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Wünschen sich für Frankreich ein Referendum, wie es die Schweiz kennt. bild: watson

Was wollen die «gilets jaunes»? Wir haben sie in Paris gefragt

«Wir wollen leben, nicht nur überleben»: «gilets jaunes» in Paris sprechen mit watson Klartext.



In Frankreich strömten auch diesen Samstag tausende «gilets jaunes» die Strassen und liessen ihrer Wut auf Präsident Macron freien Lauf. Die Stimmung war aufgeladen, viele wollten nicht mit Journalisten sprechen. 

Auf unserem Streifzug durch Paris haben wir Paul, Yves, Claire, Mégane, Yannik, Jessica und Marc kennengelernt. Sie alle erzählen Geschichten von sozialer Ungerechtigkeit, von prekären Lebensumständen. Es sind zum grossen Teil Menschen, die kaum von ihrem Lohn leben können – sogenannte «working poor». Hier ihre Geschichten: 

Paul*, 23, Lastwagenfahrer

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«Wir Franzosen zahlen sehr viele Steuern, erhalten dafür aber immer weniger Leistungen zurück. Ich halte mich dank Überstunden über Wasser. Aber ist es etwa normal, dass ich regelmässig sechs Tage die Woche arbeiten muss? Ein Einwanderer, der Asyl bei uns beantragt, lebt feudaler als ich. Ob ich Front National wähle? Nein, nicht unbedingt. Aber es gibt Themen, bei denen ihre Position meiner am ehesten entspricht, das stimmt.

Ich protestiere hier auch gegen die französischen Medien, die meiner Meinung nach ständig Propaganda für die Regierung machen. Das sind Politiker und nicht Journalisten. Ich informiere mich deshalb nur auf ‹Russia Today› oder bei unabhängigen Bloggern im Internet. Und nein, es reicht mir nicht, dass die Regierung diese Woche einen Schritt zurückgekrebst ist. Aber ich schreie hier nicht ‹Macron demission› – das Problem ist nicht er persönlich, sondern das System. Die Steuern müssen jetzt gerechter verteilt werden, also in erster Linie den ärmsten Franzosen dienen.»

Yves, 55, SNCF-Mitarbeiter aus Saint-Malo

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«Wissen Sie, mir geht es eigentlich gut. Ich arbeite beim Bahnunternehmen SNCF und verdiene korrekt. Aber ich sehe, wie sehr mein Sohn Mühe hat, die Monatsenden zu überstehen. Für ihn bin ich hier. Er ist handwerklich tätig. Als Macron die Erhöhung der Benzinsteuer ankündete, war klar, dass er nicht mehr arbeiten konnte. Wie sollte er noch zu Kunden gehen, wenn er sich das Auto nicht mehr leisten kann? Bei uns in der Bretagne ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel nicht wirklich Verlass und die Anschlüsse sind schlecht.

Dass Macron nun einen Rückzieher macht, nehme ich ihm nicht ab. Bei der nächsten Gelegenheit wird er die Erhöhung doch noch durchziehen. Dabei setzt die Regierung den Rotstift bei den falschen Leuten an. Das Volk sollte wieder das letzte Wort über die Staatsausgaben haben. Und es braucht eine Transparenz der Ausgaben und Löhne auf höchstem Regierungsniveau.»

Claire, Mégane und Jessica – 24, 29 und 32

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«Ich bin heute bereits zum zweiten Mal auf der Strasse. Und zwar, weil ich ein Referendum, wie es dies in der Schweiz gibt, auch für mein Land will. Wir Bürger müssen endlich das letzte Wort haben. Ich verdiene in meinem Job circa 1300 Euro im Monat. Das reicht nur knapp aus und dabei bin ich manchmal Tag und Nacht im Einsatz. Das Betreuen von Patienten ist zudem anstrengend und verantwortungsvoll. In einer gerechten Welt sähe das anders aus.»

Claire, Krankenschwester

«Wir erhalten bei meiner Arbeit nicht die nötigen finanziellen Mittel, um die Leute richtig zu betreuen. Dagegen protestiere ich heute. Und die Macrons und Co. sollten ihren Lohn kürzen und mal schauen, wie sie mit dem gleichen Budget wie wir über die Runden kommen. Dann würden sie uns vielleicht eher verstehen. Bisher haben sie uns doch total vergessen.»

