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epa07277484 Protesters from the 'Gilets Jaunes' (Yellow Vests) movement take part in the 'Act IX' demonstration (the 9th consecutive national protest on a Saturday) in Paris, France, 12 January 2019. The so-called 'gilets jaunes' (yellow vests) is a grassroots protest movement with supporters from a wide span of the political spectrum, that originally started with protest across the nation in late 2018 against high fuel prices. The movement in the meantime also protests the French government's tax reforms, the increasing costs of living and some even call for the resignation of French President Emmanuel Macron.  EPA/YOAN VALAT

Die «Gilets Jaunes» zogen auch diesen Samstag durch die Strassen von Paris. Bild: EPA

Zehntausende bei «Gelbwesten»-Protest in Frankreich – Wut schwappt nach London über

Nach dem Vorbild der französischen Gelbwesten-Bewegung haben Tausende Demonstranten in London gegen die Regierung demonstriert. In Paris kam es derweil zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.



Kurz vor Beginn einer «nationalen Debatte» zur Lösung der «Gelbwesten»-Krise sind in Frankreich erneut Zehntausende Menschen aus Protest gegen die Regierung auf die Strassen gegangen. In Paris kam es zu Spannungen zwischen Polizei und Demonstranten.

32'000 «Gelbwesten» seien bis zum frühen Samstagnachmittag im ganzen Land gezählt worden, 8000 davon in Paris, berichteten französische Medien unter Berufung auf das Innenministerium. Es war bereits das neunte Protestwochenende in Folge.

In Paris kam es am Nachmittag zu Spannungen zwischen Polizei und Protestierenden. Einige Demonstranten hätten nahe dem Triumphbogen Wurfgeschosse in Richtung von Polizisten geschleudert, sagte eine Polizei-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Die Sicherheitskräfte hätten daraufhin Tränengas eingesetzt. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, dass auch ein Wasserwerfer zum Einsatz kam.

Dutzende Festnahmen

Bis zum Nachmittag wurden in Paris laut Polizei Dutzende Menschen im Zusammenhang mit den «Gelbwesten»-Protesten festgenommen. Sie hätten verbotene Waffen getragen oder sich einer Gruppe angeschlossen, die möglicherweise Gewalttaten begehen werde, hiess es bei der Polizei.

Auch in anderen Städten versammelten sich «Gelbwesten». In Bourges gingen nach Angaben der örtlichen Präfektur bis zum Nachmittag etwa 5000 Menschen auf die Strasse. Ihr Protest lief zunächst überwiegend friedlich ab. Die Stadt im Zentrum Frankreichs stand unter besonderer Beobachtung der Sicherheitsbehörden, nachdem es dort Online-Aufrufe zu Massenprotesten gegeben hatte.

Die Bewegung scheint auch weiterhin viele Menschen mobilisieren zu können – trotz Zugeständnissen der Regierung und einem angekündigten härteren Kurs in der Sicherheitspolitik. Rund um Weihnachten waren die Teilnehmerzahlen gesunken.

Hoffnung auf «nationale Debatte»

Die Hoffnungen von Präsident Emmanuel Macron und seiner Regierung ruhen nun auf einer «nationalen Debatte», die die «Gelbwesten» besänftigen und am Dienstag beginnen soll. In den kommenden Wochen sollen dabei die Bürger zu Wort kommen und Reformvorschläge äussern.

Die «Gelbwesten»-Bewegung hatte Macron in die bislang schwerste Krise seiner Amtszeit gestürzt. Seit Mitte November demonstrieren immer wieder Zehntausende gegen die Reformpolitik Macrons und gegen eine als zu niedrig empfundene Kaufkraft. Immer wieder gab es Randale.

