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epa07201679 Cars burn, while protesters wearing yellow vests (gilets jaunes) clash with riot police near the Arc de Triomphe as part of a demonstration over high fuel prices on the Champs Elysee in Paris, France, 01 December 2018. The so-called 'gilets jaunes' (yellow vests) are a protest movement, which reportedly has no political affiliation, is protesting across the nation over high fuel prices.  EPA/ETIENNE LAURENT

Ein «gilet jaune» am Samstag auf den Champs-Élysées. Bild: EPA/EPA

«Die Franzosen wollen Revolutionen, verhalten sich dann aber konservativ»

Sie seien reaktionär, stellten naive Forderungen und würden der Wirtschaft schaden: Politanalyst und Frankreich-Kenner Gilbert Casasus findet deutliche Worte für die «gilets jaunes». 



Herr Casasus, der Wunsch nach einem Wandel brachte Emmanuel Macron ins Amt. Jetzt setzt er diesen Wandel um und die Franzosen sind doch nicht zufrieden. Warum?
Gilbert Casasus:
Das ist typisch französisch. Man will sich revolutionär verhalten, aber sobald es Zeit für die Veränderungen ist, verhält man sich reaktionär. Das Land ist eben konservativer als viele denken. Doch Macron hat auch Fehler gemacht. Seine Reformen gehen zwar in die richtige Richtung, aber er hat die sozialen Aspekte unterschätzt. Die Vermögenssteuer abzuschaffen, ohne für sozialen Ausgleich zu sorgen, war ein Fehler. Auch dafür bekommt er nun die Quittung. 

Gilbert Casasus, Professor für Europastudien an der Universität Fribourg

Gilbert Casasus, Professor für Europastudien an der Universität Freiburg. bild: http://www3.unifr.ch/europastudien/de/bereich/equipe.html

«Man kann nicht eine nachhaltige Umweltpolitik befürworten und gleichzeitig eine solche Bewegung gutheissen.»

Am Dienstag lenkte Präsident Emmanuel Macron ein. Er legt die neue Steuer auf Diesel und Benzin vorerst auf Eis….
Das Moratorium ist ein schlechtes Zeichen. Wenn er jetzt zu viele Rückzieher macht, wird Frankreich die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht meistern können. Nur um ein Beispiel zu nennen: Nach Erhebung der staatlichen Gesundheitsbehörde «Santé publique France» sterben jährlich 48'000 Personen an den Folgen der Luftverschmutzung mit Feinstaub. Das wird von vielen «gilets jaunes» als Fakenews bezeichnet!

Die Steuern auf fossilen Treibstoffen sollten im Zuge seiner Klimapolitik zum Jahreswechsel erhöht werden. Warum stemmen sich die «gilets jaunes» so vehement dagegen?
Viele Zeitungen schreiben, es gehe lange nicht mehr nur darum, sondern um eine allgemeine Unzufriedenheit mit den politischen Entscheidungen in der französischen Gesellschaft. Ich bin da kategorischer: Den «gilets jaunes» ist die Umwelt egal, gar wurst . Es handelt sich um reaktionäre Leute aus dem linken und vorwiegend aus dem rechten Lager, die sich durch die Entscheidungsgremien nicht mehr vertreten fühlen. Sie wollen einfach gut in ihrem Land leben können – was ja auch verständlich ist. Aber die Energiewende ist da. Da muss sich jeder auf Veränderungen einlassen können. Deswegen kann man nicht eine nachhaltige Umweltpolitik befürworten und gleichzeitig eine solche Bewegung gutheissen.

«Der Streik ist in Frankreich ein Druckmittel, nicht wie bei uns der letzte Kampfakt.»