Mégane, Sozialarbeiterin

«Ich und meine zwei kleinen Kinder leben mit 600 Euro pro Monat. Stellen Sie sich das vor. Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal Fleisch gegessen habe. Wann ich den Kleinen oder mir etwas gegönnt habe. Ab dem 15. des Monats drehe ich jeden Euro dreimal um, bevor ich ihn ausgebe. Am 25. bleiben mir jeweils fünf oder sechs Euro.»

Jessica, Hausfrau

Marc*, 24, Lagerist aus Pau

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«Ganz viele Leute in Frankreich leben nicht, sie setzten nur alles daran, um zu überleben. Aber sogar das ist kaum möglich mit 1200 Euro im Monat. Mir bleibt nach all den Abzügen, Versicherungen und Steuern fast nichts. Ein Kino oder einen Restaurantbesuch mit meiner Freundin, das kann ich mir höchstens einmal pro Jahr leisten. Das ist doch kein Leben.

Wissen Sie, die da oben im Élysée sind doch total abgehoben von der Realität. Ihnen ist nicht bewusst, wie schlecht es uns geht. Deshalb bin ich heute hier. Um klarzumachen: Es muss etwas passieren. Mit der derzeitigen Regierung bin ich so unzufrieden, dass ich klipp und klar sage: Sie muss weg. Präsident Macron, Premierminister Philippe. Alle.»

Yannick, 45, Sozialarbeiter aus Zentralfrankreich

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«Meine zwei Kinder, meine Frau und ich haben 1500 Euro im Monat um zu leben. Ich mache mir oft Sorgen, dass das Geld nicht reicht, wenn ich Lebensmittel einkaufe. Die Skibrille und Schutzmaske trage ich nicht, weil ich Krawall mache, sondern weil man hier auch so Tränengas ausgesetzt ist und ich das logischerweise vermeiden möchte.»

*Namen geändert. 

Massenproteste in Frankreich eskalieren

«Frankreich ist in der Krise» – Schonzeit vorbei für Macron

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 09.12.2018 11:17
    Highlight Highlight Die Begründungen für die Proteste sind alle sehr nachvollziehbar und stichhaltig.
    Aber warum zum Pleitegeier erhoffen sich diese Leute etwas von Putin und von Russia Today?
    Ist das so, weil sie "den Feind ihres Feindes" für einen Freund halten?
    Sind sich diese Leute denn bewusst, dass sie mit Putin und mit Marine Le Pen erst recht ganz tief in die braune Scheisse abrutschen würden?!
    Ich glaube, nach dem Platzen einer grün-liberalen Illusion a la "Operation Libero" wird es auch in Frankreich Zeit für eine erneuerte, wieder beherzt sozialkämpferische Linke!
    (siehe: CH-Gewerkschaften + SP)
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2018 13:32
      Highlight Highlight Sie erhoffen sich nicht von Putin. Sie merken einfach, dass Russis today den Blick auf die Welt breiter gmacht.
    • bebby 09.12.2018 19:51
      Highlight Highlight Propaganda als Horizonterweiterung???
    • The Destiny // Team Telegram 09.12.2018 22:48
      Highlight Highlight @bebby, nicht alles vom Feind ist Propaganda und wenn du es schon weisst dann liest du den Text auch anders.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Arneis 09.12.2018 11:15
    Highlight Highlight De Feufer unds Weggli...
  • TheRealSnakePlissken 09.12.2018 10:30
    Highlight Highlight Der Wurm liegtt offenbar im zentralistischen System Frankreichs. Macron ist ja quasi als Protestler und Reformator gestartet - und kaum zwei Jahre am Steuerknüppel hat er den Kontakt zur Basis verloren. Schade!
  • Nelson Muntz 09.12.2018 09:11
    Highlight Highlight Ich informiere mich deshalb nur auf Russia Today oder bei unabhängigen Bloggern im Internet.
    Steckt Putin hinter den Krawallen????
    • elco 09.12.2018 09:25
      Highlight Highlight Es ist leider zu befürchten, ja.
    • rodolofo 09.12.2018 11:26
      Highlight Highlight Putin ist der Schutzpatron aller Randalierer im Westen.
      Aber bei sich zu Hause lässt er Protestierende sofort nieder knüppeln, einsperren und von Profi-Killern aus dem Weg räumen.
      Im eiskalten, von Spitzeln überwachten "Reich des Ostens" herrscht eine Stabilität und eine Ruhe, welche an einen Friedhof erinnert...
      Wollen die Gelbwesten wirklich DAS?!
      Dann werden sie es vielleicht schon bald bekommen, früher, als ihnen lieb sein kann.
      Denn Marine Le Pen mit ihrem Front National steht bereit, als "Gau-Leiterin von Putin's Gnaden" ein autoritäres, neo-faschistisches Regime zu installieren...
    • Rim 09.12.2018 12:31
      Highlight Highlight Genau Rodolfo: Bannon hat bei seinen Europabesuchen offen gesagt, dass er (wie 2016 in den USA) ein europäisches #le Mouvement unterstützt. Ueber FB, RT und andere Kanäle sollen die (zu recht) Frustrierten gebündelt werden, Chaos in Europa anrichten um dann bei den EUwahlen 19 den Faschisten zur Mehrheit verhelfen. Ziel von Bannon und Putin: Zerstörung, Schwächung der EU. (Die Anliegen der frustrierten Wutbürger sind ihnen - wie man in den USA und natürlich auch in Russland sehen kann - egal. Sie wollen bloss deren Wut/Stimme - auch für Le Pen- für ein reaktionäres, faschistoides Europa.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 09.12.2018 07:58
    Highlight Highlight Da bin ich schon dankbar, in der Schweiz leben zu dürfen, wo das Volk der Regierung via direkter Demokratie auf die Finger klopfen kann wenn sie sich zu viel Geld nehmen möchte oder das Geld ineffizient einsetzen will.

