DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Griechischer Journalist in Athen auf offener Strasse erschossen

09.04.2021, 22:0710.04.2021, 14:23

Ein griechischer Blogger und Journalist ist am Freitagmittag vor seinem Haus in Athen erschossen worden. Der in Griechenland als Polizeireporter bekannte Giorgos Karaivaz wurde mit sieben Schüssen niedergestreckt, wie griechische Medien unter Berufung auf Polizeikreise berichteten. Zwei Männer seien anschliessend auf einem Motorrad geflüchtet, hiess es. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt.

Am Tatort im Athener Stadtteil Alimos seien mindestens 17 Patronenhülsen gefunden worden, berichtete die Tageszeitung «Kathimerini». Gehört hätten Nachbarn jedoch nichts, weshalb die Polizei davon ausgehe, dass es sich um eine Pistole mit Schalldämpfer gehandelt habe. Karaivaz soll sich auf dem Nachhauseweg von einer mittäglichen Boulevardsendung befunden haben, bei der er als Polizeireporter berichtete.

Maria Antoniadou, Präsidentin der Athener Journalisten-Vereinigung, gibt Auskunft.
Maria Antoniadou, Präsidentin der Athener Journalisten-Vereinigung, gibt Auskunft.
Bild: keystone

Gerätselt wird über die möglichen Hintergründe. Der Fall erinnert in Griechenland an den des vor elf Jahren ermordeten Journalisten Sokratis Giolias, der – ebenfalls vor seinem Haus – mit 16 Schüssen getötet worden war. Damals hatte eine linksextreme Terrororganisation die Verantwortung für das Attentat übernommen.

«Die Ermordung eines Journalisten ist eine verachtenswerte, feige Tat», schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Freitag auf Twitter. Europa stehe für Freiheit. «Und die Pressefreiheit ist vielleicht das Heiligste von allen. Journalisten müssen sicher arbeiten können.» Ihre Gedanken seien bei der Familie von Karaivaz. Sie hoffe, dass die Verbrecher bald vor Gericht gestellt werden.

Die für Werte und Transparenz zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, reagierte besorgt. Sie sei tief geschockt, schrieb die Tschechin auf Twitter. Ihre Gedanken seien bei Karaivaz' Familie und seinen Kollegen. Es müsse für Gerechtigkeit gesorgt und die Sicherheit von Journalisten garantiert werden.

Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatović, forderte die Behörden auf, die Tat dringend und vollständig zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Auf Twitter schrieb sie, die Tötung Karaivaz' sei eine tragische Erinnerung daran, dass Journalismus ein gefährlicher Beruf in Europa sei. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

#NoLiestal: Ein Hashtag flutet die sozialen Medien

1 / 52
#NoLiestal: Ein Hashtag flutet die sozialen Medien
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Diese Bilder sehen verblüffend real aus: Künstler Ruslan Kazarez vermischt Zeichnungen und Realität

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Frankreich im Clinch mit den USA: Der U-Boot-Streit mutiert zur Nato-Krise

Der Rückruf des französischen Botschafters aus den USA wird zur Belastungsprobe für den amerikanischen-europäischen Zusammenhalt. Paris kritisiert implizit eine Solotour Washingtons im Pazifik wie in Afghanistan.

Der Streit um das U-Boot-Geschäft im Pazifik sorgt bis in den Atlantik für hohe Wellen. Auf der amerikanischen Seite registriert die «New York Times» erstaunt, dass Frankreich erstmals seit 1778 den Botschafter aus Washington zurückgerufen habe.

In Paris unterstellt Aussenminister Jean-Yves Le Drian den USA, Grossbritannien und Australien nichts weniger «Doppelzüngigkeit» und «Verrat», nachdem sie einen milliardenschweren U-Boot-Deal mit Frankreich gekippt haben.

Le Drian erhebt diese Vorwürfe …

Artikel lesen
Link zum Artikel