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Gesundheit

Russland: HIV breitet sich unter Soldaten aus

epa12889383 A billboard advertising contract military service in the newly created Russian Unmanned Systems Forces at a street during a rainy spring day in Moscow, Russia, 14 April 2026. EPA/MAXIM SHI ...
Eine Plakatwerbung für die russische Armee.Bild: EPA

Russland: Soldaten zunehmend von HIV betroffen

15.04.2026, 13:4015.04.2026, 13:40

In Russland herrsche eine HIV-Epidemie, sagt Alexei Lachow, langjähriger Berater von HIV-Programmen in Russland, gegenüber SRF. Fast ein Prozent der russischen Bevölkerung lebt mit dem Virus. Im Krieg gegen die Ukraine stieg die Zahl der HIV-positiven Soldaten um das 40-Fache innerhalb eines Jahres, wie russische Ärzte in einer militärmedizinischen Zeitschrift schrieben.

Mit 50'000 Neuansteckungen im 2024 und über einer Million Infizierten verfügt Russland über die schlechtesten HIV-Zahlen, schreibt das SRF. Mit der Heroinkrise in den 90ern breitete sich das Virus in Russland aus. Drogensüchtige landeten eher im Gefängnis, als vom Gesundheitssystem aufgefangen zu werden. Rund ein Drittel aller Häftlinge sitzt gemäss SRF wegen Drogenbesitzes.

HIV-Infizierte in der russischen Armee

Durch die Rekrutierung aus den Gefängnissen und die hohe Entlöhnung für Soldaten sind laut SRF HIV-positive Männer in die russische Armee eingezogen worden. Dies, weil Betroffene ihre Infektion verheimlichen oder nichts von ihrem Status wissen, erklärt Alexei Lachow dem SRF. Da Russland Soldaten brauche, schaue man nicht so genau hin, obwohl HIV-Infizierte als untauglich gälten.

Das Ansteigen der Infektionszahlen geht gemäss Lachow auf verschiedene Übertragungsrisiken zurück. Die Wiederverwendung von Spritzen, Skalpellen oder Kathetern, aber auch Drogenkonsum und ungeschützter Sex liessen die Zahlen steigen.

Diese Vermutungen werden in Berichten von unabhängigen russischen Medien unterstützt, schreibt das SRF. Hygienevorschriften sind laut Feldärzten in hektischen Kampfsituationen kaum einzuhalten. Auch Prostitution ist gemäss Recherchen in besetzten ukrainischen Gebieten weit verbreitet.

Gesundheitssystem am Limit

Lachow befürchte bei Ende des Krieges und der Rückkehr der Soldaten eine starke Belastung für das russische Gesundheitssystem, schreibt das SRF. Dies, auch wenn die Zahlen tiefer seien.

Obwohl das Budget für HIV-Medikamente und Tests vom russischen Staat erhöht wurde, komme das Gesundheitswesen schon jetzt an seine Grenzen, sagt Lachow dem SRF. Während das Budget erhöht wurde, stehen viele Hilfswerke für HIV-Prävention unter Druck. Viele NGOs verliessen Russland bereits, nachdem sie als «ausländische Agenten» eingestuft worden waren, wie auch die Elton John AIDS Foundation. (nil)

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17 Kommentare
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idiocracy ist heute, nicht morgen!
15.04.2026 15:15registriert März 2026
WOW!
Russland hat ja wirklich nur die besten Zukunftsaussichten.
- Eine Generation Männer wird in der Ukraine in den Fleischwellen, geopfert.
- Die Wirtschaft ist am abserbeln.
- Die Öl Industrie wird von der Ukraine ausgelöscht. Kein Export und kaum noch eigene Raffinerien mehr.
- Bevölkerungsrückgang. Durch Flucht, Militär Einsatz, Allgegenwärtiger Alkohlismus und jetzt noch ein HIV Epedemie die für Russland nicht zu Meistern ist.
- Bankenkrise die Ansteht. Da die Regierung die Banken zwang Kredite für die Waffenproduktion, zu geben.
- Zinskrise
Nichts davon ist Rosig.
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Simsalabimeon
15.04.2026 15:06registriert Oktober 2024
Einen Anteil daran hat auch "Dedowschtschina" (дедовщина). Neben körperlichen Strafen wie Schläge, Folter und Demütigungen (z. B. stundenlanges Hocken im Schnee, was zu Amputationen führen kann), gibt es eben auch andere Demütigungen und auch Vergewaltigungen, oft mit Gegenständen (z. B. Flaschen, Besenstielen oder anderen Objekten a... eingeführt). Auch Erzwungene sexuelle Handlungen, um den Rekruten zu „brechen“ und ihn in der Hierarchie ganz unten zu halten.
Die russische Armee hat Versuche dies zu unterbinden wohl aufgegeben, obwohl es für die Moral und Kampfbereitschaft schädlich ist...
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mMn
15.04.2026 14:54registriert September 2020
Das sah ich schon auf YouTube als Progoschin Häftlinge in Gefängnissen rekrutierte... das war als die Schlacht um Bachmut im Gang war. Wette von den 50'000 lebt keiner mehr dafür wurden mittlerweile 500'000 weitere infiziert, wovon auch schon wieder 300'000 gestorben sind.
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