    Eigentlich müssten wir auf offizieller Ebene nicht nur in Entwicklungsländern mehr Menschenrechte fordern - sondern in reichen Ländern auch mehr direkte Demokratie. Als nächster Entwicklungsschritt in Europa sollte jeder Europäer politisch mitbestimmen können.
    • Charming 09.12.2018 15:58
      Highlight Highlight Obwohl grundsätzlich mit Dir einig, reicht eben Fingerklopfen nicht, wie wir an diversen Misständen sehen können. Vom Tierschutz, über die Sozial-/EL-Leistungskürzungen/Überwachungen bis hin zu dem Postautobeschiss und weiteren politischen Akteuren und Managern welche bescheissen wo`s nur geht! Diesbezüglich zeigen uns die Gilets jaune was uns noch bevorsteht!
  • sowhat 09.12.2018 07:07
    Highlight Highlight Danke Camille, für diese direkten Einblicke. Hilft mehr zu verstehen als eine wissenschaftliche Analyse.
    Die brauchen wir auch, aber nicht nur.
  • elco 09.12.2018 06:51
    Highlight Highlight Der Marsch fürs Klima. 25'000 Personen gingen am Samstag allein in Paris für eine entschiedenere Umweltpolitik auf die Strasse.

    Leider haben sie es versäumt Autos an zu zünden und Geschäfte zu plündern, also muss man sie auch nicht ernst nehmen, geschweige denn darüber berichten...
    • Jacky Treehorn 09.12.2018 09:40
      Highlight Highlight 👍
  • elco 09.12.2018 06:08
    Highlight Highlight Was für uns die Referenden und Initiativen, sind für die Franzosen die Blockaden und Demos. Ventile im gewissen Masse. Erstaunlich ist, das Ausmass an linker Revolutions-Romantik man hier in den Kommentarzeilen liest und was da alles grosszügig ausgeblendet wird. Wir erinnern uns: ursprünglich ging es um die Verhinderung der Öko-Steuer... Mittlerweile mobilisieren die Trolle und es läuft alles nach Plan. Für Le Pen.
  • Altweibersommer 09.12.2018 01:35
    Highlight Highlight Viele Kommentatoren hier sehen das Problem nur bei Frankreich und seiner Politik. Ist auch einfach vom hohen Ross herunter. Doch: Wo denkt ihr, zahlen die finanzstarken französischen "Steuerzahler" wohl schlussendlich ihre Steuern weil "bessere Bedingungen"?
    • Chrigi-B 09.12.2018 03:54
      Highlight Highlight Weil 60% Steuern Diebstahl sind? In meinen Augen ist alles über 25% Diebstahl.
    • dath bane 09.12.2018 07:25
      Highlight Highlight Monaco, Luxemburg, Andorra und ich glaube auch die Romandie hat ihre Steuersümpfe.
    • Froggr 09.12.2018 10:00
      Highlight Highlight Da muss man sich bei diesem Steuersatz auch nicht wundern.. Wer kommt auf die hirnverbrannte Idee 60% Steuern zu verlangen? Plus Grundbesitzsteuern, plus Erbschaftssteuern.. da wär ich mit meinem Geld längstens im Ausland.
    Weitere Antworten anzeigen
  • manhunt 09.12.2018 00:45
    Highlight Highlight da redet er von den medien, welche propaganda für die regierung machen würden. und im nächsten satz sagt er, er informiere sich nur bei russia today. ist nicht wirklich ernstzunehmen.
    • Froggr 09.12.2018 10:00
      Highlight Highlight Sollte aber ernst genommen werden.
  • Viktor mit K 09.12.2018 00:04
    Highlight Highlight ich habe ein guter Freud aus Montpellier, er hat drei Jobs und arbeitet sieben Tage die Woche, das er über die Runden kommt!
  • Sebastian Wendelspiess 08.12.2018 23:26
    Highlight Highlight Danke für diese Statements und die Journalistin vor Ort. 👍🏼
  • Juliet Bravo 08.12.2018 23:26
    Highlight Highlight Es waren gemäss Radio SRF landesweit gerade mal 25‘000. In Paris waren letzte Woche auch mehr Leute an der Demo für Frauenrechte als Gilets. Nur: die Gilet werden medial ausgeschlachtet, die anderen sind offenbar auch hier keiner Randnotiz wert.
    • Julian Roechelt 08.12.2018 23:38
      Highlight Highlight Radio SRF?
      Echt?
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2018 13:53
      Highlight Highlight Das ist etwas sehr tief. Spiegel und T-Online sprechen von 120‘000
  • Juliet Bravo 08.12.2018 23:05
    Highlight Highlight Die Leute wurden gezielt via Social Media per nur temporär sichtbarer Mitteilung in der Timeline aktiviert - wetten?
    • Julian Roechelt 08.12.2018 23:39
      Highlight Highlight Sowas nennt sich Verschwörungstheorie und wird nicht gern gesehen.
    • Sauäschnörrli 09.12.2018 00:57
      Highlight Highlight "aktiviert"? sind das Schläferzellen?
    • Juliet Bravo 09.12.2018 01:02
      Highlight Highlight Ich meinte als Demonstranten motiviert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Walser 08.12.2018 22:56
    Highlight Highlight Auch wir können da gerade was lernen. Wenn wir im Rahmenabkommen europäische Verhältnisse übernehmen müssten, würden sich unsere Grossunternehmen die Hände reiben und es ginge mit der Arbeiterklasse subito bergab wie in Frankreich, Italien etc.
    • Zeit_Genosse 08.12.2018 23:13
      Highlight Highlight Unternehem wollen Planungssicherheit, liberale Arbeitmärkte, wettbewerbsfähige Steuern, gebildete und willige Arbeitskräfte, wenig Regulierungen. Im Gegenzug bieten sie Arbeit (Lohn) und Steuersubstraht. Wer nichts zu verlieren hat ist bereit das gesamte System zu kippen. Das pasdiert in F.
    • Juliet Bravo 09.12.2018 00:00
      Highlight Highlight Es geht der Arbeiterschaft und dem Dienstleistungsproletariat übrigens schon heute nicht rosig in der Schweiz.
    • hävi (the return) 09.12.2018 01:23
      Highlight Highlight JB
      Im Vergleich zu umliegenden Ausland geht es hier aber noch sehr rosig zu und her.

