International
Grossbritannien

London lehnt schottisches Referendum ab – Supreme Court am Zug

London lehnt schottisches Referendum ab – Supreme Court am Zug

09.08.2022, 14:4709.08.2022, 14:47
A Scotland supporter holds a flag as he walks through Leicester Square in London, Friday, June 18, 2021 after the Euro 2020 soccer championship group D match between England and Scotland at Wembley St ...
Schottland will die Unabhängigkeit vors Volk bringen.Bild: keystone

Im Konflikt zwischen London und Edinburgh lehnt die britische Regierung ein neues Unabhängigkeitsreferendum der Schotten weiterhin strikt ab. Die Anwältin der Regierung reichte am Dienstag die schriftliche Position Londons beim obersten britischen Gericht - dem Supreme Court - ein, wie eine Sprecherin bestätigte.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon will ihre Landsleute im Herbst des kommenden Jahres erneut darüber abstimmen lassen, ob Schottland ein unabhängiger Staat werden soll.

Bei einem Referendum im Jahr 2014 hatte eine Mehrheit der Schotten (55 Prozent) noch für den Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Das war allerdings vor dem Brexit, den der nördlichste britische Landesteil mit klarer Mehrheit (62 Prozent) abgelehnt hatte. Daher hoffen die Unabhängigkeitsbefürworter, dass sich bei einer erneuten Abstimmung die Verhältnisse ändern.

Eigentlich ist für eine solche Abstimmung die Zustimmung der britischen Regierung notwendig. Sturgeon will das Referendum jedoch notfalls auch ohne diese Zustimmung auf rechtmässige Weise abhalten. Daher hat ihre Regierung den Supreme Court eingeschaltet, um prüfen zu lassen, ob eine «beratende Abstimmung» auch ohne grünes Licht aus London möglich wäre. Mit «beratend» ist gemeint, dass Schottland durch einen Sieg der Unabhängigkeitsbefürworter nicht automatisch aus dem Vereinigten Königreich ausscheiden würde.

London ist überzeugt, dass dies unrechtmässig wäre. «Es bleibt die klare Ansicht der britischen Regierung, dass ein Unabhängigkeitsreferendum ausserhalb der Gesetzgebungskompetenz des schottischen Parlaments liegen würde», sagte eine Sprecherin. Der Fall soll vor Gericht im Oktober verhandelt werden. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Ukraine meldet: US-Satelliteninternet Starlink läuft wieder stabil
In der Ukraine funktioniert nach tagelangen Klagen der Führung in Kiew das für die Flugabwehr wichtige US-Satelliteninternet Starlink laut Verteidigungsministerium wieder. Die Überwachungssysteme verzeichnen eine Wiederherstellung der Starlink/Starshield-Geschwindigkeit, teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mit. «Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 km/h, die Verbindung ist stabil», sagte er der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge auf Anfrage von Journalisten.
Zur Story