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Grossbritannien: Ministerin bat laut Bericht Beamte bei Busse um Hilfe

Bericht: Britische Ministerin bat Beamte bei Strafzettel um Hilfe

21.05.2023, 10:47
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Die britische Innenministerin Suella Braverman hat einem Zeitungsbericht zufolge versucht, mit Hilfe von Regierungsmitarbeitern eine Geldstrafe für Raserei zu verhindern. Die erzkonservative Politikerin habe darum gebeten, dass ihr eine private Nachschulung vermittelt werde, um die Zahlung zu verhindern, schrieb die «Sunday Times». Der Vorstoss sei gescheitert. Das Innenministerium teilte mit, die 43-Jährige habe nach dem Vorfall im Sommer 2022 die Geldstrafe bezahlt und drei Punkte akzeptiert.

Britain's Home Secretary Suella Braverman pauses, during a press conference in the capital Kigali, Rwanda Saturday, March 18, 2023. Braverman arrived in Rwanda on Saturday for a visit aimed at re ...
Suella Braverman droht Ärger. Bild: keystone

Die Opposition fordert eine Untersuchung, ob Braverman die ministeriellen Regeln gebrochen hat. «Der Premierminister hat Integrität, Professionalität und Rechenschaftspflicht versprochen, doch es scheint, als würde seine Innenministerin diese drei Punkte eklatant missachten», sagte Yvette Cooper von der Labour-Partei.

Von Premierminister Rishi Sunak erhielt Braverman zunächst keine ausdrückliche Rückendeckung. Weder kenne er die vollständigen Details noch habe er mit ihr gesprochen, sagte Sunak am Rande des G7-Gipfels in Hiroshima. «Nach meinem Verständnis hat sie ihr Bedauern über die Geschwindigkeitsüberschreitung zum Ausdruck gebracht, die Strafe akzeptiert und die Geldstrafe bezahlt», sagte Sunak. Später betonte eine Regierungssprecherin, der Premier habe Vertrauen in Braverman.

Sunak hatte Braverman im Herbst zur Innenministerin ernannt. Dabei war sie erst wenige Tage zuvor - noch unter Kurzzeit-Regierungschefin Liz Truss - von dem Amt zurückgetreten, weil sie entgegen der ministeriellen Regeln ein offizielles Dokument mit ihrer privaten E-Mail-Adresse weitergeleitet hatte. Braverman gilt als eine der führenden Kräfte des rechten Flügels in der Konservativen Partei, der mit nationalistischen Parolen immer stärker an Einfluss gewinnt. (sda/dpa)

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Gandalf der Weise
21.05.2023 13:38registriert Januar 2023
Soso, das Gesetz übertreten und dann nicht mal für die Strafe gerade stehen wollen...
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Magnum
21.05.2023 16:28registriert Februar 2015
Wow - versuchte Beeinflussung der Polizei und Vorteilnahme. Und das durch eine selbsernannte Law-and-Order-Rechtsauslegerin, die permanent gegen vermeintlich kriminelle Flüchtlinge hetzt. Die Luft wird dünn für die toxische Frau Braverman. Gut so, für England.
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stormcloud
21.05.2023 17:41registriert Juni 2021
Das ist in meinen Augen ein Verhalten, dass die Rechten gerne zeigen:
Gesetze zählen nur für die Anderen.
Und der Ruf nach harter Strafe gilt für sie selbst nicht.

Ich wünsche mir, dass die Rechts-Wähler das endlich mal kapieren, wen sie da in die Regierung bringen.
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