      Und das Wort Proletariat finde ich in der heutigen Zeit, ziemlich deplatziert.
      Aber Sie topen es noch mit, „Dienstleistungsproletarist“

      Könnte für das Unwort des Jahres nominiert werden.
  • Piwi 08.12.2018 22:50
    Highlight Highlight "Ich arbeite beim Bahnunternehmen SNCF und verdiene korrekt. [...] Bei uns in der Bretagne ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel nicht wirklich verlass"

    Tja, daran ist sicher der neue Präsident oder die Ausländer schuld, dass die ihren Job trotz guter Bezahlung scheisse machen, schnell nach Paris zur Demo!
    • Julian Roechelt 08.12.2018 23:43
      Highlight Highlight War neulich in Strassburg, eine Stadt so gross wie Genf.
      Der Fahrplan in einem Kaff wie Solothurn hat mehr zu bieten als der in Strassburg.
      Auf dem flachen Land fahren in F ein paar Busse am Tag. Praktisch unbrauchbar.
    • sowhat 09.12.2018 06:50
      Highlight Highlight Was für eine Verquere Argumentation.
      Weil er bei der Bahn arbeitet, muss er alles toll finden oder ist an allen Unzulänglichkeiten schuld.
      Grade als Insider hat er den Durchblick, kennt die Schwachstellen und kann beurteilen, ob sein Sohn als Handwerker ohne Auto zu seinen Kunden kommt.

      ZB. So wie bei uns in der Schweiz, wo die Handwerker ja auch mit ihrem ganzen Material mit Zug und Bus zu ihren Kunden fahren... Um dann von der Haltestelle noch 10 Minuten den ganzen Karsumpel zum Kunden schleppen. Ich stell mir grad das Gemotze der Pendler vor, wenn der Sanitär ins Tram steigt....
    • Scrj1945 09.12.2018 08:00
      Highlight Highlight Lesen können und verstehen wäre auch noch ein vorteil. Er sagt „ich verdiene gut und kann gut leben. Aber heute bin ich hier wegen meinem sohn, weil er nicht weiss wie er das monatsende überstehen soll.“
  • Butschina 08.12.2018 22:50
    Highlight Highlight Krasse unterschiede. Eine Person kommt mit € 1300.- fasst nicht über die Runde und eine Frau mit zwei Kindern und € 600.- nicht. Ich kenne mich in FR zu wenig aus, aber wenn die Frau mit der hälfte es fast schafft, müsste die einzelperson doch locker durchkommen? kann mir jemand sagen welcher Betrag in F für eine Person in etwa mit einer die hier in CH Sozialhilfe bezieht vergleichbar wäre?
    • Zyniker haben es leichter 08.12.2018 23:07
      Highlight Highlight Da wurden stumpf Aussagen übernommen und bunt Netto, Brutto und Haushaltskasse durcheinandergeworfen. Die Aussagen sind daher nicht vergleichbar.
    • Jean Piere del Grano 08.12.2018 23:13
    • hävi (the return) 08.12.2018 23:53
      Highlight Highlight 600 und Sie schafft es noch, aber er beklagt sich doch noch und hat immerhin 1300 ? ( ? )
      Na ja, wie auch immer.
      In der CH lebt es sich von der Fürsorge fast doppelt so gut, wie ein unters Vollzeiteinkommen in Frankreich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wiederkehr 08.12.2018 22:43
