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epa05053053 A picture made available on 03 December 2015 shows migrants prevented from entering Macedonia resting among railway tracks on the Greek side of the border between Greece and Macedonia, near the  Greek village of Idomeni, 02 December 2015. Macedonian authorities allow only migrants from war-torn countries and heading for rich EU states to cross the country while citizens of other states regarded as economic migrants are blocked by a fence built by Macedonia along this section of the border.  EPA/ZOLTAN BALOGH HUNGARY OUT

Flüchtlinge warten auf der griechischen Seite der Grenze zu Mazedonien.
Bild: EPA/MTI

Griechenland bittet die EU um Hilfe für Flüchtlinge – Spanien rettet 286 Schiffbrüchige



Griechenland hat wegen der vielen ankommenden Flüchtlinge die EU nun offiziell um Hilfe gebeten. Athen bat um Zelte, Generatoren, Betten und Medikamente, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Die EU-Behörde aktivierte den sogenannten Zivilschutzmechanismus und koordiniert die Hilfe. Dies passiert sonst etwa bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben.

EU verhandelt über Flüchtlinge aus Libanon und Jordanien

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise wird einem Zeitungsbericht zufolge in der Europäischen Union (EU) auch über Zusagen an den Libanon und Jordanien diskutiert. Die EU könnte künftig auch Flüchtlinge aus diesen beiden Ländern aufnehmen, berichtete «Die Welt». Die deutsche Zeitung beruft sich dabei auf Diplomaten in Brüssel. Hochrangige Regierungsvertreter der Mitgliedstaaten wollten an diesem Freitag über die Pläne beraten. Dabei solle sondiert werden, welche EU-Länder sich an den Umsiedlungen beteiligen wollen. Ausserdem sollten auch der Libanon und Jordanien stärker als bisher finanziell unterstützt werden, damit sie Flüchtlingen eine bessere Lebensperspektive bieten können. Am Sonntag war auf einem EU-Gipfel beschlossen worden, der Türkei zunächst drei Milliarden Euro zur Versorgung der Flüchtlinge vor Ort zu zahlen.

Die griechische Regierung steht seit Wochen in der Kritik, weil es in den Erstaufnahmelagern an der EU-Aussengrenze zur Türkei praktisch an allem fehlt. Athen hatte bislang die von der EU angebotene Hilfe ausgeschlagen.

Frontex einsetzen

Auch die von der EU-Grenzschutzagentur Frontex nach Griechenland entsandten Beamten wurden bislang nicht eingesetzt. Nun habe Athen eingelenkt und einem Frontex-Einsatz an der griechischen Grenze zu Mazedonien zugestimmt, berichtete die EU-Kommission.

Frontex security personnel watch refugees and migrants disembarking from a yacht on the Greek island of Lesbos, after crossing a part of the Aegean sea from Turkey's coast, early in the morning Saturday, Nov. 21, 2015. Most nations along Europe's refugee corridor, except Greece, abruptly shut their borders Thursday to those not coming from war-torn countries such as Syria, Afghanistan or Iraq, leaving thousands desperately seeking a better life in the continent stranded at Balkan border crossings. (AP Photo/Santi Palacios)

Frontex im Einsatz – Griechenland will schnelle Eingreiftruppe.
Bild: Santi Palacios/AP/KEYSTONE

Die EU-Grenzschützer sollen bei der Registrierung der Flüchtlinge helfen. Athen habe auch um eine schnelle Eingreiftruppe gebeten, um seine Aussengrenzen an den Inseln in der Ägäis zu schützen. Laut EU-Kommission sind in Griechenland seit dem 1. November 50'000 Flüchtlinge angekommen.

Von Holzboot gerettet

Die spanische Marine hat am Donnerstag 286 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Die Gruppe habe auf einem nur 15 Meter langen Holzboot versucht, die EU zu erreichen, teilte das spanische Verteidigungsministerium mit.

Die Menschen seien aus Somalia, Eritrea, Äthiopien, Marokko, Libyen, Mauretanien, dem Jemen und Mali gekommen. Die italienische Marine, die den EU-Einsatz «Spohia» zur Seenotrettung und Schlepperbekämpfung leitet, hatte die spanische Fregatte «Canaries» alarmiert.

epa04993682 A handout picture provided by Spanish Maritime Safety Agency on 24 October 2015 shows some of the 58 Sub-Saharan migrants on a boat after being rescued southern Gran Canaria, Canary Islands, Spain.  EPA/MARITIME SAFETY AGENCY / HANDOUT EDITORIAL USE ONLY HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Flüchtlinge gerettet – Boot gesunken.
symbolBild: EPA/EFE/ MARITIME SAFETY AGENCY

Das spanische Schiff habe das völlig überladene Holzboot im Morgengrauen entdeckt und die Menschen an Bord genommen, teilte das Ministerium in Madrid weiter mit. Nachdem alle Flüchtlinge gerettet worden seien, sei ihr Boot gesunken.

Seit dem Beginn von «Sophia» im Juni wurden mehr als 5700 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Etwa 40 mutmassliche Schlepper wurden festgenommen. Mehr als 3500 Menschen sind seit Jahresbeginn im Mittelmeer ertrunken oder werden seit der Überfahrt vermisst. (kad/sda/dpa/afp)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 04.12.2015 10:03
    Highlight Highlight Im Prinzip unternimmt man gerade ein Experiment, nämlich den Leuten so lange unrealistische Versprechungen zu machen, bis sie einen schliesslich überrennen.
    Ein Grossteil der jetzigen Flüchtlinge dürfte aus den übervollen Flüchtlingslagern der Türkei und Jordanien flüchten, die vom UNHCR versorgt werden. Da diese Lager gegenüber dem tollen Empfang "Refugees welcome" in Europa natürlich Mist ist, geht man also in die Boote und es schwimmen die entsprechenden Leichen im Mittelmeer.
    • ferox77 04.12.2015 10:43
      Highlight Highlight 2)
      Wenn aber erst mal ein Grossteil der Millionen Syrer, die in den Lagern in Libanon, der Türkei und Jordanien hausen, hierher kommen, wird man ebenso gezwungen sein, solche Lager zu betreiben, bei allerdings schlechterem Wetter.
      Abzüglich der Tausende, die bei diesem Umzug ihr Leben lassen werden.
      Die ganze europäische Freundlichkeit bewirkt also vor allem, dass die Leute sich in Lebensgefahr begeben, weil Europa zu feige ist, klare Ansagen zu machen und geregelte und standardisierte Verfahren zu entwickeln, die Flüchtlinge im europäischen Raum zu versorgen.

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