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Armed police block demonstrators during an opposition rally to protest the official presidential election results in Minsk, Belarus, Sunday, Nov. 1, 2020. Some thousands of protesters swarmed the streets of the Belarus' capital on Sunday, demanding the resignation of the country's longtime authoritarian leader, and were met with police firing warning shots into the air and using stun grenades to break up the crowds. (AP Photo)

Polizisten blockieren den Weg von Demonstranten am 01. November in Minsk. Bild: keystone

Uniformierte in Sturmhauben lösen Anti-Lukaschenko-Proteste auf



Uniformierte in Sturmhauben sind in Belarus (Weissrussland) in Hundertschaften gegen neue Proteste gegen Machthaber Alexander Lukaschenko vorgegangen. Es gab Dutzende Festnahmen, wie das Menschenrechtszentrum Wesna auf seiner Internetseite spring96.org am Sonntag mitteilte. Am frühen Nachmittag war von mehr als 160 Festnahmen die Rede. Auf Videos und Fotos war zu sehen, wie Uniformierte teils ohne Erkennungszeichen friedliche Menschen brutal auf den Boden drückten und in Gefangenentransporter zwängten.

An mehreren Stellen der Stadt ging die Sonderpolizei OMON gegen Menschengruppen vor, die versuchten, sich im Stadtzentrum zu versammeln. Wie jeden Sonntag waren Tausende Menschen auf den Strassen unterwegs. Auch in anderen Städten gab es Demonstrationen für einen Rücktritt Lukaschenkos.

Die Metrostationen in Minsk waren gesperrt, damit Demonstranten nicht ins Stadtzentrum gelangen konnten. Auch das mobile Internet war weitgehend abgeschaltet – so sollte die Verabredung zu Versammlungen in der Stadt erschwert werden. Truppen sperrten mehrere Strassen – teils mit schwerer Technik.

Trotz des Demonstrationsverbots und der Gewaltandrohung der Behörden marschierten Menschenzüge auf mehreren Strassen der Stadt – mit den historischen weiss-rot-weissen Flaggen. Sie skandierten: «Lang lebe Belarus!». Die Behörden hatten für auch eine Autokorso-Aktion der Unterstützer Lukaschenkos angekündigt.

«Die Macht gehört dem Volk!», teilte die Demokratiebewegung in Minsk mit. Die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja, die von der Bewegung als Siegerin der Präsidentenwahl vom 9. August angesehen wird, begrüsste, dass die Menschen ohne Furcht und mit Ausdauer gegen Lukaschenko um ihre Freiheit kämpften. «Schon seit 90 Tagen leisten wir Widerstand gegen Gesetzlosigkeit und Gewalt», sagte sie in ihrem Exil in der EU.

In Belarus kommt es seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August immer wieder zu Protesten gegen Lukaschenko. Er hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen nach 26 Jahren an der Macht erneut zum Sieger erklären lassen. Die Opposition sieht dagegen Tichanowskaja als wahre Gewinnerin an. Der Machtapparat geht immer wieder brutal gegen friedliche Demonstranten vor. Es gab bereits mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen. (sda/dpa)

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