    Highlight Highlight Es greift um sich. Bereits ist Belgien und Holland dran. Nach CIA Planspielen soll Europa ab 2020 unregierbar werden. Nichtsdestotrotz ist die Kritik amsozialistischen Staatswesen berechtigt. Der Mindestlohn von 1200€ bedeutet dass kaum eiin Normalo mehr verdient
    • Juliet Bravo 08.12.2018 23:57
      Highlight Highlight Die Protestierenden haben etwas gemeinsam: sie sind alle äusserst aktiv auf Social Media und werden über FB ganz gezielt (personalisiert ausgewählt nach ihrer Like-Aktivität, Einkommen geschätzt von FB-Algoritmen uam) aktiviert. Die Gründe für Protest sind bei ihnen mE auch absolut verständlich. Dass sie sich aber zum Handlanger der russischen Regierung machen, ahnen sie nicht.
    • Sauäschnörrli 09.12.2018 01:01
      Highlight Highlight Sinds jetzt die Russen oder die CIA?
    • Mia_san_mia 09.12.2018 01:31
      Highlight Highlight Russen oder CIA?? 🤔
    Weitere Antworten anzeigen
  • honsula 08.12.2018 22:28
    Highlight Highlight Die einzigen die aus diesen Protesten Profit schlagen, sind die, die die gelben Westen verkaufen!?
    • Sebastian Wendelspiess 08.12.2018 23:28
      Highlight Highlight Die hat jeder im Auto. Ist obligatorisch.
    • Scrj1945 09.12.2018 08:02
      Highlight Highlight Wahrscheindlich nicht. Weil in frankreich ist es seit einigen jahren pflicht, solch eine weste im auto zu haben.
    • Mia_san_mia 09.12.2018 09:34
      Highlight Highlight Nö, die hat praktisch jeder...
  • Rabbi Jussuf 08.12.2018 22:12
    Highlight Highlight Das kommt davon, wenn man jahrzehntelang sozialistische Misswirtschaft betreibt.
    Aber den Franzosen ist nach wie vor nicht klar, dass ein "gerechteres Verteilen der Steuern und Abgaben" nicht reicht. Im Gegenteil, es würde die Abwärtsspirale nur noch mehr antreiben. Niemand überlegt, wo das Geld für all die bestehenden Sozialleistungen herkommt und weiter herkommen sollte.
    Ich sehe nur noch einen schmerzhaften Schnitt zur bisherigen Politik. Wenn FR mehr Wohlstand will, dann muss es der Wirtschaft freiere Hand geben, all die vielen gewerkschaftlichen Regeln und sozialistischen Gesetze lockern.
    • Lew Bronstein 08.12.2018 22:25
      Highlight Highlight Jahrzehntelange sozialistische Misswirtschaft? Sarkozy? Chirac?
      Von welchem Land sprichst Du?
    • Zyniker haben es leichter 08.12.2018 23:09
      Highlight Highlight Vom Vorzeigeland der Gewerkschaften. Sie kassieren gerade die Quittung.
    • Kronrod 08.12.2018 23:11
      Highlight Highlight Ich bin alles andere als ein Sozialist, aber die Vermögenssteuer hätte Macron ruhig beibehalten dürfen. Das Hauptproblem Frankreichs ist nicht der Sozialismus, sondern der überbordende Zentralismus. Städte und Regionen sollten mehr Kompetenzen erhalten, dann könnte man den weltfremden pariser Bürokratenapparat abbauen. (In Paris will das aber niemand, auch wenn’s gut fürs Land wäre.)
    Weitere Antworten anzeigen
  • hävi (the return) 08.12.2018 22:09
    Highlight Highlight Löhne zwischen 600 und 1500Euro. Und wir beklagen uns hier?

