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Experten warnen vor Entscheidungskampf um Darfur

Experten warnen vor Entscheidungskampf um Darfur

26.04.2024, 10:3226.04.2024, 10:32

Experten der US-Universität Yale sehen nach der Auswertung von Satellitenaufnahmen und anderen Daten deutliche Hinweise auf einen bevorstehenden Entscheidungskampf über El Fasher, die Hauptstadt der sudanesischen Region Nord Darfur. El Fasher ist die letzte Stadt, die in dem seit mehr als einem Jahr andauernden blutigem Machtkampf im Sudan noch unter Kontrolle der Regierungstruppen SAF steht. In der Stadt lebten 800'000 Zivilisten, unter ihnen 700'000 Binnenvertriebene, die Zuflucht vor den Kämpfen gesucht haben, sagte Nathaniel Raymond, Leiter des Humanitarian Research Lab, am späten Donnerstagabend.

Sudanese refugees who fled the conflict in Sudan gather July 4, 2023 at the Zabout refugee Camp in Goz Beida, Chad. The U.N. says the conflict in Sudan has driven more than 3.1 million people from the ...
Sudanesische Vertriebe in einem Flüchtlingslager im Tschad.Bild: keystone

Nachdem die Regierungstruppen in den vergangenen Tagen den Aufnahmen zufolge ihre Verteidigungsstellungen zwischen El Fasher und dem nahegelegenen Flüchtlingslager ZamZam aufgegeben hätten, sei das Lager nun ungeschützt, sagte Raymond.

«Die (Miliz) RSF hat seit Monaten klargestellt, dass es ihre Absicht ist, El Fasher anzugreifen, um die Kontrolle über Darfur zu erlangen», sagte Raymond. «Wenn sie das tun, ist es der letzte Kampf um Darfur.» Er befürchte, dass es dann zu Massakern und Gräueltaten ähnlich wie während des Völkermords in Darfur von 20 Jahren komme. Die RSF ist aus den arabischen Reitermilizen hervorgegangen, die damals verantwortlich für ethnische Massenmorde waren.

In dem blutigen Machtkampf, der die inzwischen grösste Flüchtlingskrise der Welt ausgelöst hat, werden SAF wie auch RSF Kriegsverbrechen vorgeworfen. Vor allem Kämpfer der RSF sollen verantwortlich für Vergewaltigungen, Verstümmelungen und willkürliche Erschiessungen von Zivilisten sein, während der SAF unter anderem Luftangriffe in dicht bevölkerten Gebieten mit vielen zivilen Opfern vorgeworfen werden, (saw/sda/dpa)

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