International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this file image made from Nov. 25, 2019, file video, a New Zealand health official prepares a measles vaccination at a clinic in Apia, Samoa. A measles outbreak in Samoa has killed 50 babies and young children as authorities race to vaccinate the entire population of the South Pacific nation. (Newshub via AP, File)

Eine Helferin bereitet eine Impfung vor in Apia, Samoa. Bild: AP

50 Tote bei Masernausbruch in Samoa – schleppte ein Tourist den Virus ein?



Im pazifischen Inselstaat Samoa sind die Masern ausgebrochen. Bereits 53 Menschen sind seit Ende Oktober an der hoch ansteckenden Infektionskrankheit gestorben. Unter den Opfern sind 23 Babys, die noch kein Jahr alt waren, sowie 25 Kinder im Alter zwischen einem und vier Jahren.

Wie die Nachrichtenagentur AP schreibt, hat die samoanische Regierung letzten Monat den Notstand ausgerufen. Alle Schulen wurden geschlossen und den Kindern ist es verboten, sich an öffentlichen Plätzen zu treffen. Ausserdem hat die Regierung angeordnet, dass sich alle 200'000 Einwohner des Inselstaates impfen lassen müssen.

Seit dem Ausbruch der Epidemie wurden bereits 3728 Masern-Fälle gemeldet. Laut der samoanischen Regierung waren es allein in den letzten 24 Stunden 198 Fälle. 180 Patienten befinden sich zurzeit in Behandlung, darunter sind 19 Kinder im kritischen Zustand.

Masern aus Neuseeland

Die samoanischen Behörden glauben, dass der Virus von einem Reisenden aus Neuseeland eingeschleppt wurde. Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, hat derweil in einer Rede am Montag Hilfe versprochen.

Sie würden alles tun, um Samoa zu helfen, die Epidemie in den Griff zu bekommen. Es wurden bereits mehr als 50 medizinische Helfer und ein paar Tausend Impfungen in den Inselstaat gesendet. Auch andere Länder, zum Beispiel Grossbritannien, haben medizinische Unterstützung geschickt.

Das Rugby-Team Wests Tigers aus Australien bittet auf Twitter um Hilfe:

Laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden auf Samoa im letzten Jahr weniger als 30 Prozent der Neugeborenen geimpft.

In der Bevölkerung herrschte grosses Misstrauen gegenüber dem Impfprogramm. Verschärft wurde die Situation durch ein medizinisches Missgeschick, bei dem zwei Babys getötet wurden, denen ein Impfstoff verabreicht wurde, der falsch gemischt worden war.

Immunität dank Impfung

Laut der samoanischen Regierung waren lediglich 33'000 Menschen geimpft worden, bevor die Masern Ende Oktober ausbrachen. Seitdem sind 58'000 Leute dazugekommen.

Die WHO hat sich zum Ziel gemacht, die Masern bis Ende 2020 in den meisten Teilen der Welt auszurotten. Die Krankheit sei dank des sicheren Impfstoffs, der seit den 1960ern auf dem Markt ist, vollständig vermeidbar.

Die Zahl der weltweiten Todesfälle ging zwischen 2000 und 2016 um 85 Prozent auf etwa 90'000 zurück. (dfr)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Gesichter der Ebola-Überlebenden

Wir haben Esoteriker zum Thema Impfen befragt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

18 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
Na_Ja
02.12.2019 09:07registriert January 2019
Und von Impfgegnern in Europa heisst es trotzdem ständig, Masern seien gar nicht so gefährlich, kaum jemand sterbe daran und die Spätfolgen der Impfungen sowieso vieeel schlimmer als Folgeerkrankungen ausgelöst durch das Masernvirus.
19813
Melden
Zum Kommentar
Satan Claws
02.12.2019 09:10registriert May 2019
Ein grosses Lob den Impfgegnern, ihr macht die Welt ein ganzes Stück sicherer.... oder so.
18316
Melden
Zum Kommentar
Snowy
02.12.2019 09:33registriert April 2016
Einfache Frage um Impfgegner schachmatt zu setzen:
Würdest Du aktuell mit Deinem ungeimpften Kleinkind nach Samoa fliegen?
12011
Melden
Zum Kommentar
18

Interview

Quarantäne-Regeln in Südkorea: «Ich fragte mich, warum die Schweiz das nicht so macht»

Südkorea brachte die erste Corona-Welle schnell unter Kontrolle und als sich eine zweite andeutete, wurde auch diese früh gestoppt. Was macht man im asiatischen Land richtig? Wir haben mit einem gesprochen, der auch die Schweiz kennt und in Südkorea in Quarantäne musste.

Südkorea hat trotz seiner Nähe zum Ursprungsland China die Coronakrise bisher gut gemeistert. Ein früher Peak von Neuinfektionen Ende Februar/Anfangs März konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden und als die Fallzahlen Ende August stiegen und sich eine zweite Welle abzeichnete, reagierte man erneut rigoros und bremste den Anstieg schnell, Seit einigen Wochen übersteigen die Neuinfektionen im Land mit rund 52 Millionen Einwohnern die 100er-Grenze praktisch nie mehr.

Gerechnet auf 100'000 …

Artikel lesen
Link zum Artikel