    Die CH kann sich schon mal warm anziehen. Wenn das mit dem Rahmenabkommen durchgewunken wird, dürften auch unsere Löhne kräftig diese Richtung gehen.
    • Jean Piere del Grano 08.12.2018 23:19
      Highlight Highlight In Branchen mit einem GAV sind u.a. auch die Mindestlöhne festgelegt. Lohndumping ist also nur in Branchen ohne GAV denkbar. Also: GAVs für alle Branchen! In CH sind aber die Bürgerlichen dagegen .... und unterstützen daher das Lohndumping ....
    • DomKi 08.12.2018 23:22
      Highlight Highlight Das sind auch die Löhne hier in Spanien und die Leute meckern nicht sondern versuchen Firmen zu gründen und sonst wie zu überleben oder wandern aus. Ich denke das Problem liegt eher an der Mentalität und der persönlichen Einstellung.
    • Julian Roechelt 08.12.2018 23:45
      Highlight Highlight Aktion Libero, die Helden in diesem Forum, rührt schon heftig die Werbetrommel dafür.
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  • MaxHeiri 08.12.2018 22:09
    Highlight Highlight Aber die 50 EUR oder noch mehr um sich das Zugticket nach Paris zu leisten, zu dem hat es locker gereicht..
    • Kronrod 08.12.2018 23:12
      Highlight Highlight Die Gilets Jaunes reisen gratis, habe ich irgendwo gelesen.
    • Juliet Bravo 09.12.2018 00:01
      Highlight Highlight Weisst du, wer das bezahlt, Kronrod?
    • FrancoL 09.12.2018 02:52
      Highlight Highlight Ich sehe schon Dir wäre es lieber man würde die die da protestieren gleich anketten. Eigenartige Sicht der Freiheit, mehr als eigenartig eher abartig.
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  • paeuli.weischno 08.12.2018 22:06
    Highlight Highlight "In einer gerechten Welt saehe das anders aus"

