Gaza-Hilfsflotte legt ungeplant auf Kreta an
Rund 30 Boote der sogenannten «Global Sumud Flotilla» mit Gaza-Hilfsgütern sind im Hafen von Ierapetra im Südosten Kretas eingetroffen. Zuvor hatten die Organisatoren auf Anfrage der dpa mitgeteilt, die Flottille habe sichere Gewässer erreicht und formiere sich derzeit neu. Sie sei vollständig bereit, ihre Reise fortzusetzen, «um die illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen», hiess es.
Auch Daten eines Online-Trackers der Initiatoren der Flottille sowie des Schiffsverfolgungssystems Marine Traffic zeigen, dass Teile des Bootsverbands in die Bucht von Ierapetra eingelaufen sind. Wie lange die Aktivistenflotte in Ierapetra bleiben wird, war zunächst unklar.
Die israelische Marine hatte in der Nacht zum Donnerstag mehr als 20 Schiffe der «Global Sumud Flotilla» abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland erklärte sich bereit, die von der israelischen Marine festgenommenen Personen aufzunehmen und ihre Rückreise in die Herkunftsländer zu ermöglichen. Wie griechische Medien übereinstimmend berichteten, seien diese Menschen am Freitag zum kleinen Hafen von Atherinolakos im äussersten Südosten Kretas gebracht worden. Sie sollten danach in die kretische Hafenstadt Heraklion reisen.
Das israelische Vorgehen gegen den internationalen Schiffsverband mit Gaza-Hilfsgütern im Mittelmeer löste in Berlin und Rom grosse Sorge aus. Eine gemeinsame Erklärung legt nahe, dass der Stopp der Flottille in internationalen Gewässern aus Sicht der beiden Regierungen möglicherweise nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist. (sda/dpa)
