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Milei wird in Spanien wie Rockstar gefeiert – und sorgt für Eklat

Argentina's president Javier Milei gestures as he delivers a speech on stage during the Spanish far-right wing party Vox's rally "Europa Viva 24" in Madrid, Spain, Sunday, May 19,  ...
Der argentinische Präsident Javier Milei gestikuliert während einer Rede auf der Bühne während der Kundgebung «Europa Viva 24» der spanischen rechtsextremen Partei Vox.Bild: keystone

Argentinischer Präsident Milei wird in Spanien wie Rockstar gefeiert – und sorgt für Eklat

19.05.2024, 20:16
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Auf einer Wahlkampfveranstaltung der spanischen Rechtspopulisten (Vox) zur Europawahl ist der ultraliberale argentinische Präsident Javier Milei besonders euphorisch gefeiert worden. Mit seiner viel bejubelten Rede sorgte der 53-Jährige am Sonntag in Madrid aber auch für einen Eklat. Er kritisierte in aller Schärfe die linke Regierung Spaniens und bezeichnete die Frau von Ministerpräsident Pedro Sánchez, Begoña Gómez, als «korrupt». Milei nannte Gómez zwar nicht beim Namen, aber die Anspielung war eindeutig. Die Antwort der spanischen Regierung liess nicht lange auf sich warten. Sie rief ihre Botschafterin in Buenos Aires zu Konsultationen und «für unbefristete Zeit» nach Madrid zurück.

Aussenminister José Manuel Albares sprach bei der Bekanntgabe dieser Massnahme von einem «Frontalangriff auf unsere Demokratie, auf unsere Institutionen und auf Spanien». «Es ist nicht hinnehmbar, dass ein amtierender Präsident Spanien und den spanischen Ministerpräsidenten bei einem Besuch in Spanien beleidigt», sagte Albares.

Zuvor hatte Milei in Madrid mit seiner Rede die rund 11 000 Teilnehmer aus Europa, den USA und Lateinamerika begeistert. Man müsse «dem verdammten und krebsartigen Sozialismus basta» sagen. Sozialismus führe «zu Sklaverei oder Tod», soziale Gerechtigkeit sei «immer ungerecht», rief der Gastredner, der sich als «Anarchokapitalist» bezeichnet. Milei sei wie ein «Rockstar» gefeiert worden, beschrieben die Zeitung «El Mundo» und andere Medien die Stimmung im Palacio de Vistalegre. Beim Auftritt des Argentiniers skandierten die Menschen immer wieder «Freiheit, Freiheit». «Herzlichen Dank, Javier Milei, für den Schrecken, den du den Linken des Westens eingejagt hast», sagte Vox-Präsident Santiago Abascal.

Unter den Teilnehmern waren zahlreiche hochrangige rechte, rechtspopulistische und nationalkonservative Politiker aus dem Ausland, darunter Marine Le Pen von der französischen Partei Rassemblement National, der Portugiese André Ventura, der Chilene José Antonio Kast und auch der israelische Minister für soziale Gleichheit, Amichai Chikli.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schaltete sich mit einer Rede per Video zu und wurde ebenfalls lautstark gefeiert. Ungarns Regierungschef Viktor Orban schickte eine Botschaft, in der er die Wahl zum Europäischen Parlament vom 6. bis 9. Juni als «einen grossen gemeinsamen Kampf» gegen ein Europa bezeichnete, das «massenhafte illegale Migration» fördere und «unsere Kinder mit Gender-Propaganda vergiftet». (hkl/sda/dpa)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ichwillauchwassagen
19.05.2024 20:48registriert Mai 2019
Und warum wird dem nicht subito sein Bleiberecht entzogen?
Ein Staat kann auch Diplomaten ausweisen.
Warum ein Präsident eines nicht europäischen Landes in Europa für die Wahlen für das EU-Parlament Wahlkampf machen darf entzieht sich meinem Wissen und Verständnis.
Wer ist der nächste? Putin in Ungarn?
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ricardo
19.05.2024 21:45registriert Februar 2014
Konsum und industrielle Produktion sind seit Mileis Amtsantritt rückläufig. Insofern ist der libertäre Rechtspopulist auf dem gleichen Weg wie früher Ex-Präsident Macri – einfach schneller. Wofür Macri vier Jahre brauchte, reichen dem Horrorclown grademal 5 Monate.
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Allkreis
19.05.2024 23:24registriert Januar 2020
Unglaublich! Argentinien geht gerade den Bach runter und trotzdem versucht er anderen Ratschläge zu geben. Sowas funktioniert auch nur mit Rechtspopulisten. Wie Orban, hat er auch bei uns viele rechtspopulistische Anhänger. Libertärer Anarchokapitalismus bedeutet zügelloser Wildwestkapitalismus, der Traum unserer hiesigen Neokapitalistenszene - bestens repräsentiert durch SVP und FDP.
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