    Ja, das sind wir wohl alle einverstanden. Es ist nicht so gerecht, es geht uns nicht so gut, es laeuft nicht so rund, wie wir es gerne haetten.

    Doch da sind wir auch schon am Ende mit dem Konsens.

    Sobald es um tatsaechliche Loesungen geht, ist es aus mit der Einigkeit. Da zeigt es sich, dass es eben gar nicht so einfach ist.

    Die Franzosen waeren nur mit einer Art Regierung zufrieden: Die braeuchten auch einen Trump, der keine Loesungen bringt, sondern auch nach Jahren an der Macht immer nur andere fuer alle Missstaende verantwortlich macht.
    • Miikee 08.12.2018 23:00
      Highlight Highlight ä ö ü- Taste defekt?
    • Jean Piere del Grano 08.12.2018 23:33
      Highlight Highlight Und welches System wäre auf Dauer stimmiger? Leider hat sich ja auch der Kommunismus als Fortschreibung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" in ein brutales Terrorregime gewandelt in dem sich wenige zu Lasten des Proletariats unglaublich bereicherten.
      Oder wäre das Chinesische System stimmiger?
      Oder was sonst?
    • Nelson Muntz 09.12.2018 09:30
      Highlight Highlight In einer gerechten Welt gibts nicht jede Woche Streiks, keine max. 35h Woche, gesetzliche 25d Urlaub für alle, ewigs lange Mittagessen mit Wein etc.. Zumindest aus Sicht der Arbeitgeber.

      Ganze Betriebe schliessen für die ganze Woche um Tage wie 8.5. 11.11. oder 14.7. weil, Aussage von diversen Unternehmen „dann eh niemand zur Arbeit kommt“

      Das Ei, das sie jetzt ausbrühten, haben sich die Arbeitnehmer, resp. Gewerkschaften selbst gelegt. (Wie damals in UK mit dem Niedergang der Autoindustrie).
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  • Skeptischer Optimist 08.12.2018 22:02
    Highlight Highlight Gute Reportage.
    • smoking gun 08.12.2018 22:44
      Highlight Highlight Guter Journalismus, merci Camille Kündig
    • Juliet Bravo 09.12.2018 00:05
      Highlight Highlight Ich vermisse, dass nicht genau gefragt wurde, auf welche Weise die befragten Demonstranten für den Protest aktiviert wurden.
    • smoking gun 09.12.2018 00:19
      Highlight Highlight @Juliet Bravo: Vielleicht so "gehen wir morgen Kaffee trinken und dann an die Demo?

      Ja cool ...

      Gelbe Weste nicht vergessen ...
  • dä dingsbums 08.12.2018 21:51
    Highlight Highlight Während die Normalos kaum über die Runden kommen, werden die reichsten Menschen immer reicher und die grössten Unternehmen zahlen weiterhin kaum Steuern.

    So gesehen, ja, mit dem System stimmt definitiv etwas nicht.
    • phreko 08.12.2018 22:04
      Highlight Highlight Klar, weil 2/3 eines fast jeden Parlaments den Neoliberalismus als Naturgesetz betrachtet.
    • Silent_Revolution 08.12.2018 22:53
      Highlight Highlight Der technische Fortschritt wurde durch die Allgemeinheit subventioniert, die Gewinne streichen sich Konzerne ein und zahlen dabei im prozentualen Vergleich zum Bürger kaum Steuern.

      Aber wer, wenn nicht der Normalo ist Schuld daran in einer Demokratie?

      Auch bei uns tritt man sich unten lieber selbst, winkt Steuergeschenke durch, hetzt sich gegenseitig Detektive auf den Hals und gönnt sich nicht einmal eine Woche Urlaub.

