million people have converged in central Paris for the Unity March joining in solidarity with the 17 victims of this weeks terrorist attacks in the country. French President Francois Hollande led the march and was joined by world leaders in a sign of unity. The terrorist atrocities started on Wednesday with the attack on the French satirical magazine Charlie Hebdo, killing 12, and ended on Friday with sieges at a printing company in Dammartin en Goele and a Kosher supermarket in Paris with four hostages and three suspects being killed. A fourth suspect, Hayat Boumeddiene, 26, escaped and is wanted in connection with the murder of a policewoman.  (Photo by Jeff J Mitchell/Getty Images)

Symbolisch: Das Boulevard Voltaire, an dem La Belle Equipe liegt, war im Januar 2015 Ort der Kundgebung nach dem Attentat auf Charlie Hebdo.
Bild: Getty Images Europe

23 Uhr: Erste Berichte von Toten

Die Berichte überschlagen sich. Rund eine Stunde nach den Attacken bestätigt die Polizei erste Zahlen: Mindestens 18 Menschen seien bei der Attacke an der Rue de Charonne gestorben, 14 Menschen beim Anschlag auf das Restaurant Le Carillon.

Derweil ist im Bataclan eine Geiselnahme in vollem Gange. Die Polizei spricht von 15 Todesopfern im Theater. Vielen Konzertgängern gelingt die Flucht. 60 Menschen seien noch immer im Saal, meldet Reuters. 

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Screenshot um 04:50 Uhr.

24 Uhr: Polizei stürmt Bataclan

Die Zahl der Todesopfer steigt laufend. Inzwischen berichten mehrere Medien übereinstimmend von mindestens 60 Toten.

Nach Mitternacht stürmt eine Spezialeinheit den Konzertsaal. Es kommt zur Schiesserei zwischen Geiselnehmern und Polizei. Drei der vier Attentäter zünden einen Sprengstoffgürtel. Alle Angreifer sterben.

Kurz vor 00.30 Uhr bestätigt die Polizei zwei Selbstmordattentate und eine Explosion beim Stade de France. Vier Menschen seien gestorben, darunter drei Angreifer.

Um 00.50 Uhr meldet die Polizei das Ende des Einsatzes beim Bataclan. Zeitgleich meldet sich die Band Eagles of Death Metal über Facebook. Die Musiker sind unverletzt.

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24 Uhr: Notstand in Frankreich

Noch vor Mitternacht reagiert Frankreichs Präsident Hollande auf die Anschläge: Erstmals in der Geschichte Frankreichs wird im ganzen Land der Notstand, Plan «Rouge Alpha» ausgerufen. Die Behörden schicken Soldaten ins 10. und 11. Arrondissement. Sie sollen die Viertel sichern. Die Grenzkontrollen werden verstärkt. Entgegen ersten Ankündigungen bleiben sie aber geöffnet. 

epa05024087 French President Francois Hollande (L) and German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier (R) attend the friendly soccer game between France and Germany at the Stade de France in Paris, France, 14 November 2015. Both were evacuated in a hurry after the bombing of several places around the stadium which happened approximately at the same time as several shootings in Paris. At least 149 people have been killed in a series of attacks in Paris on 13 November, according to French officials.  EPA/ETIENNE LAURENT

Hollande und Steinmeier im Stadion.
Bild: ETIENNE LAURENT/EPA/KEYSTONE

Nach Angaben des Élysée-Palastes wurden 1500 zusätzliche Soldaten mobilisiert, um die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt zu verstärken. Politiker aus der ganzen Welt melden sich zu Wort.

01:00 Uhr: IS bekennt sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich zu den Attacken in Paris – und droht mit weiteren Anschlägen: namentlich in Rom, London und Washington.

Die American Airlines verkündet, Paris nicht mehr anzufliegen. Der Flughafen bleibt offen.

Samstagmorgen: Die schreckliche Bilanz

Am Samstagmorgen wird die Schwere der Anschläge in Zahlen gefasst. Mindestens 120 Menschen seien getötet worden, heisst es aus Ermittlerkreisen, 200 weitere wurden verletzt, 80 davon schwer.

Mindestens acht Attentäter kamen ums Leben, meldet die Polizei. Sieben davon töteten sich selbst. Noch immer ist aber unklar, ob weitere Angreifer oder Komplizen auf der Flucht sind.

(dwi)

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ovatta 14.11.2015 17:09
    Highlight Highlight Zu den Vorfällen in Calais gibts keine Informationen?
  • mattileo 14.11.2015 09:46
    Highlight Highlight Ich denke es wird langsam zeit mit dem IS klaren Tisch zu machen und aufhören sie zu unterstützen. Die USA fliegt Frankreicz nicht mehr an? Als ob das helfen würde.
    • Hierundjetzt 14.11.2015 16:36
      Highlight Highlight Ich denke, man sollte endlich den Saudis und dem Rest da unten stark auf die Finger klopfen. Kein Geld mehr für den IS und das ganze Konstrukt implodiert
  • revilo 14.11.2015 08:14
    Highlight Highlight Den Flüchtlingen die Schuld für dieses unglaubliche Massaker zu geben ist falsch. Dies ist alles andere als der richtige Lösungsansatz.
    Viel mehr muss die Bevölkerung nun zusammenhalten und den Hass nicht siegen lassen! Sonst könnte dies hier in Europa bitter enden!
    #PrayforParis
    • Louie König 14.11.2015 10:05
      Highlight Highlight Danke für diesen Kommentar, spricht mir aus der Seele
    • EvilBetty 14.11.2015 10:44
      Highlight Highlight Nur kognitiv Minderbemittelte geben den Flüchtlingen Schuld, dass das falsch ist müsste man eigentlich gar nicht erwähnen sondern diejenigen die das tun einfach auslachen.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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