International
Frankreich

Opposition in Frankreich witzelt über neue «Sarkozy-Regierung»

epa11071132 New French prime minister Gabriel Attal, (C- background), attend the first meeting of the new cabinet after a cabinet reshuffle, at the Elysee Palace in Paris, France, 12 January 2024. EPA ...
Das neue Kabinett, 12. Januar 2024.Bild: keystone

Opposition in Frankreich witzelt über neue «Sarkozy-Regierung»

12.01.2024, 14:5912.01.2024, 14:59

Nach der von Präsident Emmanuel Macron vorgenommenen Regierungsumbildung in Frankreich mit dem Wechsel konservativer Politiker in Ministerämter witzelt die Opposition über eine neue «Sarkozy-Regierung».

Grünen-Chefin Marine Tondelier und der Nationalsekretär der kommunistischen Partei, Fabien Roussel, sprachen von einer «Regierung Sarkozy IV», nachdem es zur Amtszeit des konservativen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy (2007-2012) drei Regierungen gegeben hatte.

Der Mitte-Politiker Macron habe sich nach der Ernennung der neuen Minister am Donnerstag sogar mit Sarkozy telefonisch ausgetauscht, berichtete der Sender Europe 1 am Freitag. So wird Rachida Dati, die unter Sarkozy von 2007 bis 2009 Justizministerin war, neue Kulturministerin. Das Arbeits- und Gesundheitsministerium leitet künftig Sarkozys ehemalige Sprecherin Catherine Vautrin.

Dem Präsidenten der konservativen Républicains, Éric Ciotti, stiess der Wechsel Datis in die neue Regierung hingegen übel auf - er schloss sie noch am Donnerstagabend aus der Partei aus. Mit dem Eintritt in die Regierung stelle Dati sich «ausserhalb unserer politischen Familie», teilte Ciotti mit. «Sie gehört von nun an nicht mehr zu den Republikanern. Wir sind in der Opposition und ziehen daher mit Bedauern die Konsequenzen aus ihrer Wahl.» Andere Konservative kritisierten den Ausschluss allerdings.

Bodenständig präsentierte sich unterdessen die neue Ministerin für Parlamentsangelegenheiten, Marie Lebec (33). Der Sender BFMTV passte sie am Freitagmorgen auf dem Weg zum Amtsantritt in der Metro ab. Ob sie künftig den Dienstwagen samt Chauffeur nutzt, konnte sie noch nicht sagen. Als Abgeordnete sei sie bisher immer mit der Metro gefahren. Dann komme sie ja immer wie viele Menschen im Grossraum Paris zu spät zur Arbeit, meinte der TV-Reporter. «Nein, nein, ich organisiere mich, um pünktlich zu sein», erwiderte die neue Ministerin. (yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Nach der Ölkrise droht nun ein Öl-Überangebot – die Gründe
Auf dem Ölmarkt wächst die Sorge vor einem Überangebot. Mehrere Lieferquellen kommen gleichzeitig zurück, während China als wichtiger Käufer weiter zurückhaltend bleibt.
Auf dem Ölmarkt droht ein Überangebot. Wie die Agentur Bloomberg berichtet, kommt derzeit deutlich mehr Öl auf den Markt: wieder freigegebene Lieferungen aus der Golfregion, zusätzliche Exporte aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie wieder verfügbares iranisches Öl. Zugleich kauft China weiter deutlich weniger Rohöl als vor dem Krieg. Der Preis für ein Barrel der wichtigen Nordsee-Ölsorte Brent ist seit seinem Hoch Ende April um 43 Prozent gefallen.
Zur Story