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Grossbritannien

Boris Johnson mischt sich in Streit um Buch über Royals ein

Boris Johnson mischt sich in Streit um Buch über Royals ein

03.12.2023, 03:5403.12.2023, 03:54
Former British Prime Minister Boris Johnson attends the Yalta European Strategy Forum (YES) in Kyiv, Ukraine, Friday, Sept. 8, 2023. (AP Photo/Efrem Lukatsky)
Der frühere Premierminister Boris Johnson schrieb in der «Daily Mail» einen Meinungsbeitrag. Bild: keystone

Der Wirbel in Grossbritannien um ein in den Niederlanden aus dem Handel genommenes Buch über die Königsfamilie hat auch am Wochenende angehalten. Der frühere britische Premierminister Boris Johnson mischte sich am Samstag mit einem Meinungsbeitrag in der Boulevardzeitung «Daily Mail» in die Debatte ein und nahm die Royals in Schutz.

In der niederländischen Übersetzung des Buchs «Endgame» (Endspiel) des Autors Omid Scobie wurden laut übereinstimmenden Berichten grosser britischer Medien wie der BBC und des «Guardian» König Charles (75) und Prinzessin Kate (41) als diejenigen Royals identifiziert, denen Prinz Harry (39) und Herzogin Meghan (42) vorgeworfen hatten, über die Hautfarbe ihres damals noch ungeborenen Sohns Archie (4) spekuliert zu haben.

Aufgekommen waren die Vorwürfe in einem Aufsehen erregenden Interview mit US-Talkshowlegende Oprah Winfrey im März 2021. Meghan wollte die Namen der bezichtigten Royals damals nicht preisgeben, weil es «sehr schädlich für diejenigen wäre». Meghan zufolge ging es in den Gesprächen darum, wie dunkel die Haut ihres Kindes sein und was das bedeuten werde.

Warum die Namen nur in der niederländischen Fassung zu lesen waren, blieb zunächst unklar. Autor Scobie versicherte, er habe kein Buch eingereicht, das die Namen enthielt. Die niederländischen Übersetzerinnen beharrten jedoch ebenfalls darauf, nichts hinzugefügt zu haben. Der niederländische Verlag zog das Buch zurück.

Johnson befand die angeblichen Spekulationen über die Hautfarbe Archies, den er als «princeling» verspottete, indessen als harmlos. Die Vorwürfe seien «ein weiteres Beispiel des Prozesses, in dem normale menschliche Denkmuster und Verhaltensweisen denunziert, dämonisiert und vom Kanon des Akzeptablen gestrichen werden», schrieb der konservative Politiker. (sda/dpa)

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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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