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An aerial view shows white containters, tents and makeshift shelters on the eve of the evacuation and dismantlement of the camp called the

Der «Dschungel» von oben. Bild: PASCAL ROSSIGNOL/REUTERS

Von Calais nach London oder in die französische Provinz: So soll die Räumung ablaufen

Das seit Jahren umstrittene Flüchtlingslager von Calais wird am Montag geräumt. Die meisten Menschen sollen nach dem Willen der Regierung in Aufnahmezentren in ganz Frankreich umgesiedelt werden. Einige wenige können aber hoffen, auf legalem Weg zu ihrem Zielort Grossbritannien zu gelangen.



Umsiedlung

Die französische Regierung will die meisten Bewohner des Lagers von Calais in rund 160 Aufnahmezentren im ganzen Land umsiedeln. Nach offiziellen Angaben können die Flüchtlinge eine Präferenz äussern, in welche Region sie mit den bereitgestellten Bussen gebracht werden wollen. Einige Menschen aus Calais wurden in den vergangenen Tagen bereits umgesiedelt. So kamen im südfranzösischen Pierrefeu-du-Var nördlich von Toulon 14 Menschen an. 80 junge Flüchtlinge mit Hochschulreife wurden ins nordfranzösische Villeneuve-d'Ascq bei Lille gebracht, wo sie einen Französischkurs machen und anschliessend ein Studium aufnehmen sollen.

Aufnahme in Grossbritannien

Dieser Weg steht vor allem unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen offen. Fast 1300 von ihnen halten sich in Calais auf. Rund 40 Prozent von ihnen geben an, in Grossbritannien Familienangehörige zu haben. Die britische Regierung hat zugesagt, all diese Fälle zu prüfen. Dafür befragen britische Beamte die Jugendlichen in Calais seit Tagen mit Hilfe von Übersetzern. Mehr als 320 von ihnen wurden bereits angehört. Insgesamt mehrere Dutzend Minderjährige aus Calais sollten bis Samstag in Grossbritannien sein, wo sie mit ihrer Familie vereint werden sollten.

Rückführung

Nach inoffiziellen Schätzungen der französischen Behörden sind 65 bis 75 Prozent der Bewohner des «Dschungels» bei der Einreise in die EU bereits in einem anderen Land registriert worden, die meisten von ihnen in Italien. Nach dem Abkommen von Dublin müssten sie eigentlich in dieses Land zurückgeführt werden. Die Behörden in Calais wollen aber nach Einschätzung von Helfern ein Auge zudrücken und die Menschen auffordern, in Frankreich Asyl zu beantragen.

Abschiebung

Wer sich weigert, bei der Schliessung des Lagers zu kooperieren, dem droht nach Einschätzung von Hilfsorganisationen die Abschiebung in sein Heimatland. Das gilt etwa für Flüchtlinge, die nicht in die bereitgestellten Busse steigen wollen. Oder für solche Flüchtlinge, deren Asylantrag in Frankreich bereits abgelehnt wurde.

Abtauchen

Eine Reihe von Menschen haben den «Dschungel» von Calais bereits verlassen, als die ersten Berichte über die Schliessung bekannt wurden. Wie hoch ihre Zahl ist, weiss niemand. Sie dürften weiterhin versuchen, sich von Nordfrankreich aus nach Grossbritannien durchzuschlagen. (viw/sda/afp)

Passend dazu: Der Dschungel von Calais ist plattgewalzt

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Der Dschungel von Calais ist plattgewalzt
quelle: x00380 / yves herman
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