Die «gilets jaunes» sind nicht die einzigen, die das öffentliche Leben in Frankreich lahmlegen. Wir Schweizer nerven uns regelmässig, weil der TGV wegen Streiks in Frankreich Verspätung hat oder das Flugzeug nicht rechtzeitig abheben kann. Warum gehen die Franzosen so oft auf die Strasse?
In Frankreich wird zuerst gestreikt, dann verhandelt. Der Streik ist ein Druckmittel und nicht wie bei uns der letzte Kampfakt. Das liegt unter anderem an der französischen «Kampf- und Streikkultur» sowie an der Schwäche der Gewerkschaften und an der fehlenden Präsenz von Vermittlungsorganen.

«Sie verlangen mehr vom Sozialstaat, beschweren sich aber lautstark, sobald man diesen finanzieren muss.»

Bereits vor 229 Jahren waren die Steuern einer der auslösenden Funken zur Revolution. Jetzt werfen die «gilets jaunes» Macron vor, die Autofahrer zu melken, um die leeren Staatskassen zu füllen…
Nur gut, dass man die Staatskassen füllt! Und Sprit ist heute bereits viel billiger als in den 80er-Jahren. Diese Regierung hat endlich den Mut, zu sagen, Diesel gehört schrittweise abgeschafft. Aber die «gilets jaunes» beharren auf ihren Autos – klar, sie müssten auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen oder ein nachhaltigeres Auto kaufen. Aber das Problem ist hier oft nicht finanzieller, sondern kultureller Natur: Wenn ich in Frankreich bin und mein GA zeige, schauen mich alle an, als wäre ich ein armer Typ. Für manche Franzosen – hauptsächlich ausserhalb der Grossstädte – bleibt das Auto ein Freiheits- und Statussymbol. Die «gilets jaunes» fordern ausserdem die Erhöhung des Mindestlohns und der Renten – sie verlangen also mehr vom Sozialstaat, beschweren sich dann aber lautstark, sobald man diesen finanzieren muss. Ihre Forderungen sind nicht durchdacht. Das erinnert mich an die Anfangszeiten von François Mitterand. Dieser hat damals die Reichen zur Kasse gebeten und die haben ihr Geld dann schnurstracks auf Schweizer Banken gebunkert. Die Franzosen erhielten dann zwar mehr Lohn, das Land war aber nicht mehr wettbewerbsfähig.  Mitterrand hat daraus seine Lehren gezogen. Die «gilets jaunes» hingegen nicht! Sie schaden der nationalen Wirtschaft. Der Detailhandel, die Gastronomie und der Tourismus mussten wegen der Blockaden und Tumulte bereits massive Umsatzeinbussen hinnehmen.

«Die ‹gilets jaunes› verharren  in einer Opferrolle. Für sie ist nur die Regierung Schuld.»

Letztes Wochenende eskalierten die Proteste auf den Champs-Elysées. Woher kommt all der Hass?
Unter die «gilets jaunes» haben sich sicher auch sogenannte «casseurs» gemischt, also Leute, die nur auf Chaos setzen. Doch viele «Gelbwesten» stammen aus einem bildungsschwachen Milieu und sehen sich als Verlierer der Globalisierung – das sorgt für grosse Frustrationen. Sie verharren dabei in einer Opferrolle. Für sie ist nur die Regierung Schuld, deshalb auch das Credo: ‹Denen im Élysée zeigen wir es jetzt!› Dabei wird auch im Gesellschaftsvertrag von Jean-Jacques Rousseau deutlich, dass in einer Demokratie jeder Verantwortung tragen muss. Und diese Verantwortung wollen die «gilets jaunes» nicht mittragen.

Massenproteste in Frankreich eskalieren

«Der Arbeitslose ist für sie Feind, genauso wie der Migrant.»