Die Wut aus Frankreich scheint mittlerweile auch den Ärmelkanal überquert zu haben. Tausende Demonstranten protestierten nach dem Vorbild der «Gelbwesten» in London gegen die britische Regierung. Sie forderten angesichts des Brexits ein Ende der Sparpolitik und eine Neuwahl.

epa07277823 Demonstrators take part in the People's Assembly Against Austerity march and protest in London, Britain, 12 January 2019. Thousands of protesters, inspired by the 'Gillet Jaunes' or yellow vests in France marched to Trafalgar Square during the demonstration organised by 'The People's Assembly Against Austerity' campaign group that calls for a general election and and an end to austerity.  EPA/VICKIE FLORES

Die Kundgebung am Trafalgar Square. Bild: EPA

Dem Aufruf der Kampagne «The People's Assembly Against Austerity» folgten auch Politiker und Gewerkschafter aus weiten Teilen des Landes. Etwa 5000 bis 10'000 Demonstranten hätten teilgenommen, sagte eine Sprecherin der Veranstalter in einer ersten Schätzung der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Vertreter der Gelbwesten-Bewegung aus Frankreich nahmen an der Demonstration in London teil. «Alle europäischen Länder sollten sich diesem Kampf gegen die Sparpolitik anschliessen», sagte ein Teilnehmer aus Frankreich der britischen Nachrichtenagentur PA.

(dsc/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • In vino veritas 13.01.2019 04:51
    Highlight Highlight Leider hat die Politik den Schuss nicht gehört. Es läuft vieles falsch in Europa. Das beschränkt sich nicht nur auf die Kluft zwischen Arm und Reich. Umweltschutz (kaum vorhanden), Steuerlast (Reiche bezahlen im Verhältnis fast nichts), Grosskonzerne (Lobbyisten, schlechter Konsumentenschutz), Lohnpolitik (Löhne reichen kaum mehr zum Leben, immer mehr Zeitarbeit) Migration/Asyl (Migrantionsflut in die Sozialwerke, keine Abschiebung von Kriminellen /Islamisten), Machtzentralisierung (Hauptstädte, EU) Das wird noch fatale Konsequenzen für die Politik haben. In ganz Europa
  • swisskiss 12.01.2019 21:53
    Highlight Highlight Komisch. Der "arabische Frühling" als "europäischer Winter"?"

    Da gehen dieselben auf die Strasse und belasten den Staat, die gegen Migranten wettern, die auf der Strasse sind und den Staat belasten.
    • Juliet Bravo 13.01.2019 18:13
      Highlight Highlight In Paris ja - aber in London siehts anders aus (schau dir das Foto genau an).
      Da stehen Parolen wie „Refugees are welcome!“.
  • Juliet Bravo 12.01.2019 20:32
    Highlight Highlight Ihr kennt sicher noch die Wimmelbilder aus der Kindheit. Macht das mal mit den zwei Bildern im Artikel aus Paris und London. Klickt drauf und zoomt rein.

    Ist ziemlich unterschiedlich, was man da sieht: in London gibts Männer und Frauen, Farbe, Linke Parolen.
  • Turi 12.01.2019 19:42
    Highlight Highlight Sind das nun die alten weissen Männer, die sich gegen die systemische Unterdrückung ihrer linksliberalen Eliten wehren? Es geschehen noch Zeichen und Wunder...
    • Dan Ka 13.01.2019 10:29
      Highlight Highlight Wo genau Sie in den letzten Dekaden linksliberale Politik sehen bleibt mir ein Rätsel.
    • Dan Ka 13.01.2019 12:15
      Highlight Highlight An die Blitzer: Lasse mich gerne aufklären. Wo seht ihr denn linksliberale Politik in Europa?
  • RichPurnell 12.01.2019 18:39
    Highlight Highlight Der Westen merkt langsam, dass er nicht mehr wie früher den Löwenanteil des Wohlstandes der Welt für sich beanspruchen kann!

    Obwohl merken ist etwas falsch, den Leuten scheint nicht so klar, dass das die Ursachen sind, und das es sich nicht wie von Zauberhand bessern wird, und man wieder das grösste Stück vom Kuchen bekommt, sondern tendenziell in die andere Richtung geht.

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