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Roboterkrieg: Ukraine meldet Eroberung von russischer Stellung

Unbemanntes Kampffahrzeug (Kampfroboter) der Ukraine. 2026.
Unbemanntes ukrainisches Raupenfahrzeug mit Bordkanone.Bild: PD

Ukraine meldet militärischen Meilenstein – Roboter erobern russische Stellung

Wie der ukrainische Präsident mitteilte, haben unbemannte Kampfsysteme erstmals eine von russischen Invasoren gehaltene Stellung eingenommen. Ohne das Leben eigener Soldaten zu riskieren.
14.04.2026, 07:5614.04.2026, 12:32

Die ukrainischen Streitkräfte haben eine russische Stellung unter ihre Kontrolle gebracht, indem sie ausschliesslich Drohnen und bodengestützte Robotersysteme einsetzten: Dies gab der ukrainische Präsident am Montagabend bekannt.

«Die Besatzer ergaben sich und diese Operation wurde ohne Beteiligung der Infanterie und ohne Verluste auf unserer Seite durchgeführt.»
Wolodymyr Selenskyj

Zum ersten Mal in der Geschichte des russischen Angriffskrieges sei eine feindliche Stellung nur mit unbemannten (Waffen-)Plattformen erobert worden. Diese Entwicklung stelle einen bedeutenden Wandel in der modernen Kriegsführung dar, so Selenskyj.

Die Anzahl der militärischen Einheiten, die solche Robotersysteme einsetzen, sei von 67 Ende 2025 auf mittlerweile 167 Einheiten im Frühjahr 2026 gestiegen.

Aus der Not heraus

Die Ukraine hat seit der russischen Grossinvasion 2022 notgedrungen in die Entwicklung neuer Waffen investiert, weil die westliche Militärhilfe nicht ausreichte. Die Verantwortlichen in Kiew setzen gezielt auf autonome Kampfsysteme, um eigene Soldaten zu schonen und den Personalmangel an der Front auszugleichen. Zu den bislang bekanntesten Anwendungen gehören kleine, mit Sprengstoff bestückte Kamikaze-Drohnen.

In seiner Videoansprache an die Angestellten der ukrainischen Rüstungsindustrie thematisierte Selenskyj die Eigenentwicklungen von Waffensysteme.

«Ich danke allen Beteiligten – in Werkstätten, Konstruktionsbüros, Laboren, Testgeländen, Produktions- und Reparaturwerkstätten – allen, die jeden Tag für die Ukraine arbeiten.»

In den vergangenen drei Monaten hätten ukrainische Bodenroboter über 22'000 Einsätze absolviert.

«Mit anderen Worten: Mehr als 22'000 Leben wurden gerettet – ein Roboter drang in die gefährlichsten Gebiete ein, anstatt eines Soldaten. Hier geht es um Spitzentechnologie zum Schutz des höchsten Wertes – des menschlichen Lebens.»

Anzumerken ist, dass die meisten Roboter nicht für Kampfeinsätze, sondern vor allem für logistische Unterstützungsaufgaben eingesetzt werden, wie etwa die Lieferung von Munition an die Frontlinien sowie die Evakuierung verwundeter Soldaten.

Ukraine will bei europäischer Luftverteidigung helfen

Gemäss Berichten erklärte Selenskyj ausserdem, dass in dieser Woche Verhandlungen mit europäischen Partnern über die Schaffung eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems stattfinden würden.

«Entweder wird die Ukraine ein untrennbarer Bestandteil des europäischen Sicherheitssystems, oder einige in Europa riskieren, Teil der russischen Welt zu werden.»
Drohnen am Boden?

In der Militärtechnik und Robotik wird selten von Drohnen gesprochen, wenn es um Landsysteme geht. Der korrekte Fachbegriff für ein unbemanntes Fahrzeug lautet: UGV (Unmanned Ground Vehicle). Dabei ist grundsätzlich zwischen zwei Typen zu unterscheiden: R-UGV (Remotely Operated) werden von Menschen ferngesteuert. A-UGV (Autonomous) agieren unabhängig, gesteuert von KI.

Im alltäglichen Gebraucht hat sich aber tatsächlich «Drohne» als Überbegriff für unbemannte, ferngesteuerte oder autonome Systeme etabliert, ob in der Luft, im Wasser oder am Boden. (dsc)

Editorial Bild
bild: keystone

Quellen

(dsc)

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Die beliebtesten Kommentare
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Xsa
14.04.2026 09:20registriert Oktober 2021
"Hier geht es um Spitzentechnologie zum Schutz des höchsten Wertes – des menschlichen Lebens."

Und DAS ist einer der grössten Unterschiede in diesem Krieg. Die Ukraine wehrt sich gegen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, wehrt sich gegen den Druck das Rekrutierungsalter auf 18 zu senken, wehrt sich mit technologischer Innovation gegen den russischen Terror.

Und Putin flutet die Ukraine mit Gleitbomben und Millionen von Soldaten, die nur ein einziges Ziel haben: Zerstörung, Terror, die Verteidigung zu ersticken - entweder unter Trümmern, oder unter den Leichen seiner Wegwerfsoldaten.
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H.P. Liebling
14.04.2026 09:17registriert September 2018
"Hier geht es um Spitzentechnologie zum Schutz des höchsten Wertes – des menschlichen Lebens.»

Hier sieht man schön den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei. In Russland ist ein Leben nichts wert.
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Squawk 7700
14.04.2026 08:50registriert Mai 2025
Die Ukraine macht das sehr schlau und ist den Russen um Meilen voraus, während die Russen entweder auf billige Golfcarts aus China setzen oder viel zu teure und viel zu grosse Kampfjets und Panzer bauen, was enorm viele Ressourcen verschwendet.
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