Die «Gelbwesten» sagen: Für uns gilt es nicht, das Ende der Welt zu überwinden, sondern erst einmal das Ende des Monats. Steht es um die Mittelschicht Frankreichs so schlecht?
Gewisse Bevölkerungsgruppen leben in Frankreich wirklich nicht sehr gut, aber auch manchmal besser, als es dargestellt wird. Der typische «gilet jaune» wohnt auf dem Land, in Kleinstädten oder in der Peripherie, aber nicht in den Banlieues. In diesen Gegenden kommen viele Familien mit einem doppelten Monatslohn über die Runden und wohnen in kleinen Einfamilienhäusern. Die «Gelbwesten» sind ausserdem nicht arbeitslos. Der Arbeitslose ist für sie Feind, genauso wie der Migrant. Denn beide könnten ihm ja die Arbeit wegnehmen. Unter den gelben Gilets stecken vor allem viele Wähler des rechtsextremen «Front National» der Marine Le Pen sowie der sehr linken «France Insoumise» von Jean-Luc Mélenchon. Wenn man die «gilets jaunes» historisch analysiert, ist es eher eine rechte bis rechtsextreme Bewegung. Neu ist, dass linke Politiker wie François Hollande oder Ségolene Royale solchen Strömungen zusprechen und versuchen, aus der wachsenden Empörung Kapital zu schlagen.

Macron wurde 2017 mit 65 Prozent ins höchste Amt Frankreichs gewählt. Dann kam die Benalla-Affäre, die Abschaffung der Vermögenssteuer – und jetzt steckt er in der schwersten Krise seiner Amtszeit. Wann war die Kehrtwende?
Macron hat verloren, als sich seine linken Wähler nicht mehr mit ihm identifizieren konnten. Passiert ist das bei der Vermögenssteuer. Hier führte er keine «en-même-temps»-Politik, sondern hat die Anliegen der Linken vernachlässigt. Das Label «Präsident der Reichen» klebt ihm seither noch mehr auf der Haut und wirkt sich schlecht auf seine Popularitätswerte aus. Benalla hat sicher auch nicht geholfen.

«Versucht Macron nicht endlich Wirtschaft, Klimapolitik und das Soziale in Einklang zu bringen, steigt die Gefahr eines Mélenchon, aber hauptsächlich einer Le Pen für 2022.»

Für nächsten Samstag ist bereits die nächste nationale Kundgebung angekündigt. Wird sich der Protest von alleine erschöpfen oder wird nochmals alles ausarten?
Es ist beides möglich. Die «gilets jaunes» sind eine irrationale Bewegung, immer gewalttätiger und da kann sich jede Stunde etwas ändern.

Trotz der Ausschreitungen stehen laut einer Umfrage der Sender RTL et M6 72 Prozent der Franzosen hinter den «Gelbwesten». Könnten die «gilets jaunes» Macron die zweite Amtszeit kosten und gleichzeitig politischen Extremen weiteren Aufwind geben?
Es ist zu früh, um Prognosen abzugeben. Aber wenn Macron nicht endlich versucht, Wirtschaft, Klimapolitik und das Soziale in Einklang zu bringen, steigt die Gefahr eines Mélenchon, aber hauptsächlich einer Le Pen für 2022. Dies ist vielen Franzosen, die zu den Sympathieträgern dieser Bewegung gehören, nicht bewusst. Hoffentlich ist es nicht zu spät, um sich endlich von dieser meist rechtsextremen Gefahr abzuwenden.

