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Die Maschine der Ryanair landet sicher im litauischen Vilnius.
Die Maschine der Ryanair landet sicher im litauischen Vilnius. Bild: keystone

Belarus: Minsk drohte mit Abschuss – Flugzeug nun in Litauen gelandet

23.05.2021, 22:0224.05.2021, 13:33

Nach der Umleitung nach Belarus ist die Passagiermaschine der Gesellschaft Ryanair am Sonntag mit mehr als achtstündiger Verspätung auf dem Flughafen der litauischen Hauptstadt Vilnius gelandet. Das Flugzeug mit der Nummer FR4978 landete um 21.25 Uhr (20.25 Uhr MESZ), wie auf der Webseite des Flughafens zu sehen war. Ursprünglich sollte die in Athen gestartete Maschine mit mehr als 100 Menschen an Bord um 13.00 Uhr Ortszeit landen.

Die belarussische Opposition warf dem Machthaber Alexander Lukaschenko in Minsk Staatsterrorismus vor, weil er das Flugzeug mit dem oppositionellen Aktivisten Roman Protassewitsch an Bord zur Landung gezwungen habe. Der frühere Kulturminister Pawel Latuschko, der in der EU als Oppositioneller im Exil ist, sagte, dass neben dem in Minsk festgenommenen Protassewitsch mehrere Passagiere nicht die Weiterreise angetreten hätten, darunter auch ein Bürger aus Belarus und vier Russen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Die Maschine der Ryanair (FR4978) nach der Landung.
Die Maschine der Ryanair (FR4978) nach der Landung.Bild: keystone

Minsk drohte mit Abschuss der Maschine

Latuschko sagte unter Berufung auf seine Kontakte, dass die Flugleitzentrale in Minsk den Piloten mit einem Abschuss der Maschine gedroht habe, wenn sie nicht landen. Dazu sei auch ein mit Raketen bewaffneter Kampfjet MiG-29 aufgestiegen, um das Flugzeug zur Umkehr und auf den Boden zu zwingen.

Dass ein Kampfjet aufstieg, haben die Behörden in Minsk zwar bestätigt, nicht aber die Drohung gegen die Piloten. Staatsmedien in Minsk berichteten vielmehr, die Piloten hätten nach einer angeblichen Bombendrohung selbst um Landung in Minsk ersucht. Dem widersprachen zahlreiche Experten, weil die Maschine bereits näher an ihrem Zielort Vilnius als an Minsk gewesen war, bevor sie umgeleitet wurde.

Nach der Landung stellte sich nach belarussischen Behördenangaben heraus, dass es keinen Sprengsatz an Bord gegeben habe. Festgenommen wurde nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna aber der politische Aktivist und Blogger Protassewitsch. Über seinen Verbleib gab es zunächst keine offiziellen Angaben. (sda/dpa)

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18 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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uhuhu
23.05.2021 22:10registriert Januar 2019
Fliegen war früher weniger gefährlich - heutzutage schiessen die Russen ohne Warnung Flugzeuge vom Himmel und die Weissrussen kapern Flugzeuge - Sitten wie bei den Piraten vor mehreren hunderte Jahren - gebt den Kleinkindern Putin und Lukaschenko andere
Spielzeuge !
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René Brügger
23.05.2021 22:26registriert März 2021
So etwas darf nicht passieren. Hoffe es hat gravierende folgen für diesen Schurkenstaat. Die Botschaft von Belarus hat übrigens eine facebook Seite und freut sich über konstruktives feedback.
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paulm
23.05.2021 22:20registriert Juli 2015
Das Flugzeug ist mit 6 Passagieren weniger nach Vilnius geflogen. Der Verschleppte und seine Freundin. Und 4 Russen. Wer waren die? Ryanair hat nicht über das Kidnapping informiert. Mal schauen, ob die EU reagiert, sie müsste eigentlich.
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