      Am Schluss gibt man je nach Position den Linken oder den Rechten die Schuld an der Wohlstandskluft, fordert ein paar Köpfe und weiter gehts mit neuen aber beim Alten.
    • Jean Piere del Grano 08.12.2018 23:28
      Highlight Highlight Und welches System wäre auf Dauer stimmiger? Leider hat sich ja auch der Kommunismus als Fortschreibung von "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" in ein brutales Terrorregime gewandelt in dem sich wenige zu Lasten des Proletariats unglaublich bereicherten.
      Oder wäre das Chinesische System stimmiger?
      Oder was sonst?
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  • Wilhelm Tell 08.12.2018 21:47
    Highlight Highlight Macron macht das was alle Präsidenten vor ihm nicht gemacht haben oder sich nicht getraut haben
    • Pedro Salami 09.12.2018 09:35
      Highlight Highlight Stimmt nicht. Chirac, Holande und auch Sarkoszy sind mit Reformen und Steuererhöhungen ebenfalls teilweise oder ganz gescheitert.
  • Loeffel 08.12.2018 21:30
    Highlight Highlight Paul, Lastwagenfahrer: „Asylanten leben feudaler als ich...“ und „.. ich informiere mich nur noch auf Russia Today...“ 😂 weiter habe ich nicht mehr gelesen. Kann diese Gelbwesten nicht ernstnehmen.
    • lucasm 08.12.2018 22:11
      Highlight Highlight Vielleicht hättest du weiterlesen sollen...
    • hävi (the return) 08.12.2018 22:23
      Highlight Highlight Genau weil man sich über Aussagen von Leuten wie Paul dem Latwagenfahrer lustig macht und versucht seine Aussage lächerlich zu machen, werden ja die rechten Parteien gewählt.
      Und dies wiederum finden Sie dann viel weniger lustig und fragen sich warum.
    • glass9876 08.12.2018 22:28
      Highlight Highlight @Loeffel: Es hätte sich gelohnt, weiterzulesen. Die ersten (von dir genannten) Aussagen sind haaresträubend, aber das Ausmass der Armut (Working Poor) scheint in der EU weit grösser zu sein, als in der Schweiz.
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  • koks 08.12.2018 21:26
    Highlight Highlight Mehr als 50% der Franzosen stehen gemäss Umfragen hinter den Gelbwesten. Auch die französische Linke hat sich hinter die Bewegung gestellt, die Rechte sowieso. Voilà.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 08.12.2018 22:13
      Highlight Highlight Manche mögen es halt, wenn es knallt. Gewonnen ist damit aber noch gar nichts.
    • Juliet Bravo 09.12.2018 00:16
      Highlight Highlight Woher stammt die Zahl 50%? Ich habe noch letzte Woche von einer Zustimmung um die 70% gelesen. Das hiesse dann, dass die Unterstützung wie die eigentliche Beteiligung an den Protesten klar abgenommen hat. Die Beteiligung war bei den ersten Protestaktionen landesweit 240‘000 und heute waren es 25‘000.
    • Sebastian Wendelspiess 09.12.2018 14:01
      Highlight Highlight @juliet heute waren es 120 Tausend. Woher hast du kleine Anzahl? Nur auf SRF oder gibts noch andere Quellen?
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Schweizer Firma in Bestechungsskandal in Nepal verwickelt – Minister tritt zurück

Ein nepalesischer Minister hat gestern seinen Rücktritt eingereicht. Er wurde dabei erwischt, wie er sich von einem Schweizer Firmen-Vertreter bestechen lassen wollte.

Made in Switzerland – dieser Slogan kommt weltweit gut an. Nicht nur bei manipulierten Crypto-Geräten, sondern auch bei Sicherheitsdruckermaschinen. Sie werden benötigt, wenn ein Staat Reiseausweise, Banknoten oder Visumdokumente drucken will.

Eine solche Maschine will sich auch das südasiatische Land Nepal beschaffen. Die Deals laufen seit Monaten, mit dabei: ein Schweizer Hersteller, der nun wegen einem angeblichen Bestechungsskandal in die Schlagzeilen geraten ist.

Nepalesische Medien berichten …

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