Es geht auch anders: Macron lud zur Techno-Party vor dem Élysée-Palast ein

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 06.12.2018 07:06
    Highlight Highlight Steuerquote Schweiz 28,5%, Frankreich 46%, am höchsten aller OECD-Länder. Und nun einfach noch eine zusätzliche Steuer unter dem Deckmantel Umweltschutz und deren Einnahmen gehen nicht zweckgebunden in den bereits aufgeblähten Staat. Casasus macht es sich zu leicht, wenn er versucht, die gilets jaunes einfach so in die rechtspopulistische Ecke zu schieben.
    Siehe https://www.watson.ch/Frankreich
  • amazonas queen 06.12.2018 06:41
    Highlight Highlight Heute hast du auch das Thema, dass es sehr einfach ist, Menschen einzutreffen, es ginge ihnen schlecht. Durch die Medien kannst du sehr schnell heizen. Hey, der Arbeitslose hat ein neues Smartphone, du nicht. Dass er sonst keinen anderen Wertgegenstand hat, soweit denkt niemand, die Wut ist schon da.
    Im Luxus leben viele nicht, wenn ich aber sehe, dass meine Eltern als Kind nicht mal fliessend Wasser im Haus hatten, dann wissen wir auch nicht, auf welchem Niveau wir jammern.
  • Michael Heldner 05.12.2018 23:49
    Highlight Highlight Nun wie heißt es so schön, wer es sich leisten kann wählt grün 🤔 wer wegen Spritpreisen streikt, hat wohl kaum den Luxus „grün“ und somit Umwelt freundlich zu denken.
    Mag für viele egoistisch denken, aber wer jeden Euro 2 mal umdrehen muss ist die Umwelt oder tiergerechte Haltung eher egal. Der schaut das er nicht zu viel Monat am Ende von Geld hat.
  • thzw 05.12.2018 19:05
    Highlight Highlight Naja, in Frankreich kommt man ohne Auto ausserhalb der Städte nirgends hin...
  • memento 05.12.2018 17:50
    Highlight Highlight Die Aussage

    "Für manche Franzosen – hauptsächlich ausserhalb der Grossstädte – bleibt das Auto ein Freiheits- und Statussymbol. "

    kann man eins zu eins auf die Schweiz ūbertragen siehe nur die peinliche Benzinerhōhungsdebatte iin den letzten Tagen...
    • Herr Kules 05.12.2018 19:58
      Highlight Highlight Ich fahre wenn möglich immer mit dem Zug und schäme mich für die Leute, die für jeden noch so kleinen Weg, ihren Karren aus der Garage ziehen.

      Für mich ist ein 1. Klasse GA ein Statussymbol!
  • just sayin' 05.12.2018 17:40
    Highlight Highlight um den grossen denker j. clarkson zu zitieren:

    "the french just give up too soon"
    • äti 05.12.2018 20:39
      Highlight Highlight @just, und wer sind die "french" jetzt?
  • meine senf 05.12.2018 17:30
    Highlight Highlight Diese Bewegung ist wohl sehr vielschichtig. So ein Gilet muss in Frankreich jeder Autofahrer haben, so dass fast jeder eines hat und anziehen kann. Vielleicht mit Guy-Fawkes-Maske vergleichbar, die auch nicht mehr viel aussagt.

    Es gibt sicher jede Menge klassische Freie-Fahrt-für-freie-Bürger-Wutbürger, Rechtsextreme, Linksextreme, Trittbrettfahrer, denen es nur um Krawall geht, aber auch Leute, die nicht extrem oder autoversessen sind, aber beim in der Fläche schlechtem französischem ÖV keine Wahl haben.

    Die meisten Kommentare sehen nur einen dieser Gruppen und ignorieren die anderen.
  • Jungle Head 05.12.2018 16:43
    • michiOW 05.12.2018 18:22
      Highlight Highlight Hört sich eher wie der feuchte Traum eines ungebildeten Sozialdemokraten an...
  • Liselote Meier 05.12.2018 16:40
    Highlight Highlight Aus den Fehlern von Mitternand kann man durchaus was lernen aber nicht im Sinne des interviewten, mann solle vor der Kapitalflucht Kapitulieren, nein das System so gestallten, das Kapitalflucht nicht so einfach von statten gehen kann. Mitternand hatte die Banken nicht angetastet.
    Sprich die Gewinnabschöpfung kann so nicht weitergehen und muss auf ein Vernünftiges Maas wieder heruntergebrochen werden.





    • Eine_win_ig 05.12.2018 17:13
      Highlight Highlight Wie stellen Sie sich vor, die Kapitalflucht zu verhindern, wenn der freie Finanzverkehr einer der vier Pfeiler des EU Raumes ist? Da kann Macron oder wer auch immer in Frankreich lange versuchrn, die Banken zu regulieren. Das würde dann aber wohl gegen EU-Recht verstossen.
    • Liselote Meier 05.12.2018 17:42
      Highlight Highlight Durchaus alleine in Frankreich geht das natürlich nicht, würde wohl auch nicht viel bringen. Das muss schon auf EU-Ebene passieren
    • Eine_win_ig 05.12.2018 19:00
      Highlight Highlight Da wir ja meist recht unterschiedliche Positionen vertreten, nähme mich mal Ihre Einstellung zu Kryptowährungen wunder. Keine Bankem mehr als Mittelmänner (Demokratisierung des Geldes), allerdings auch keine grosse Kontrolle mehr. Aus Ihrer Sicht: mehr Chance oder mehr Gefahr?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zahlenheini 05.12.2018 15:49
    Highlight Highlight Gemessen am Haushaltseinkommen haben wir wohl noch nie so wenig für Treibstoff, Lebensmittel und andere "Basics" ausgegeben. Dabei geht vergessen, dass das Auto bis vor kurzem eigentlich ein Luxusobjekt war. Aber klar..."früher war alles besser". Dank der Globalisierung können sich diese Wutbürger überhaupt ein Auto, Haus, Zigaretten und Ferien leisten. Aber das will man nicht wahrhaben. Am liebsten hätte man günstiges Benzin ohne Globalisierung und das Aufhalten des Klimawandels ohne Effort. Das Eine geht nicht ohne das Andere.
    • Sebastian Wendelspiess 05.12.2018 16:12
      Highlight Highlight Dem würde ich wiedersprechen. Ich denke die letzten 20,30 Jahre wurde vieles eher teurer wobei die Löhne gleich blieben. Schön das du dem gemeinen Volk Ferien, ein Auto und Zigaretten gönnst und nicht nur der globalen überreichen Elite. Wie nett von dir.
    • Liselote Meier 05.12.2018 16:25
      Highlight Highlight Durchaus die Selbstreflexion der „gilets jaune„ tendiert gegen 0. Die Wut ist dennoch verständlich. Man kann der Mittelschicht und der „Unterklasse“ nicht sagen ihr müsst den Gürtel enger schnellen, während man im gleichen Atemzug die Reichen bevorzugt und noch mehr entlastet.
      Wo bleibt den die 1000% CO2 Steuer auf Privatflugzeuge und Luxusjachten?

      Verluste Sozialisieren, Gewinne Privatiseren, dass ist Macrons Politik.


    • Zahlenheini 05.12.2018 16:48
      Highlight Highlight Das ist sehr wahr und ein strategischer Fehler Macrons. Offenbar kommen viele dieser Krawallmacher aber aus durchaus stabilen Verhältnissen. Wohlstandsverwahrlosung kann sehr absurde Formen annehmen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • gmiraisin 05.12.2018 15:34
    Highlight Highlight Was für eine realitätsfremde Einschätzung... 72% Unterstützung in der Bevölkerung, aber das Problem liegt klar bei den «reaktionären» «bildungsschwachen» Verlierer der Globalisierung - sicher nicht bei Macron oder seinen Vorgängern die das Land in den Sumpf geritten haben. Regieren wäre halt viel einfacher wenn man die ungewaschenen Massen ignorieren könnte.
    • Pumba 05.12.2018 18:31
      Highlight Highlight Macron hat hier gar nichts in den Sumpf geritten. Frankreich war schon vorher beileibe keine "grande nation" mehr und wenn nicht bald Reformen kommen, dann wird es so weitergehen. Die Franzosen leben in Gedanken immer noch in der romantischen Zeit. Zu Reformen gehört halt, dass man auch zurückstecken muss. Man kann es einseitig den Reichen anlasten oder jeder muss etwas dazu beitragen. Nach Logik der Revolutionären sollen es nur die anderen sein, ja nicht sie selber. Ist halt einfach..
  • LibConTheo 05.12.2018 15:22
    Highlight Highlight Vielleicht haben die "Gilets Jaunes" alle den Nairobi-Report gelesen, wodurch ihre Aggression gegenüber einer Erhöhung von "Umweltsteuern" zu Lasten des Benzinpreises, in meiner Ansicht absolut nachvollziehbar wäre.

    Darf man hier eigentlich schon erwähnen, dass die anthropologische Klimaentwicklung nicht bewiesen ist?

    *duckundweg*



    • ThomasHiller 05.12.2018 15:48
      Highlight Highlight *stehaufundda*

      Doch, die Summe der Indizen kann ihn nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nur als bewiesen darstellen.

      Sollten wir übrigens froh drüber sein, denn dann können wir das beeinflussen. Gäb' es eine andere - natürliche - Quelle, wären wir chancenlos.

      Play Icon

    • Juliet Bravo 05.12.2018 16:19
      Highlight Highlight Es heisst die *anthropogene* Klimaveränderung. Und dort liegen die Dinge ziemlich klar vor uns.

      Z.B. hier einfach zusammengestellt:

      https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-05/klimawandel-erderwaermung-co2-meeresspiegel-fakten-beweise
    • swisskiss 05.12.2018 20:28
      Highlight Highlight LibConTheo: Aha, Nairobi Report.... Soll das ein Witz sein? Ein vor 11 Jahren geschriebenes Fantasiewerk von Michael Limburg, Elektroingenieur und Vorstandsmitglied von EIKE, einer Klimaleugnerplattform, die durch Exxon Mobile und Koch Industries finanziert wird?

      Junge, Du hast ein massives Problem, wenn Du nicht mal erkennen kannst aus welcher Ecke so ein Unsinn kommt. Dir kann man alles verkaufen, solange es Deinem Weltbild entspricht, nicht wahr?
    Weitere Antworten anzeigen
  • salamandre 05.12.2018 15:14
    Highlight Highlight Diesel wurde bis gestern bevorzugt und von den Französischen Konzernen zur Hauptsache heute noch produziert.
    Sozialabgaben auf Mitarbeiterlöhnen 80-110% Mindestlohn (smig) 1200euros.
    Umsätze zur Berrechnung von Sozialabgaben, oder Sozialabgaben ohne Steuerbare Einnamen.
    Ihr dürft gerne auf mich zurückkommen.
    Ich wohne und arbeite hier doch schon 20 Jahre
    • dan2016 05.12.2018 16:39
      Highlight Highlight gerne komme ich auf dich zurück, das mit den Sozialabgaben stimmt auch bei sehr grosszügiger Berechnung nicht. Obwohl ich weder 20 Jahre arbeite....
    • Nicole Frei 05.12.2018 17:43
      Highlight Highlight In Frankreich sind die Sozialabgaben knapp 100 % vom Nettolohn. Die Franzosen sprechen üblicherweise vom Nettolohn. Der Mindestlohn beträgt ca. 1'200 Euro pro Monat und die Miete z.B. in Mulhouse, Elsass beträgt zwischen 500 und 600 Euro für eine 3 Zimmerwohnung (3. Zimmer 7 m2) auf dem Land etwas teurer. Elektrisch, falls die Heizung nicht elektrisch ist (vielerorts wir elektrusch geheizt KKW) zwischen 30 und 40 Euro, Wohnsteuer und TV Gebühr (Billag) 721 Euro im Jahr, also 60 Euro. Lebensmittel sind einiges teurer als in Deutschland. Ekektrogeräte wie TV sind in der Schweiz günster.
    • Nicole Frei 05.12.2018 17:53
      Highlight Highlight Mit Festarbeitsvertrag und 3 Lohnabrechnungen erhält mann/frau einen Kredit. Deshalb haben auch so viele Fr. einen Kredit.

      In Fr. ist das Mittel der Demokratie der Streik. In Fr. wird der Präsident und die Repräsendanten demokratisch gewählt und dann 5 Jahre was die halt machen.

      Die gr. Probleme sind hier aber ganz anders. Ich lebe besser, wenn ich nicht arbeite und vom Sozialstaat lebe. Arbeitslos und mit Ausbildung muss ich Kurse besuchen, die überhaupt nichts mit einer Ausbildung zu tun habe (Servicefachkraft als Maler), oder Familienvater von Mulhouse nach Toulouse als Baggerfahrer!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sebastian Wendelspiess 05.12.2018 15:09
    Highlight Highlight Naja von diesem Gilbert Casasus halte ich nicht viel. Er hat vor einem halben Jahr diesen Schnösel Macron noch in allen tönen gelobt. Lächerlich. Macron ist am Ende. Der tritt noch vor Trump ab, wetten?
  • Forest 05.12.2018 15:09
    Highlight Highlight So sieht die Realität aus. Die Umwelt ist ein Thema das uns alle betrifft. Bevor man mit dem Finger auf Politiker, Demonstranten oder andere zeigt, sollte man sich erst fragen "Was für einen Beitrag leiste Ich"? Es ist falsch eine Gruppe wie Autofahrer alleine für das Problem verantwortlich zu machen. Wir alle sind Bewohner dieses Planeten und müssen gemeinsam Sorge tragen.
    User Image
  • Sebastian Wendelspiess 05.12.2018 15:06
    Highlight Highlight Aber aber... es ist doch sicher Putin Schuld an den Protesten.
    • Heinz Maag 05.12.2018 16:04
      Highlight Highlight Putin oder Erdogan, aber sicher nicht doch Macron :)
    • Juliet Bravo 05.12.2018 17:59
      Highlight Highlight Würde mich aber auch überhaupt nicht überraschen, wenn Facebook und Twitter in 2, 3 Monaten wieder bekannt geben, ein paar Tausend Fakeaccounts aus Ru gelöscht zu haben...
    • Sebastian Wendelspiess 05.12.2018 18:57
      Highlight Highlight @juliet logisch, dein Feindbild kenn ich langsam...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Franz Vincent 05.12.2018 14:59
    Highlight Highlight was für ein katzenjammer, hättet besser pamela anderson zu wort kommen lassen: https://www.pamelaandersonfoundation.org/news/2018/12/4/yellow-vests-and-i
  • Markus97 05.12.2018 14:35
    Highlight Highlight Schönes Interview. Direkt und nicht schöngeredet. Ich hoffe das lesen einige Gelbwesten.
    • Skeptischer Optimist 05.12.2018 14:58
      Highlight Highlight Natürlich werden die Gelbwesten gerne lesen, dass sie ungebildete Motztüten seien, denen die Umwelt scheissegal sei. Unvermeidlich, dass sie diese weisen Worte aus dem Mund eines Schweizer Professors tief beeindrucken wird. Der Experte aus dem Land in dem die französischen Reichen ihr Geld bunkern, wenn sie keine Steuern zahlen wollen.
    • Dr. Unwichtig 05.12.2018 15:11
      Highlight Highlight @skeptischer Optimist. Der "Schweizer Professor" ist ebenso franz. Staatsbürger, hat in Frankreich sowohl studiert, als auch doziert und ist Träger eines französischen Verdienstordens. Nicht, dass die Gelbwesten diese Tatsachen irgendwie sinnvoll einordnen könnten - aber es sollte doch zumindest erwähnt werden...
    • Skeptischer Optimist 05.12.2018 16:01
      Highlight Highlight @Dr. Unwichtig: Ein Verdienstorden schützt offensichtlich vor Torheit nicht. Der Professor taugt schon beinahe als Karikatur der abgehobenen Elite. Das allen Ernstes noch versucht sich und Macron als Grüner zu positionieren macht ihn nur noch lächerlicher.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nik G. 05.12.2018 14:34
    Highlight Highlight Typische momentan Mentalität in vielen Teilen der Welt. Schuld sind die anderen, es muss sich etwas ändern aber ja nicht bei mir. Siehe Trump, Bayern München, Klimapolitik Schweiz, usw...... Die Reichensteuer abuschaffen ist sehr schlecht, trotzdem müssen alle anpacken wen es um die Verbesserung unserer Umwelt geht. Auch die "Arme" Bevölkerung.
    • Statler 05.12.2018 15:39
      Highlight Highlight Ja, alle müssen anpacken. Aber weil Macron den Reichen ja fette Steuergeschenke gemacht hat, packen die eben nicht mit an, sondern es wird auf dem Buckel der Arbeiter ausgetragen. Müssten die Reichen ihren Obulus auch zahlen, wäre die Aufregung vermutlich kleiner.
      Vermutlich sehen wir hier den Anfang vom Ende des feuchten neoliberalen Traums. Dumm nur, dass selbiger jetzt von rechtsnationalen Allmachtsphantasien abgelöst wird.
    • salamandre 05.12.2018 18:14
      Highlight Highlight @Stattler, hast Du schön gesagt
    • Nik G. 05.12.2018 18:34
      Highlight Highlight @statler. Ja schön gesprochen
  • Skeptischer Optimist 05.12.2018 14:25
    Highlight Highlight Und hier meine klaren Worte: Der Mann versucht krankhaft die Unzufriedenen in der rechten Ecke anzusiedeln, aber es gelingt ihm nicht. Macron versucht dieselben "Reformen" in Frankreich durchzuziehen, die seinerzeit Schröder den Deutschen zugemutet hat. Mit dem Resultat, dass 30 Mio. Deutsche in Armut leben, während es Deutschland angeblich gut gehe. Das einzige erstaunliche am Absturz der "Volksparteien" in DE ist, der Umstand, dass er solange gedauert hat. Macron ist der grösste Wahlhelfer der von Mme. Le-Pen, die "gilet jaunes" sind die beste Hoffnung diesen arroganten Schnösel zu stoppen.
    • ZaZaa 05.12.2018 15:12
      Highlight Highlight @Optimist: Wie kommst du auf die Zahl von 30 Mio.? Wenn ich google, komme ich auf knapp 16 Mio. Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind.
    • Dr. Unwichtig 05.12.2018 15:27
      Highlight Highlight Ja, super. Einfach mal eine Zahl (30 Mio!!) raushauen, ohne Bezug oder Prüfung. Zur Info: rund 16% der Bevöklerung in DE leben in so gennannt "einkommensarmen" Haushalten (rund 13 Mill.). Dauerhaft von Armut betroffen sind rund 4 Millionen - nicht 30. Aber stimmt - 30 sieht besser aus und zeigt auch klarer das Versagen der bösen, bösen Politiker...
    • Statler 05.12.2018 15:32
      Highlight Highlight Aus Sicht der (neoliberalen) Wirtschaft hat Schröder tatsächlich alles richtig gemacht. Er hat im eigenen Land einen Billiglohnsektor hochgezogen, mit Teilzeitarbeitern, die weder Lohnsicherheit noch Kündigungschutz kennen. Er hat den Sozialstaat abgebaut und den Konzernen fette Gewinne verschafft. Schon damals war aber bekannt, dass der «trickle down effect» nicht stattfindet und von diesen Gewinnen bei den Arbeitnehmern nix ankommt.
      Und Macron versucht jetzt dasselbe. Zum Glück sind die Franzosen nicht so dämlich und lassen sich das gefallen.
    Weitere Antworten anzeigen

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